Das sind die 100 besten TV-Shows des 21. Jahrhunderts – sagt die «New York Times»
Nach den besten Büchern und Filmen kürt die «New York Times» nun die 100 besten TV-Shows des 21. Jahrhunderts.
Die Zeitung hat dafür hunderte Stars, Fachleute und Expertinnen zu ihrer Meinung befragt. Gesucht waren ihre jeweiligen zehn besten TV-Shows, die seit dem 1. Januar 2000 ausgestrahlt wurden. Hier das komplette Ranking:
Platz 100 bis 81
- 100: Scandal
- 99: Gilmore Girls
- 98: The OA
- 97: Community
- 96: Halt and Catch Fire
- 95: House
- 94: The Diplomat
- 93: Station Eleven
- 92: The Night of
- 91: Catastrophe
- 90: Eastbound & Down
- 89: Baby Reindeer
- 88: Dexter
- 87: Reservation Dogs
- 86: Shogun
- 85: The Great British Baking Show
- 84: Planet Earth
- 83: Justified
- 82: Better Things
- 81: Queen's Gambit
Platz 80 - 61
- 80: How to with John Wilson
- 79: The Good Wife
- 78: It's Always Sunny in Philadelphia
- 77: Modern Family
- 76: Somebody Somewhere
- 75: Ted Lasso
- 74: The Bear
- 73: Barry
- 72: Squid Game
- 71: Beef
- 70: The Shield
- 69: Anthony Bourdain: No Reservations
- 68: Ozark
- 67: The Handmaid's Tale
- 66: The Rehearsal
- 65: Mare of Easttown
- 64: Anthony Bourdain: Parts Unkown
- 63: The Thick of It
- 62: Slow Horses
- 61: Rupaul's Drag Race
Platz 60 bis 41
- 60: Peep Show
- 59: PEN15
- 58: Chappelle's Show
- 57: I Think You Should Leave
- 56: Nathan For You
- 55: Insecure
- 54: The Bureau
- 53: Stranger Things
- 52: Downtown Abbey
- 51: The Good Place
- 50: Parks and Recreation
- 49: Normal People
- 48: House of Cards
- 47: Twin Peaks: The Return
- 46: Broad City
- 45: Happy Valley
- 44: Bojack Horseman
- 43: Peaky Blinders
- 42: Hacks
- 41: Louie
Platz 40 bis 11
- 40: Adolescence
- 39: Watchmen
- 38: Homeland
- 37: Battlestar Galactica
- 36: The Pitt
- 35: True Detective
- 34: Schitt's Creek
- 33: Enlightened
- 32: Andor
- 31: Survivor
- 30: Severance
- 29: Key & Peele
- 28: Band of Brothers
- 27: Better Call Saul
- 26: Black Mirror
- 25: The Leftovers
- 24: Deadwood
- 23: The Comeback
- 22: Lost
- 21: The White Lotus
- 20: The Crown
- 19: Chernobyl
- 18: I May Destroy You
- 17: The Americans
- 16: The Office (U.K.)
- 15: Six Feet Under
- 14. Friday Night Lights
- 13: Girls
- 12: Arrested Development
- 11: The Office (U.S.)
Platz 10: Atlanta
Darum geht es: In der rauen Umgebung von Atlanta wollen Earnest Marks (Donald Glover) und Alfred Miles (Brian Tyree Henry) im Rapbusiness durchstarten. Eine satirische und dramatische Show mit schwarzem Humor und herausragenden Schauspielern. Etwas vom Surrealistischsten, was das Fernsehen zu bieten hat.
Das sagt die «NYT»: «Manchmal war ‹Atlanta› die witzigste Komödie im Fernsehen, manchmal das gruseligste Drama. Was diese fragmentierte Collage zusammenhielt, war ein Gespür für das Unheimliche des Lebens, wie es die Figuren erlebten, für die Umbrüche an der Tagesordnung waren. ‹Atlanta› konnte alles und überall sein. Und wie so viele grossartige Fernsehserien liess sie einen nie allzu lange an einem Ort zu sehr zur Ruhe kommen.»
Platz 9: Curb Your Enthusiasm
Darum geht es: Eigentlich könnte sich Larry Davis zurücklehnen und das Leben geniessen. Er ist reich, glücklich verheiratet und hat viele Freunde. Doch viel lieber nörgelt er an allem rum, was nicht niet- und nagelfest ist.
Das sagt die «NYT»: «Larry David erhob kleinliche Beschwerden zu einer urkomischen Kunstform, während er durch Los Angeles streifte und gegen diejenigen kämpfte, die gegen seinen schrägen (aber oft im Grunde genommen vernünftigen) Ethikkodex verstiessen. Dazu gehörten – waren aber keineswegs darauf beschränkt – Missbraucher von Gratisproben, Leute, die sich vordrängeln, mürrische Servicemitarbeiter und seine eigenen Freunde.»
Platz 8: 30 Rock
Darum geht es: Drehbuchautorin und Chefin der Sendung The ‹Girlie Show› Liz Lemon (Tina Fey) bekommt einen neuen Chef: Jack Donaghy (Alex Baldwin). Dieser will neuen Wind in das Geschäft bringen – und sorgt so für Furore. Die (visuellen) Gags kommen so schnell, dass man kaum zu blinzeln wagt.
Das sagt die «NYT»: «Die Sitcom unter den Sitcoms. Tina Feys spritzige, aber streng strukturierte Satire auf das Fernsehgeschäft destillierte einen Stil des Pop-Absurdismus, der auf Lucille Ball und Ernie Kovacs zurückging, und verlieh ihm einen für die Generation X typischen Anstrich aus Selbstbewusstsein und Unsicherheit.»
Platz 7: Veep
Darum geht es: Was macht eigentlich ein(e) Vizepräsident(in) der USA? Sie steht im Schatten des Präsidenten – zumindest in der Serie «Veep» mit Julia Louis-Dreyfus. Ohne dessen Unterstützung bleibt sie oft untätig zurück. Doch ewig will sie nicht die zweite Geige spielen.
Das sagt die «NYT»: «Nur wenige Serien haben so viele Lacher pro Minute zu bieten, und noch weniger sind so frech (oder herrlich derb). Doch die Satire war vielleicht sogar noch vorausschauender, als ihr Schöpfer Armando Iannucci ahnen konnte: Man verspürt fast schon Nostalgie für eine Zeit, in der nur fiktive Politiker auf dem Bildschirm offen nihilistisch und vulgär waren.»
Platz 6: Game of Thrones
Darum geht es: Der epische Kampf um den Eisernen Thron liess seit der Erstausstrahlung kaum jemand kalt. Die Show bietet alles, was das Herz begehrt: Machtkampf, Intrige und grosse Egos, Kriege und vor allem: Sex und Drachen. Inklusive eines der umstrittensten Season-Finale der TV-Geschichte.
Das sagt die «NYT»: «An manchen Sonntagabenden traute man seinen Augen kaum, wenn die Armeen, Drachen und Eis-Zombies Westeros auf drastische Weise verwüsteten. Doch das Spektakel, die blutigen Exzesse und das umstrittene Ende können nun darüber hinwegtäuschen, wie grossartig ‹Thrones› auch als Fernsehserie sein konnte. Die Handlung war ironisch und voller Wendungen, die Welt war fesselnd, und die Schauspieler waren oft herausragend.»
Platz 5: Fleabag
Darum geht es: Fleabag (Phoebe Waller-Bridge) betreibt ein Café in London, in das keiner kommt, wird von ihrem (Ex-)Freund betrogen, sucht nach dem Tod ihrer besten Freundin Ablenkung in Alkohol und Sex und hadert mit ihrer Familie. Eine feministische Geschichte über eine Frau, die mitten in den Dreissigern dem Leben nochmals eine Chance geben will. Eine Mischung aus Trauer, Romantik (Hallo, Priester!) und dem Erwachsenwerden.
Das sagt die «NYT»: «Die selbstzerstörerische, sexsüchtige Antiheldin mit einem Funkeln in den Augen und einer Locke im Haar; die gewagte Mischung aus rasender komödiantischer Farce und Tragödie; die häufigen, augenzwinkernden Durchbrüche der vierten Wand.»
Platz 4: Succession
Darum geht es: Die Roys besitzen ein Medienimperium. Patriarch Logan Roy ist allerdings nicht mehr der Jüngste – aber wer von den Kindern folgt auf ihn? Die Nachfolgefrage mündet in Intrigen, Habgier, Streitigkeiten und rücksichtlosem Konkurrenzdenken. Als Vorbild der Serie gilt Medienmagnat Rupert Murdoch, der unter anderem «Fox News» gross gemacht hat.
Das sagt die «NYT»: «Ja, die Superreichen unterscheiden sich von dir und mir; doch in der extravaganten Mischung aus gebrochenen Prinzen und schamlosen Möchtegerns fand die menschliche Natur ihr Zerrspiegelbild.»
Platz 3: Mad Men
Darum geht es: Es ist die Blütezeit der Werbung in den 60er- und 70er-Jahren in New York. «Mad Men» begleitet Creative Director Don Draper beim rasanten Aufstieg in der Agentur «Sterlin Cooper». Mit Konzentration auf die damaligen gesellschaftlichen Hierarchien, traditionellen Geschlechterrollen und den wirtschaftlichen Aufschwung in einer turbulenten Zeit.
Das sagt die «NYT»: «‹Mad Men› war auch eine Geschichte über das Geschichtenerzählen, angesiedelt unter den Männern – und schliesslich auch den Frauen –, die die Geschichte der amerikanischen Wünsche, Ängste und Sehnsüchte Anzeige für Anzeige schrieben. Mit unerbittlichem Witz und Elan präsentierte uns ‹Mad Men› eine Erzählung über persönlichen Wandel in sich rasch verändernden Zeiten.»
Platz 2: The Wire
Darum geht es: Eine Polizeieinheit bekommt den unmöglichen Auftrag, dem organisierten Drogenhandel in der Stadt Baltimore Herr zu werden. Dabei werden soziale und gesellschaftliche Probleme innerhalb der verschiedenen Institutionen – Polizei, Gewerkschaften, Verwaltung, Schulsystem – ungeschönt dargestellt. Inklusive komplexer Charaktere und noch komplexeren Handlungsstrangs.
Das sagt die «NYT»: «Hier ist der Olymp der Antihelden der Antihelden-Ära: verkorkst, narzisstisch, psychopathisch, widerwärtig, unerbittlich geil – Detektive aus Baltimore, Drogendealer, Hafenarbeiter und gewählte Amtsträger, die sich durch eine sich ausbreitende urbane Katastrophe waten. Es war Dickens, Dostojewski und Roots. Es war Jay-Z. Es war Frederick Wiseman und eine unmögliche Umsetzung jahrzehntelanger soziologischer, journalistischer und epidemiologischer Überlegungen. ‹The Wire› ein Wunder, das niemals hätte funktionieren dürfen: weisse Menschen, die sich das Leben der Schwarzen ausdenken; unbekannte Darsteller, die zu Stars werden.»
Platz 1: Breaking Bad
Darum geht es: Der Chemielehrer Walter White (Bryan Cranston) erhält kurz nach seinem 50. Geburtstag eine Krebsdiagnose. Unfähig, für die Behandlung aufzukommen, beginnt er, Crystal Meth herzustellen. Anfangs nur, um genug Geld für seine Familie und sich beiseite legen zu können. Doch irgendwann rutscht er immer tiefer in das Drogenmilieu.
Das sagt die «NYT»: «Exquisit gespielt, akribisch inszeniert – ‹Breaking Bad› entwickelte sich von seiner Prämisse eines ‹Nerd-Kriminellen› zu einer mitreissenden amerikanischen Geschichte über Gier und Hybris. Ja, hinter dem Nervenkitzel und dem Herzschmerz der Serie steckte eine gewisse Wissenschaft. Aber vor allem war es Kunst.»
