Das hat es mit diesen KI-Filmchen auf sich
Wer dieser Tage auf Instagram und TikTok am Scrollen ist, der ist vielleicht schon auf betreffende KI-Filme gestossen: Immer öfter werden Usern Ausschnitte aus KI-Serien angezeigt, in der Hoffnung, diese mit dem Einsatz von Cliffhangern auf deren Apps zu locken.
Diese sogenannten «Vertical-Dramas» oder «Short Dramas» werden neu nicht mehr nur mit (schlechten) Schauspielern gedreht, sondern rein mit KI produziert. Diese sorgt dafür, dass die Charaktere noch perfekter daher kommen – ganz nach den gängigen Schönheitsidealen.
Zahlreiche Apps wie BlinkDrama oder StoryReel zeigen Filme, die zum derzeit stark wachsenden Genre der «Short Dramas» gehören. Dabei handelt es sich um Serien, die speziell für das Smartphone produziert werden und deshalb im Hochformat angesehen werden: Die Folgen sind sehr kurz, meist nur wenige Minuten lang, und enden häufig mit einem Cliffhanger. Dass die Filme in Snippets aufgeteilt sind, passt zur Generation TikTok. So kann eine ganze Serie schon mal aus bis zu 100 Folgen von jeweils wenigen Minuten bestehen.
Typische Young-Adult-Themen
Von der Geschichte her erinnern diese an typische Teenie-Phantasien, die auch in zahlreichen Young-Adult- oder Dark Romance-Büchern vorkommen. Titel wie «365 Nächte beim Mafia-Onkel», «Der falsche Playboy» oder «Für den Alpha bestimmt» lassen erahnen: Themen sind Liebe, Rache, Milliardäre, geheime Identitäten, Mafia, Fantasy oder verbotene Romanzen.
Oftmals bedienen sich die Machenden den immer gleichen Klischees: das Mean Girl, meist verkörpert durch die Cheerleader-Kapitätin, der gutaussehende Sportler und Schwarm der Schule oder das Mauerblümchen, das etwas mehr auf den Hüften hat.
Erzählt werden die Geschichten aus der Sicht der weiblichen Hauptfigur. Neben der Erzählstimme wird auch immer der Text eingeblendet, wie es auch bei den Reels auf Social Media oftmals der Fall ist.
Hohe Preise
BlinkDrama im App Store bietet beispielsweise vertikale Kurzdramen in Episoden von etwa 1 bis 10 Minuten. Einige Inhalte sind kostenlos, für weitere Funktionen bzw. Inhalte gibt es kostenpflichtige Abos. Der wöchentliche Pro-Pass kostet 19,99 US-Dollar, ein Jahresabo 149,99 US-Dollar.
StoryReel im App Store funktioniert ähnlich. Die App bietet Kurzserien und Miniserien mit schnellen Handlungsverläufen, etwa zu Romance, Revenge, Fantasy oder Mafia. Folgen können teilweise heruntergeladen werden; bestimmte Episoden werden über Coins oder ein Abo freigeschaltet.
Die Apps funktionieren alle mehr oder weniger nach demselben Prinzip: Man sucht sich eine Story aus und kann die ersten Snippets kostenlos anschauen. Danach muss man für die Freischaltung bezahlen. Auch wenn einzelne Folgen nur wenige Rappen kosten, kann sich am Ende eine grössere Summe anhäufen. Dieses Bezahlmodell wird Micropayment genannt. Dazu kommt: gewisse Folgen haben Millionen Aufrufe.
Geschichten von Usern
Bei einigen der Apps können Nutzerinnen und Nutzer eigene Geschichten beziehungsweise Videos hochladen, die anschliessend – wie etwa bei StoryReel – auf der Plattform veröffentlicht werden. Obwohl für die Nutzung der Apps ein Mindestalter von 18 Jahren angegeben wird, ist beim Hochladen eigener Geschichten keine entsprechende Altersbeschränkung ersichtlich.
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