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BBC-Doku: Frauen sprechen über Missbrauchsvorwürfe gegen Jared Leto

epa12435925 US actor Jared Leto arrives to the Disney premiere of 'Tron: Ares' at the TCL Chinese Theatre in Los Angeles, California, USA, 06 October 2025. EPA/ALLISON DINNER
In der Dokumentation von BBC sprechen 10 Frauen über die mutmasslichen Übergriffe von Jared Leto. Bild: keystone

Vorwürfe gegen Jared Leto: Mutmassliche Opfer von Übergriffen sprechen in BBC-Doku

In einer TV-Doku beschuldigen Frauen Jared Leto des sexuellen Missbrauchs. Die mutmasslichen Übergriffe sollen stattgefunden haben, als sie Teenager waren.
29.07.2026, 21:0629.07.2026, 21:06
Birthe Wenge / t-online
Ein Artikel von
t-online

Die BBC-Dokumentation «Jared Leto: Hollywood's Dark Secret» wirft einen Schatten auf das Bild des Hollywoodstars. Darin kommen insgesamt zehn Frauen zu Wort, die dem Schauspieler und Frontman der Band Thirty Seconds to Mars vorwerfen, sie vor einigen Jahren sexuell angegriffen zu haben. Neun der mutmasslichen Opfer sprechen erstmals öffentlich über ihre Begegnung mit Leto. Und: Vier von ihnen waren minderjährig, als sie Leto kennenlernten.

Seit Jahren kursieren Vorwürfe gegen den Sänger und Schauspieler. Im vergangenen Jahr kamen Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs ans Licht, die sich auf Vorfälle aus weit zurückliegenden Jahren beziehen. Leto wies alle Vorwürfe von sich. Für die Dokumentation, die BBC ab 29. Juli zeigt, hat die britische Sendeanstalt auch mit Freunden und Angehörigen der betroffenen Frauen gesprochen sowie mit früheren Mitarbeitern Letos. Auch Fotos und Nachrichten konnte die BBC zum Teil einsehen.

Die Vorwürfe im Detail

Den Frauen zufolge fanden die Begegnungen mit Leto zwischen 2002 und 2016 statt. Damals war der 54-Jährige in seinen 30ern und 40ern und die Frauen Teenager. «Das war vor 25 Jahren … er ist damit davongekommen», sagt eines der mutmasslichen Opfer über den Oscar-Preisträger.

  • Eine der Frauen erzählt in der BBC-Doku, Leto habe sie im Badezimmer eines Motels in Las Vegas sexuell missbraucht, als sie 17 Jahre alt war. Als sie in das Zimmer kam, sei Leto unter der Dusche gewesen. Sie habe auf dem Bett gesessen und gewartet – in der Annahme, sie würden noch woanders hingehen. Dann habe er sie ins Badezimmer gerufen. «Ich glaube, es wurden nicht viele Worte gewechselt, und er öffnete den Duschvorhang und fing an, mich zu küssen», erzählt die heute 40-Jährige in der Dokumentation. Dann habe er ihre Hand gegriffen und sich damit befriedigt. Überrumpelt davon sagte sie, sie wolle gehen, und wurde von Leto zur Tür begleitet.
  • Eine andere erzählt, der Hollywoodstar habe ihr in einem Hotelzimmer mit sexueller Gewalt gedroht. Die damals 19-Jährige habe «das Bedürfnis verspürt», sich jünger auszugeben, als sie Leto traf. Als sie sagte, sie sei 17 Jahre alt, habe der damals 41-Jährige geantwortet: «Alter ist nur eine Zahl, und ausserdem sind wir in Europa.»
  • Eine weitere Frau sagt aus, sie habe als 17-Jährige in Letos Haus in Kalifornien mit ihm Sex gehabt – was in dem US-Bundesstaat als Vergewaltigung Minderjähriger gilt. Der damals 34-Jährige habe gesagt: «Ich möchte, dass du mich Daddy nennst.» Erst mit der Zeit sei der Frau immer mehr bewusst geworden, «wie beängstigend das wirklich war».
  • Eine damals 16-Jährige berichtet, Leto habe ihr Sex vorgeschlagen und am Telefon mehrfach sexuell anzügliche Bemerkungen gemacht. Anschliessend wurde ihr eine Geheimhaltungsvereinbarung geschickt, die sie aber nicht unterschrieb. Die BBC hatte Einsicht in die Vereinbarung.

In der BBC-Doku kommen auch zwei Männer zu Wort, die viele Jahre für Letos Band engagiert waren. Die beiden erzählen, die Mitarbeiter hätte sich unwohl gefühlt, weil der Sänger manchmal Minderjährige in seine Garderobe oder sein Haus eingeladen habe. «Ich glaube, jeder fand den Altersunterschied viel zu gross», sagt einer von ihnen.

Zeitweise hätten zwei Mädchen pro Tag Leto in einem Haus besucht, in dem die Band arbeitete. Jared Leto äusserte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Mehrfache Kontaktversuche der BBC liess er unbeantwortet.

Anlaufstellen für Opfer von sexueller Gewalt

Sexuelle Übergriffe können in den unterschiedlichsten Kontexten stattfinden. Hilfe im Verdachtsfall oder bei erlebter sexueller Gewalt bieten etwa die kantonalen Opferhilfestellen oder die Frauenberatung Sexuelle Gewalt. Die Opferhilfe ist auch über die nationale Nummer 142 erreichbar. Für Jugendliche oder in der Kindheit sexuell ausgebeutete Erwachsene gibt es in Zürich die Stelle Castagna. Betroffene Männer können sich an das Männerbüro Zürich wenden. Wenn du dich sexuell zu Kindern hingezogen fühlst oder jemanden kennst, der diese Neigung hat, kann dir diese Stelle weiterhelfen.

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