Abstimmungswerbung mit NZZ-Artikel: Das steckt dahinter
Im Interview mit der NZZ vertritt Widmer seine Position als Befürworter Neutralitätsinitiative so überzeugend, dass die Initianten das Interview abdrucken und an alle Haushalte in der Deutschschweiz verschicken. Erst unten auf der Rückseite wird den Betrachtern klar, dass es sich nicht um einen Gratis-NZZ-Artikel handelt, sondern um Abstimmungswerbung des Ja-Komitees.
Zwar hätte die NZZ die Zweitverwendung des Interviews als Sonderdruck im Rahmen ihres üblichen Prozesses genehmigt, dass ein Massenversand geplant war, habe sie jedoch nicht gewusst, meint Sprecherin Karin Heim gegenüber 20 Minuten. «Die konkrete Ausgestaltung als politische Wurfsendung lag uns bei der Freigabe nicht vor», erklärt Heim.
Pro Schweiz weist Täuschung zurück
«Für uns war immer klar, dass wir einen Massenversand machen. Eine Täuschung weise ich klar zurück, wennschon handelt es sich um ein Missverständnis. Mein Absender war klar und wir haben sauber gearbeitet», beteuert Werner Gartenmann, Geschäftsführer von Pro Schweiz.
Per Mail soll Gartenmann einen Sonderdruck beantragt haben, welchem die NZZ zugestimmt hätte. «Wir haben dafür eine Gebühr bezahlt. Ein Gut zum Druck wurde nicht verlangt.» Auch der interviewte Paul Widmer soll den Versand freigegeben haben. Gemäss «20 Minuten», welcher der Mailverkehr vorliegt, soll die Gebühr 200 Schweizer Franken betragen haben.
Die NZZ habe «den internen Freigabeprozess für entsprechende Anfragen inzwischen angepasst», meint Karin Heim.
(nil)
