Konferenz einer rechtsextremen Gruppe in Waadt kurzfristig abgesagt – die Sonntagsnews
Eine Konferenz einer rechtsextremen Splittergruppe im Waadt wurde kurzfristig abgesagt, das Vorgehen der Schweiz bei Drohnensichtungen, 40 Millionen zu viel bezahlte AHV- und IV-Leistungen ins Ausland und die unzulängliche Ausbildung der Sicherheitsbeamten von Regionalflughäfen:
Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
«Konferenz über das weisse Europa» abgesagt
Die Behörden von La Chaux-sur-Cossonay VD haben gemäss «Le Matin Dimanche» am Samstag in letzter Minute eine «Konferenz über das weisse Europa» abgesagt. Die Veranstaltung hätte in einem Gemeindesaal stattfinden sollen, wie die Zeitung schrieb. Die Ankündigung der Veranstaltung in «Rivarol», einer antisemitischen Pariser Zeitschrift, sei mit einem Logo von «Résistance helvétique» versehen gewesen. Diese rechtsextreme Splittergruppe sei bereits dafür bekannt, insbesondere im Wallis mehrere Konferenzen veranstaltet zu haben. An dem Treffen in La Chaux-sur-Cossonay sollten französische Vertreter des Revisionismus teilnehmen, schrieb «Le Matin Dimanche». Die Veranstaltung sei abgesagt worden, als die Organisatoren bereits im Saal gewesen seien.
Vorermittlungen wegen Drohnen in Spiez
Die Bundesanwaltschaft hat nach Angaben des «SonntagsBlick» wegen einer Drohnenformation über dem ABC-Labor in Spiez BE Vorermittlungen eingeleitet. Auf polizeilicher Ebene werde geschaut, was genau vorgefallen sei, sagte Bundesanwalt Stefan Blättler zur Zeitung. Anschliessend werde entschieden, ob die Elemente für eine Verfahrenseröffnung ausreichten. Ein hochrangiger Armeeangehöriger sagte zum «SonntagsBlick», dass Armeechef Benedikt Roos, als er kürzlich vor Drohnenformationen warnte, das Labor in Spiez gemeint habe. Bundesrat Martin Pfister, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, wollte den Vorfall gegenüber der Zeitung weder bestätigen noch dementieren. Das Bundesamt für Polizei ist involviert, wie aus dem Artikel hervorging.
Zusammenarbeit zwischen VBS und Hochschulen
Angesichts der Sichtungen von Drohnen über kritischen Infrastrukturen in der Schweiz setzt das Verteidigungsdepartement nach Angaben der «NZZ am Sonntag» auf die Zusammenarbeit mit den Hochschulen. Es laufen bereits vier Projekte aus dem ETH-Bereich, wie die Zeitung unter Berufung auf das Bundesamt für Rüstung Armasuisse schrieb. Man versuche, Methoden und Geräte zur Drohnenerkennung zu entwickeln, die möglichst klein und vor allem günstig seien, wurde Roland Siegwart, Robotikprofessor an der ETH Zürich, zitiert. Dabei spielten Kameras eine Rolle, Wärmebildaufnahmen oder Radar. Die Projekte seien mit Laufzeiten zwischen 12 und 18 Monaten angelegt und würden jeweils bis zu einer Viertelmillion Franken kosten, zitierte die «NZZ am Sonntag» Armasuisse. Weitere Projekte dürften demnach folgen.
Drohnenverkehr in der Schweiz soll verschärft werden
Die Direktorin des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL), Francine Zimmermann, will laut «SonntagsBlick» den Drohnenverkehr in der Schweiz verschärfen. Alle Luftraumnutzenden sollen digital sichtbar werden, um die Sicherheit im Luftraum zu erhöhen, wie sie der Zeitung sagte. Ziel sei es, mögliche Sicherheitsrisiken frühzeitig zu erkennen. Zimmermann räumte jedoch ein, dass das Vorhaben nur bei kooperativen Beteiligten wirke. «Wer eine Drohne bewusst böswillig einsetzen will, lässt sich von Regeln nicht aufhalten», sagte sie. Zudem seien die Zuständigkeiten nicht klar geregelt, wenn eine verdächtige Drohne auftauche. Es sei unklar, welche Behörde für Abwehrmassnahmen zuständig sei. Diese Frage werde derzeit im Rahmen einer interdepartementalen Arbeitsgruppe des Bundes geklärt.
Zu viel bezahlte AHV- und IV-Leistungen ins Ausland
Die AHV und IV haben nach Angaben der «SonntagsZeitung» fast 40 Millionen Franken zu viel an Leistungen ins Ausland bezahlt. Das teilte die Zentrale Ausgleichsstelle auf Anfrage der Zeitung mit. Der von den Versicherten noch zu zahlende Restbetrag belief sich demnach Ende März auf 17 Millionen Franken. In vielen Ländern sei es fast unmöglich, zu viel ausbezahltes Geld wieder einzutreiben. Fast 300'000 Franken galten laut der Zeitung als «uneinbringlich». Jährlich fliessen demnach rund eine Million AHV- und IV-Renten im Gesamtwert von acht Milliarden Franken ins Ausland. Zu viel Geld könne etwa überwiesen werden, wenn sich die persönlichen Verhältnisse der Bezügerinnen und Bezüger verändern und dies nicht oder verspätet gemeldet werde, schrieb die Zeitung.
Unzulängliche Ausbildung der Sicherheitsbeamten von Regionalflughäfen
Die anderen Schengen-Staaten verlangen von der Schweiz gemäss der «NZZ am Sonntag» ein einheitlicheres, landesweites Ausbildungssystem für Sicherheitskontrollen an Regionalflughäfen. Die Forderung sei das Ergebnis einer Routineinspektion, schrieb die Zeitung. Hintergrund ist, dass über die Regionalflughäfen Einreisen in den Schengen-Raum möglich seien. Das Staatssekretariat für Migration sprach in der «NZZ am Sonntag» von einem «Risiko einer Grenzkontrolle unterschiedlicher Qualitätsklassen». Die Zeitung schrieb von einem starken Gefälle bei der Ausbildung der zuständigen Beamten je nach Kanton. Nach Angaben des Bundes entsprächen einzig die Ausbildungen der Kantonspolizei Zürich und des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit den EU-Mindeststandards. Laut des Artikels wollte der Bund in der Sache aktiv werden, scheiterte bisher aber am Widerstand der Kantone.
Bund gibt Standort für Generalkonsulat und Swissnex in San Francisco auf
Der Bund hat laut der «SonntagsZeitung» seinen prestigeträchtigen Standort für das Generalkonsulat und Swissnex in San Francisco aufgegeben. Eine Investition von 8.8 Millionen Franken ging in den Umbau des Gebäudes verloren, wie die Zeitung schrieb. Die Vermieterin des bisherigen Standorts am Pier 17 forderte eine Anhebung des jährlichen Mietzinses von 1.5 auf 2 Millionen Franken, wie das Bundesamt für Bauten und Logistik der Zeitung mitteilte. Der Bund habe den Mietvertrag daraufhin beendet. Die Schweiz hatte gemäss der «SonntagsZeitung» im Jahr 2016 rund 8.8 Millionen Franken in den Umbau der Liegenschaft investiert. Im Mietvertrag fehle eine Klausel zur Rückerstattung solcher Investitionskosten. Der Bund spreche dennoch von einem Investment, das sich gelohnt habe. Investitionen in die Bereitstellung von Mietflächen seien im Immobilienbereich üblich.
Anzeige wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung
Die Eltern eines verstorbenen 14-Jährigen haben nach Informationen der «SonntagsZeitung» gegen mehrere Ärzte Anzeige wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung und Urkundenfälschung erstattet. Die Mutter habe den Teenager Ende März 2023 in die Notaufnahme des Kantonsspitals Baden (KSB) gebracht, wie die Zeitung schrieb. Dort habe man eine Grippe festgestellt und ihn wieder nach Hause geschickt. Gut zwei Stunden später sei er per Ambulanz noch einmal ins KSB gebracht und von dort auf die Intensivstation des Kinderspitals Zürich verlegt worden. Im Verlegungsbericht sei der Verdacht auf Sepsis, eine Blutvergiftung, erwähnt. Vier Tage später sei der 14-Jährige gestorben. Im Austrittsbericht zur ersten Notfallkonsultation seien die Symptome, die für eine Sepsis sprachen, abgemildert worden. Insgesamt gebe es 18 Versionen des Berichts. Für die Ärzte des Kantonsspitals Baden gilt die Unschuldsvermutung. Sie wollten laut der Zeitung keine Stellung nehmen und verwiesen auf das laufende Verfahren.
Bergführerverband passt Ausbildung an
Der Bergführerverband hat laut der «NZZ am Sonntag» wegen der steigenden Temperaturen die Ausbildung angepasst. «Es geht darum, die Bergführer fit zu machen für den Umgang mit den klimawandelbedingten Risiken», wurde Präsidentin Rita Christen in der Zeitung zitiert. Ein besonderes Problem ist gemäss der Zeitung, dass die Gefahr von Steinschlag zunimmt. Beispielsweise sei das Matterhorn gegenwärtig praktisch eisfrei. Darum verzichteten die Zermatter Bergführer nach mehreren Beinahe-Unfällen darauf, neue Gäste auf den Berg zu führen. Von Routensperrungen halte Christen wenig. Bisher sei man mit dem Prinzip Eigenverantwortung gut gefahren.
Andri Tuor soll Weihbischof des Bistums Chur werden
Der frühere Engelberger Schulleiter Pater Andri Tuor soll nach Informationen von «SonntagsBlick» Weihbischof des Bistums Chur werden. Das Bistum verwies auf das päpstliche Geheimnis und äusserte sich nicht zur Personalie, wie die Zeitung schrieb. Die offizielle Ernennung erfolge durch Papst Leo XIV. An den als reformoffen bekannten Weihbischof richteten sich mehrere Erwartungen: Er dürfte das katholische Bildungswesen stärken und neue Impulse für den Religionsunterricht setzen, wie «SonntagsBlick» schrieb. Tuor stehe ausserdem für einen offenen, synodalen Stil. Er könnte zudem im Umgang mit Missbrauchsfällen Akzente setzen und die Aufarbeitung in Klöstern vorantreiben, schrieb die Zeitung im Hinblick auf eine nächste Studie der Universität Zürich, die im Januar 2027 erscheine.
(sda)
