Schweiz
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HANDOUT - Die mechanische Rotor-Chiffriermaschine CX-52 IMG wurde ab 1952 durch den schwedischen Erfinder und Unternehmer Boris Hagelin von seiner im selben Jahr in der Schweiz gegruendeten Crypto AG hergestellt. CIA und BND haben mit Geraeten von Crypto ueber Jahrzehnte hinweg andere Staaten ausspioniert, wie das SRF am Dienstag, 10. Februar 2020 mitteilte. Die Zuger Firma verkaufte Chiffriergeraete zur Verschluesselung geheimer Kommunikation. Diese hatten offenbar eine

Die Maschinen der Crypto AG sorgen in der Schweiz für Aufregung. Im Ausland weniger. Bild: RAMA/Lizenz Cc-by-sa-2.0-fr

Analyse

Wie verlogen ist die Neutralität der Schweiz? Oder unser Umgang mit ihr?

Die Cryptoleaks-Affäre erschüttert das Image der Schweizer Neutralität. Sie gilt als nahezu unantastbares Staatsdogma, dabei war ihre Anwendung stets ausgesprochen biegsam.



Als ein Sportler aus der damaligen DDR in den 1970er Jahren an einem bedeutenden Wettkampf in der Schweiz teilnehmen wollte, durfte – oder musste – er im Vorfeld einen Vortrag halten mit dem Titel «Die verlogene Neutralität der kapitalistischen Schweiz». Nach der Ankunft im Westen setzte er sich ab in die BRD – zu gross waren die Verlockungen von Freiheit und Kapitalismus.

Um wen es sich handelte und um welche Sportart, weiss ich beim besten Willen nicht mehr. Aber der Titel des Vortrags ist mir in lebhafter Erinnerung. Denn «verlogene Neutralität» zielt ins Selbstverständnis unseres Landes. In der Schweiz ist kaum etwas so tief verankert wie die Neutralität. 96 Prozent der Stimmberechtigten befürworten sie in der ETH-Sicherheitsstudie 2019.

Ein Bild von Bruder Klaus im Wohnhaus des Bruder Klaus vor der Gedenkfeier 600 Jahre Niklaus von Fluee am Samstag, 19. August 2017, in Flueeli-Ranft. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Niklaus von Flüe gilt als «Vater» der Neutralität, vielleicht zu Unrecht. Bild: KEYSTONE

Die Maxime «Mischt Euch nicht in fremde Händel!» ist zu einem Dogma der Schweizer Politik geworden. Zugeschrieben wird sie unserem Nationalheiligen Niklaus von Flüe. Ob er sie formuliert hat, ist umstritten. Sie wurde ihm erst nach seinem Tod 1487 zugeschrieben. Ihre Nachwirkung aber ist enorm. Die Schweiz soll humanitäre Hilfe und «gute Dienste» anbieten, mehr aber nicht.

Schweiz gehörte zum Westen

In der Realpolitik aber hat die Schweiz ihre Neutralität stets biegsam interpretiert. Der Titel des besagten Vortrags war in erster Linie Ostblock-Propaganda, doch aus dieser Perspektive war die Neutralität tatsächlich «verlogen». In den Manövern und Übungen der Schweizer Armee war der Feind stets rot, er kam aus dem Osten und griff mit MiG-Kampfflugzeugen und T-72-Panzern an.

Neutralitätspolitisch «korrekte» Szenarien, in denen der Angreifer aus dem Westen gekommen wäre, wurden während des Kalten Kriegs nicht in Erwägung gezogen. Die Schweiz war nicht Mitglied der NATO, dennoch gehörte sie auch militärisch und geheimdienstlich zum Westen.

Daran erinnert die Affäre um die Zuger Firma Crypto AG, die sich im Besitz des deutschen BND und der amerikanischen CIA befand und unter dem Deckmantel der schweizerischen Neutralität manipulierte Chiffriermaschinen an mehr als 100 Länder verkauft hat. Letzte Woche wurde das ganze Ausmass der nicht ganz neuen Geschichte unter dem Namen Cryptoleaks publik gemacht.

So hörte die CIA über eine Schweizer Firma 100 Staaten ab

An der Recherche beteiligt war neben ZDF und «Washington Post» auch die SRF-«Rundschau». Doch während das Interesse im Ausland relativ rasch verebbte und man sich allenfalls für die gelungene Spionageaktion auf die Schulter klopfte, herrscht in der Schweiz helle Aufregung. Denn Cryptoleaks erschüttert einmal mehr unser Verständnis von Neutralität.

Angewiesen auf BND und CIA

Nun wird hektisch nach Verantwortlichen gesucht: Welcher Bundesrat war informiert? Dabei ist diese Frage eigentlich zweitrangig. Entscheidend ist, dass die offizielle Schweiz über diesen Neutralitätsbruch vermutlich Bescheid gewusst hat – zu viele Indizien sprechen dafür. Und dass sie ihn in Kauf nahm, weil sie auf die Zusammenarbeit mit BND und CIA angewiesen war.

«Die Schweiz kann ohne fremde Länder kaum Geheiminformationen beschaffen. Wie auch? Wir führen keine militärischen Operationen im Ausland, wir haben keine Spionagesatelliten im All, und Leute wie James Bond werden bei uns auch nicht ausgebildet», sagte der Historiker Sacha Zala im Interview mit der «Schweiz am Wochenende». Da schaut man besser nicht zu genau hin.

Die Obersten-Affäre

Letztlich kristallisiert sich hier das Dilemma der Schweiz heraus. Sie ist kein beliebiger Kleinstaat, sondern hat zahlreiche internationale Interessen, politische und vor allem wirtschaftliche. Diese können schnell mit der Neutralität kollidieren. Nicht selten wird sie mutwillig verletzt, sei es zum Selbstschutz oder aus rein ideologischen Gründen. Beispiele dafür gibt es einige.

Friedrich Moritz von Wattenwyl, einer der beiden Protagonisten in der Obersten-Affäre im Ersten Weltkrieg

Friedrich Moritz von Wattenwyl, einer der beiden Protagonisten in der Obersten-Affäre. bild: Bundesarchiv

Im Ersten Weltkrieg war die Schweiz offiziell neutral. Die Armeeführung um General Ulrich Wille sympathisierte jedoch offen mit den Deutschen. Dies führte zur «Obersten-Affäre». Zwei hohe Offiziere im militärischen Nachrichtendienst reichten ihre Erkenntnisse systematisch an die deutschen und österreichischen Militärattachés weiter. Sie wurden mit 20 Tagen Arrest «bestraft».

Kollaboration mit den Nazis

Noch weiter ging die Schweiz im Zweiten Weltkrieg. Sie bemühte sich um ein gutes Einvernehmen mit den Nazis, etwa indem sie den Eisenbahntunnel durch den Gotthard für Materialtransporte zwischen Deutschland und Italien offen hielt. Die Nationalbank kaufte zudem in den besetzten Ländern geraubtes Gold und verschaffte dem Nazi-Regime dadurch dringend benötigte Devisen.

Die Schweiz handelte aus Selbstschutz, doch nach dem Krieg verwedelte sie die Kollaboration, indem sie den Aktivdienst und das Réduit überhöhte. Im Kalten Krieg kam sie damit durch, nach dessen Ende fiel der Hammer mit der Affäre um die Konten von Holocaust-Opfern dafür umso härter. Die Schweiz sah sich gezwungen, ihre Weltkriegs-Vergangenheit aufzuarbeiten.

Sympathien mit der Apartheid

Ein weiteres, besonders trübes Beispiel für die «flexible» Anwendung der Neutralität war der Umgang der Schweiz mit dem Apartheid-Regime in Südafrika. Als der schwarze Freiheitsheld Nelson Mandela wenige Monate nach seiner Freilassung vor 30 Jahren die Schweiz besuchte, dankte er ihr an einer Medienkonferenz für die Einhaltung der Sanktionen gegen das Land.

Nelson Mandela, links, wird bei seinem Besuch in der Schweiz am 9. Juni 1990 in Bern von Bundesrat Rene Felber, rechts, zu einem Gespraech empfangen. (KEYSTONE/Str)

Nelson Mandela traf im Juni 1990 den damaligen Aussenminister René Felber. Bild: KEYSTONE

Die Reaktion war betretenes Schweigen. Die Schweiz hatte zwar 1963 ein – sehr löchriges – Waffenembargo gegen Südafrika verhängt. Die von der UNO verhängten Sanktionen aber hielt sie nie ein. Sie konnte sich damit herausreden, dass sie damals noch kein UNO-Mitglied war. Weite Teile der bürgerlichen Schweiz aber sympathisierten heimlich bis offen mit den Rassisten am Kap.

Eiertanz wegen Russland-Sanktionen

Die Neutralität diente ihnen als perfekter Schutzschild, um weiterhin Geschäfte mit Südafrika zu machen. «Handel war wichtiger als Menschenrechte», lautete das Fazit einer 2005 veröffentlichten Studie des Nationalfonds. Aus Angst vor Sammelklagen von Apartheid-Opfern in den USA verlängerte der Bundesrat 2003 die Sperrfrist für die entsprechenden Akten. 2014 hob er sie auf.

Heutzutage ist es für die Schweiz immer schwieriger, sich hinter der Neutralität zu «verstecken». Das zeigt der Eiertanz um die Sanktionen von EU und USA gegen Russland nach der Annexion der ukrainischen Krim 2014. Der Bundesrat schloss sich nicht an, ergriff jedoch Massnahmen, damit die Sanktionen «nicht über das schweizerische Staatsgebiet umgangen werden können».

USA machen Druck wegen China

«Wenn draussen ein rauer Wind weht, zieht sich die Schweiz in ihre geliebte Kuschel-Neutralität zurück. Das Verständnis dafür aber nimmt in der Welt rapide ab. Als wirtschaftlich hoch globalisiertes und vernetztes Land kann sie sich politisch nicht einfach unsichtbar machen», schrieb ich vor sechs Jahren. Tatsächlich wurde die Schweiz für ihre Haltung teilweise kritisiert.

Weitere Konflikte sind absehbar, zum Beispiel im Umgang mit China. Die USA fahren gegenüber Peking eine immer härtere Gangart. Das zeigten die Auftritte von Aussenminister Mike Pompeo und Oppositionsführerin Nancy Pelosi an der Münchner Sicherheitskonferenz am Wochenende. Im Visier haben sie nicht zuletzt den Telekomriesen Huawei, der in Europa am Aufbau des 5G-Netzes beteiligt ist.

Von Norwegen überholt

Selbst enge Verbündete wie Grossbritannien geraten deshalb unter Druck aus Washington. In der Schweiz ist Huawei ebenfalls aktiv. Einmal mehr aber zieht der Bundesrat den Kopf ein und hofft, das Gewitter möge irgendwie an uns vorüberziehen. Doch die Schweiz hat ihre wirtschaftlichen Beziehungen mit China stark ausgebaut. Das könnte irgendwann zum Bumerang werden.

U.S. Secretary of State Mike Pompeo addresses the audience during the 56th Munich Security Conference (MSC) in Munich, southern Germany, Saturday, Feb. 15, 2020. (Andrew Caballero-Reynolds/Pool Photo via AP)

Mike Pompeo warnte an der Münchner Sicherheitskonferenz vor China. Bild: AP

«Der Neutralitätsbegriff ist heute für mich so leer wie noch nie», sagte der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves 2014 als Reaktion auf die Nicht-Sanktionen der Schweiz gegen Russland. Selbst ihre «guten Dienste» sind weniger gefragt. Als internationale Vermittlerin hat ihr Norwegen den Rang abgelaufen. Die Skandinavier sind Mitglied der NATO seit ihrer Gründung 1949.

Ein international so stark vernetztes Land wie die Schweiz kann gar nicht «neutral» sein. Es ist Zeit, dass wir uns dieser unbequemen Wahrheit stellen – so innig wir die Neutralität auch lieben. Wir müssen sie nicht abschaffen, aber uns von ihrer dogmatischen Überhöhung lösen. Dann können wir mit Enthüllungen wie Cryptoleaks gelassener umgehen. Sie sind part of the game.

Der in gewissen hysterischen Medienkommentaren heraufbeschworene Imageschaden für die Schweiz hält sich ohnehin in Grenzen. Denn selbst jene Länder, die bei Crypto im Vertrauen auf die Neutralität eingekauft haben, wissen genau, wie der geheimdienstliche Hase läuft.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 19.02.2020 05:46
    Highlight Highlight So geht das Image der Schweiz als neutrales Land nach und nach bachab! Auch unser Kniefall vor Forderungen der EU weicht unsere Neutralität weiter auf. Als nächstes sollten allfällige "geheime" Beziehungen zur NATO untersucht werden.
  • Augur81 18.02.2020 22:02
    Highlight Highlight Neutralität heisst vor allem einmal, dass man in einem Konflikt nicht eine Seite bevorzugt behandelt, sondern eben "ne uter, d.h. keinem von beiden" angehört. Wenn wir heute über die Neutralität diskutieren, dann vermischen wir rechtliche, politische und moralische Aspekte. Im Zweiten Weltkrieg hat die Schweiz zum Missfallen von Deutschland Uhrenwerke (für Bomben) an die Alliierten geliefert; im Kalten Krieg hat die Schweiz zwar den Feind aus dem Osten erwartet, aber die Sanktionen des Westens gegen die DDR und andere Ostblockstaaten nicht mitgetragen. Auch gehörte sie der NATO nicht an.
  • André Izneuk 18.02.2020 12:00
    Highlight Highlight Wie viele Jahre habe ich als Soldat in den WKs auf den Angriff der Sowjets gewartet... Ja, Neutralität hat es nicht gegeben... Alle Offiziere waren damals Kader von Banken und anderen Firmen... In der RS gab es einen Feind: uns Rekruten wurde damals, 1977, vom Kadi gesagt, wir könnten allenfalls im Jura eingesetzt werden...
  • PaLve! 18.02.2020 10:16
    Highlight Highlight Handel treiben um dabei Vorteile zu erlangen ist gut, sonst können wir Wohlstand vergessen.
    Die Grenzen liegen jedoch bei Unterstützung im Militär oder Geheimdienst Bereich.
  • Weisser Mann 18.02.2020 08:58
    Highlight Highlight "Doch während das Interesse im Ausland relativ rasch verebbte und man sich allenfalls für die gelungene Spionageaktion auf die Schulter klopfte, herrscht in der Schweiz helle Aufregung. "

    Dieser Satz sagt eigentlich schon alles. Kein Land, ausser die Schweiz, glaubt noch an unsere Neutralität.

    Man könnte diese leere Floskel mittlerweile endlich in den Ruhestand schicken.
  • Der Rückbauer 18.02.2020 07:26
    Highlight Highlight Bezug zur Gegenwart? Ein Ladenhüter!
    Gegenwart: Assange, Merkel's NSA-Handy, Morde an Russen, Kettensäge der Saudis usw.
    Alles ein Drecksgeschäft. Geheimdienste heissen nicht nur so, sie sind auch geheim. Da gibt es keine Politik, keine Demokratie, keine Verträge, da gibt es nur eines: Interessen des Mächtigeren.
    Also, bleiben wir realistisch.
  • Antinatalist 18.02.2020 03:14
    Highlight Highlight "Wie verlogen ist die Neutralität der Schweiz?"

    Man hätte sich die Arbeit ja ersparen können und und es direkt auf den Punkt bringen: Zu 100%. Die Schweiz ist schliesslich die weltbekannte Erfinderin von "hineume".
  • Stamix 18.02.2020 01:25
    Highlight Highlight Strategie, nicht Gesinnung...
  • Bruno Wüthrich 18.02.2020 00:37
    Highlight Highlight Die Schweiz ist ohne Frage ein Erfolgsmodell. Unsere "Anständigkeit" ist jedoch dabei eher oberflächlich geblieben. Gelegentilch ist uns das, was unter der Oberfläche nicht ganz anständig war, dann auch um die Ohren geflogen. Aber irgendwie sind wir trotzdem immer glimpflich davon gekommen.

    Ich finde, dass wir durchaus noch etwas an unserer Anständigkeit arbeiten könnten, und uns dabei sogar etwas unter die Oberfläche wagen könnten.
    • rodolofo 18.02.2020 07:20
      Highlight Highlight In diesem Zusammenhang zitiere ich immer wieder gerne einen Süditaliener, der einmal zu mir sagte: "Beie unsse inne Kalabrie die Mafia tötet mite Pistole. Inne Schweize, die Manne vonne die Banke töte mite Kugelschreiber..."
      (Begleitet von einer zur Aussage passenden Gestik)
  • Donalf 17.02.2020 23:38
    Highlight Highlight Der Begriff "neutral sein" hängt von so vielen Faktoren, Ergnissen politischer und ökonomischer Art, dass man jedesmal eine umfangreiche Recherche machen müsste um das Wort Neutralität zu verwenden. Also sollten wir es nicht so stark strapazieren.
  • P. Meier 17.02.2020 21:59
    Highlight Highlight Eigentlich recht guter Artikel. Neben der Zusammenarbeit mit den Achsenmächten dürfte aber auch die gemeinsamen Aktionen mit den Allierten erwähnt werden. Z. B. die Aufklärung gegen die V1/V2 oder diverse getarnte Lieferungen von Kriegsmaterial.
  • Fusarelli 17.02.2020 21:28
    Highlight Highlight Wie sagte es Klaus Schädelin, der alte Pfarrer des Berner Münsters so treffend:
    «Das Mittelmass ist das Mass der Schweiz» Dem scheint auch heute noch so zu sein.
  • rönsger 17.02.2020 20:22
    Highlight Highlight Auch wenn die Diskussion um die Neutralität im Moment für viel Stirnrunzeln sorgt und von den meisten als überholt, weil ausgehölt, betrachtet wird, so sei doch gesagt, dass die Wahrung der Neutralität immerhin eine Aufgabe darstellt, die unsere Bundesverfassung vorgibt: Art. 173 BV: "Sie [die Bundesversammlung] trifft Massnahmen zur Wahrung der äusseren Sicherheit, der Unabhängigkeit und der Neutralität der Schweiz." Zu diskutieren ist somit, ob dieser Satz gilt oder nicht. Falls Ja, haben wohl einige Leute wegen Crypto ein Problem. Falls Nein, dann schleunigst streichen; wäre ehrlicher.
  • landre 17.02.2020 19:45
    Highlight Highlight Wäre Schweiz per Definition neutral, so wäre sie in jeglichem "Wörterbuch" als Synonym unter Neutralität gelistet.

    "Enzyklopädien" schreiben hingegen seit eh und je eher von "Schweizer Neutralität"...
  • Sünneli31 17.02.2020 19:10
    Highlight Highlight Danke für diesen unaufgeregten und realistischen Bericht. Endlich jemand der es auf den Punkt bringt. Bitte dringend an Balthasar Glättli weiterleiten...
    • rodolofo 17.02.2020 20:44
      Highlight Highlight Wenn Du es normal findest, dass in der Politik und in der Regierung nichts als gelogen wird, dann musst Du Dich ja nicht aufregen!
      Aber wer sich mit diese ständigen Lügerei immer noch nicht abgefunden hat und sich immer noch aufregen kann, ist vielleicht auch noch eher am leben!
      Aber ich verstehe natürlich Dein routiniertes und resignatives Schulterzucken als mittlerer Durchschnittsbürger:
      "De Glättli isch aber gar kein Glatte!
      Dää isch ufem Glattiis fo de Schwiizer Noitralitäät und rutschd nöd emaol uus!"
    • Fisherman 17.02.2020 21:20
      Highlight Highlight Ich würde ihn eher an Blocher, Gössi und Pfister weiterleiten. Die interpretieren doch die Neutralität so flexibel.
  • Zahlenheini 17.02.2020 19:01
    Highlight Highlight Personen ausserhalb der Landesgrenzen nehmen den ideologisch aufgeladenen Neutralismus nicht wirklich ernst. Die Neutralität hingegen schon. Das mag erklären, warum die Reaktionen im Ausland so nüchtern sind und bei uns eine Debatte um die Identität entfacht. Kleinreden à la Markwalder ist naiv, politisches Ausschlachten à la Glättli dagegen opportunistisch.
  • Ridcully 17.02.2020 18:47
    Highlight Highlight Toomas Hendrik Ilves muss es ja wissen, ist er ja selber der verlängerte Arm der USA im Baltikum...
  • Pabloes 17.02.2020 18:45
    Highlight Highlight Die schweiz ist im prinzip ein verwöhnter reicher bengel der sich eigentlich korrekt verhällt aber trotzdem viel scheisse baut.
    Zu vergleichen mit grossfirmen wie amazon.. nur wird bei amazon alles schlechte sofort an den pranger gestellt
  • felixJongleur 17.02.2020 18:40
    Highlight Highlight Wer genau überhöht denn unsere Neutralität überhaupt noch heutzutage? Der breite Konsens entspricht doch mittlerweile eher der Meinung des Autors? Auf jeden Fall gut, gibt es diese Artikel gegen die Selbstgefälligkeit und für einen kritischen Blick auf unsere Abhängigkeiten. Ich mag meine Heimat trotzdem, im Gegensatz manch anderen hier drin.
  • Dani B. 17.02.2020 18:39
    Highlight Highlight Der Schweiz wurde die Neutralität verordnet von Frankreich, Deutschland und dem Zarischen Russland (Wiener Kongress 1815). Die Neutralität ist keine CH-Idee. Der Rest ist Opportunismus.
    • Augur81 18.02.2020 22:04
      Highlight Highlight Die Schweiz ist immer so stark neutral, wie es die Grossmächte der Schweiz zugestehen. Neutralität ist per definitionem ein Laviiieren zwischen zwei (Konflikt-)Parteien.
  • Jol Bear 17.02.2020 18:37
    Highlight Highlight Neutralität wurde eher im Sinn eines Selbstschutzes interpretiert. Als militärischer Zwerg, chancenlos gegen Grossmächte. Den Spagat versuchen, mit allen einigermassen versuchen, auszukommen und selber keinen Schaden zu nehmen ohne die eigene direkt-demokratische Identität aufzugeben. Solches Lavieren erscheint zunächst zweifelhaft, aber unter dem Strich wurde die Bevölkerung von manchem Leid grosser Kriege verschont. Aussenpolitik ist immer eigene Interessenvertretung, gilt für alle Länder. Die CH-Umsetzung von „Neutralität“ ist so gesehen, mit Abstrichen trotzdem einigermassen gelungen.
  • Alteresel 17.02.2020 18:21
    Highlight Highlight Herr Blunschi, ich glaube, die Empörung in einem Teil der Presse und in einem Teil des Volkes dreht sich nicht um diese Schlapphüte, denn ja, auch wir können uns in etwa vorstellen, wie der Geheimdiensthase läuft. Empörung ruft die unglaubliche Verlogenheit der Politiker hervor. „Ich mag mich nicht erinnern“, „ich habe das vergessen“ etc. das nacht die Empörung. Villiger dürfte längst nich der einzige BR sein, der davon wusste, sie hätten, besonders im Militärdepartement, ihren Job sehr schlecht gemacht, hätten die Herren Vorsteher nichts gewusst.
    • Augur81 18.02.2020 22:07
      Highlight Highlight Es ist aber auch nicht jedermanns Sache, sich nach fast 30 Jahren noch an jedes Detail zu erinnern. Die Frage war ja nicht, ob sie je etwas von Crypto AG gehört hätten, sonder, ob sie wussten, dass sie der CIA gehörte. Ich bezweifle sehr, dass die Bundesräte dies gewusst haben. Im besten Fall gab es Vermutungen, das reicht aber noch nicht als Beweis.
  • fools garden 17.02.2020 18:15
    Highlight Highlight Für mich etwas bittere Erkenntnis, aber ganz guter Artikel.
  • ChiliForever 17.02.2020 18:14
    Highlight Highlight Na ja, Neutralität bedeutet manchmal auch, daß man alle anderen Staaten ein bißchen schmutzige Spionagearbeit auf dem eigenen Territorium mach läßt. Das klingt zwar nach schlechtem Krimi, ist aber so.
    Die Schweiz ist ein kleines Land mit 8,5Mio Einwohnern. Das politische Gewicht ist international dann ein Witz (Grüße auch an 60 Mio jetzt eigenständige Briten...). Da bedeutet Neutralität auch mal einfach wegzuschauen.

    Das mag alles doof sein, ist aber leider so. Und da bekommt die Schweiz ganz gut hin.

    Und , ja, das ist auch eine Menge Opportunismus.
  • Eiswalzer 17.02.2020 18:11
    Highlight Highlight Als ob das irgendwas Neues wäre... Absolute Neutralität ist niemals möglich, irgendwie und irgendwann nimmt man aber immer Stellung und eine Position ein. Das war immer schon klar.
    Und es war auch für jeden offensichtlich, dass die Schweiz in Sachen Wirtschaft und Geld oft nicht genau hingeschaut hat. In solcher Hinsicht ist eben eine neutrale Haltung sehr wohl auch Position zu beziehen. Aus meiner Sicht ist eine absolute Neutralität gar nicht möglich, ohne dass sie sich selbst pervertiert.
  • Uglyman 17.02.2020 18:05
    Highlight Highlight Stellt euch vor, die Minerva Papiere erweisen sich als die neuen Hitlertagebücher!
  • Dong 17.02.2020 17:46
    Highlight Highlight Wir können und dürfen stolz sein auf das Bisschen Neutralität, das wir tatsächlich leben!
    Es wäre aber vermessen zu glauben, bspw. ein Bundesrat Villiger hätte bei der Geschichte viel Handlungsfreiheit gehabt.
  • bullygoal45 17.02.2020 17:31
    Highlight Highlight Nennt die Neutralität wie ihr es wollt. Eine Neutralität wie es im Lehrbuch steht, gibt es nicht.

    Es gibt nur Menschen mit Verantwortung im Land, die gute oder schlechte Entscheidungen fällten. An denen sollte man sie messen.

    „Sie bemühte sich um ein gutes Einvernehmen mit den Nazis.“

    Vielleicht eine schlechte Entscheidung, vielleicht eine gute. Wer weiss schon was sonst passiert wäre. Das ist Politik.
    • Augur81 18.02.2020 22:09
      Highlight Highlight Richtig, es ist immer bequem, im Nachhinein und im Wissen um den Ausgang der Geschichte die Verantwortlichen zu kritisieren.
  • Hipster mit Leggins 17.02.2020 17:29
    Highlight Highlight Erstens war die Schweiz im Klten Krieg tatsächlich bedroht (das kann man zum Beispiel in den Plänen der deutschen Volksarmee nachlesen. In zwei Wochen wollte diese zusammen mit den Warschauer-Pakt-Verbündeten bis nach Spanien durchstossen unter Einsatz taktischer Atomwaffen auch in der neutralen Schweiz). Und wer einem privatwirtschaftlichen Unternehmen im Westen eine Krypto-Technik abkauft, um diese für staatliche Geheimnisse zu verwenden, ist schon etwas naiv. Das ist wie ein chinesisches Handy mit Google-Software zu kaufen und glauben, man werde nicht ausspioniert.
  • Tanit 17.02.2020 17:26
    Highlight Highlight Neutral wären wir wenn Assange oder Snowden Asyl in der Schweiz erhielten, oder auch wenn wir mal einen russischen Kampfflieger kaufen würden, alles andere BlaBla, das eigentlich niemand mehr interressiert!
    • Augur81 18.02.2020 22:11
      Highlight Highlight Nein, sie verwechseln da etwas. Wenn wir Snowden oder Assange Asyl gewähren würden, dann würden wir klar Positionen GEGEN jemanden beziehen. Das aber ist gerade nicht die Aufgabe der Neutralität. Es bringt auch nichts, einen russischen Flieger zu kaufen, weil er nicht mit den übrigen Systemen kompatibel wäre.
  • Widmer 17.02.2020 17:25
    Highlight Highlight Ich finde es eine absurde Diskussion. Wie Behörden und Bevölkerung die Neutralität empfinden ist das eine, das andere ist, wie andere Staaten die Schweiz beurteilen. Die vielen Dienste, die viele andere Staaten von der Schweiz in Anspruch nehmen, ist Beweis genug, dass unser Land als neutral und als geeignet beurteilt wird, in schwierigen Konflikten zu vermitteln. Die Schweiz hat nie bestritten, dass ihr die westlichen Staaten näher liegen als andere Bündnisse. Das hat die guten Dienste nie in Frage gestellt. Also, was soll diese Diskussionen.
  • Heinrich Jäggi 17.02.2020 17:21
    Highlight Highlight Fakt ist, dass die Schweiz als kleines Land angewiesen ist auf die westlichen Länder, was die wahren Schuldigen, den BND von Deutschland und die CIA der USA eiskalt ausgenutzt haben als Besitzer der Crypto AG! Auf diese beiden Länder müsste man auch einmal mehr mit dem Finger zeigen!
  • Ra_Do 17.02.2020 17:20
    Highlight Highlight abgesehen von macht habern und bürden trägern, die ihre ideeologien auf jede erdenkliche art versuchen durchzusetzten, wird sich ein grossteil der durchschnittlichen befölkerung als mehrheitlich neutral einstufen.
  • x4253 17.02.2020 16:50
    Highlight Highlight Ich erinnere mich.. in den 00er Jahren während dem Füsseln ".. Meine Herren, heute nacht ist Feind, auf der Karte rot dargestellt, aus dem Osten mit Falschirmjägern im Gebiet Hongrin gelandet.."
    Rot und Osten war natürlich nur ein Zufall oder?
    ".. Meine Herren, Sie müssen lernen zu frieren, denn der Ivan kann das!"
    ah doch nicht..

    Wir sind schon irgendwie Neutral denn wir machen halt immer dort mit wo wir uns am meisten Vorteile versprechen.. dazu gehören auch eher krumme Geschäfte
    • Team Insomnia 17.02.2020 18:46
      Highlight Highlight Hauptsache Profit ist nun mal das Motto der Schweiz.

      Der kleinkarierte Durchschnitts Bünzli verkauft sein Grosi dem Teufel höchstpersönlich, wenn der Preis stimmt.
    • Augur81 18.02.2020 22:13
      Highlight Highlight Naja, wie erklären sie es sich, dass die Schweiz auf den Kriegsplänen der WAPA-Staaten immer als Zielland drauf ist, hingegen bei den NATO-Staaten als souveräner Staat respektiert wird? und dass die Sowjetunion generell gegen die liberale Demokratie im Westen und den Kapitalismus gewettert hat, trug viel dazu bei, dass wir den Gegner zu recht aus dem Osten und nicht aus dem Westen erwartet hatten.
    • x4253 19.02.2020 07:46
      Highlight Highlight @Augur
      Das mag bis in die frühen 90er ja so gewesen sein. In den 00er Jahren gab es keinen WAPA mehr.
  • Internetz 17.02.2020 16:48
    Highlight Highlight Die dirne europas
    • joevanbeeck 17.02.2020 18:17
      Highlight Highlight Noch so ein verklemmter Heimatmüder.
  • Triumvir 17.02.2020 16:39
    Highlight Highlight Die Schweiz war noch nie im eigentlichen völkerrechtlichen Sinne effektiv neutral. Denn wir gehören und gehörten schon immer sowohl politisch, als auch geographisch zum Westen. Wer jemals etwas anderes geglaubt hat, ist ziemlich naiv...
    • El Vals del Obrero 17.02.2020 17:15
      Highlight Highlight Ich weiss, das ist Tüpflischisserei, aber rein geografisch kann man eigenlich nicht vom "dem Westen" sprechen, da es keinen West- oder Ostpol gibt. An der Beringstrasse z.B. ist ja Russland im Westen und die USA im Osten.
  • Cédric Wermutstropfen 17.02.2020 16:32
    Highlight Highlight „Die Nationalbank kaufte zudem in den besetzten Ländern geraubtes Gold und verschaffte dem Nazi-Regime dadurch dringend benötigte Devisen.“

    Das tat sie aber auch für die Alliierten, denn auch diese waren auf den Schweizer Franken angewiesen. Schlussendlich waren in der Summe die Devisenverkäufe an die Alliierten sogar höher als an das Dritte Reich, wenn ich mich recht entsinne.

    Ich finde es daher komisch, wie einseitig bei diesem Aspekt die Geschichte beleuchtet wird.
    • Lowend 17.02.2020 17:07
      Highlight Highlight Der kleine, aber wichtige Unterschied besteht aber darin, dass es schon während dem WK II für viele Banker ersichtlich war, dass Nazideutschland nicht auf legalem Weg an das Gold gekommen ist, dass die Schweizer Banken ihnen aber trotzdem abkauften.

      Die Bergier-Kommission hat da sehr gute Arbeit geleistet und es besteht einfach ein krasser Unterschied, ob Banken als legale Händler oder als Hehler agieren.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Raubgold
    • buffettino 17.02.2020 17:49
      Highlight Highlight Ich war noch relativ jung zur Zeit des Berichts, aber soweit ich mich erinnern kann, wurde Bergier stark angefeindet. Das ist, zumindest für die heutige Generation, das eigentlich Schlimme, dass man nicht offen mit den Fehlern der Vergangeheit umgehen will.
    • Cédric Wermutstropfen 17.02.2020 17:56
      Highlight Highlight @Lowend: Genau auf diesem Bericht beruht auch mein Kommentar, ich habe das ganze Ding mal in der Zentralbibliothek gelesen, eine sehr empfehlenswerte Lektüre im Übrigen.

      Was Du aber nicht vergessen solltest ist, dass die Schweiz angewiesen war auf ausländische Produkte wie Nahrungsmittel oder Kohle, beides überlebenswichtig und da das Dritte Reich dringend auf Devisen und v.a. auf eine akzeptierte Währung wie den CHF angewiesen war, war das nun mal der Handel. Btw für die Schweiz waren die Finanztransaktionen während des 2. WK mit den Achsenmächten für sich alleine ein miserables Geschäft.
    Weitere Antworten anzeigen
  • häxxebäse 17.02.2020 16:29
    Highlight Highlight Wenns gäld git, denn simmer nid so neutral, susch aber scho, gäll.
    • El Vals del Obrero 17.02.2020 17:17
      Highlight Highlight Man könnte es auch umgekehrt betrachten: Gerade beim Geld sind wir neutral: Wir nehmen es von allen.
  • Auric 17.02.2020 16:23
    Highlight Highlight Ein Neutrales Land dürfte eigentlich keine Handelsbeziehungen mit anderen Ländern haben noch ausländisches Geld annehmen.

    So gesehen war die Neutralität immer nur eine opportunistische Angelegenheit
    • locogoa 17.02.2020 17:16
      Highlight Highlight Ich würde dir empfehlen mal die Definition von Neutralität zu googeln....
      Hat mit Handelsbeziehungen im generellen nichts aber auch gar nichts zu tun....
      Man mischt sich nicht in Konflikte anderer ein, und zwar Konflikte im militärischen Sinn...
      Sobald es um Waffenlieferung oder anderer evtl. kriegsbegünstigenden oder verlängernden Handel geht, sind Handelsbeziehungen problematisch.
      Aber deine Aussage dass ein neutrales Land keine Handelsbeziehungen haben dürfte ist einfach komplett falsch....
    • Ueli der Knecht 17.02.2020 20:30
      Highlight Highlight Du verstehst den Begriff falsch, Auric.

      Die Neutralität (und damit verbundenen Rechte und Pflichten) sind in den Haager Abkommen von 1907 völkerrechtlich definiert (im V. und XIII,).
      https://de.wikipedia.org/wiki/Haager_Abkommen

      Ursprünglich ging es darum, dass sich die Schweiz an keinerlei kriegerischen Konflikten mehr militärisch beteiligt, weder mit Söldner, noch mit Waffen, noch mit irgendeiner anderen militärischen Hilfestellung. Dafür gewährten die Sigermächte 1815 der Schweiz Souveränität und versprachen territoriale Unversehrtheit (nachdem die Schweiz einige Gebiete abtreten musste).
  • Ferd Blu 17.02.2020 16:05
    Highlight Highlight Was der damalige Estnische Präsident verlangte war allerdings nicht Neutralität sondern das man sich einfügt auf den Befehlen eines Blocks. Das als Beispiel von Neutralität zu erwähnen ist unlogisch. Es war nur die Westliche Welt die Russland sanktioniert hatte, nicht die gesamte Welt.
  • TanookiStormtrooper 17.02.2020 16:04
    Highlight Highlight Die Neutralität diente vor Allem dazu, mit jedem Geschäfte machen zu können. Ob Sowjetunion, das Apartheitsregime in Südafrika oder Saudi Arabien, wir sind "neutral" und verkaufen an jeden. Damit waren und sind wir grössere Kapitalisten als die Amis.
  • Who Cares 17.02.2020 16:02
    Highlight Highlight Der Artikel fasst es gut zusammen. Die Neutralität war immer ein bewährtes Mittel um den Interessen der Schweiz zu dienen aber eher selten um uneigennützig anderen zu helfen. Das ist seit Jahrzehnten die Strategie. Kann man jetzt gut finden oder nicht, ist aber so. Das dies auch funktioniert zeigt der Umstand, dass andere Länder den Cryptoleaks kaum Beachtung schenken.
    Intern wird jetzt je nach politischer Färbung, die Empörung medial aufgebauscht. Aber bei all dieser Hysterie frage ich mich echt ob all die Politiker jetzt tatsächlich entsetzt sind oder ob doch etwas Kalkül dahinter steht...
  • Ferd Blu 17.02.2020 15:59
    Highlight Highlight Wir waren und sind nur militärisch neutral, in anderen Belangen machen wir alles mit was die USA und ihrer NATO gefällt. Man unterstützt auch US/NATO Interessen, wenn man die hiesigen Medien mal ansieht. Die Medien Schweiz ist nicht anders von den pro US/NATO Medien. Die Schweiz ist Teil des Westblocks ohne das sie Soldaten schickt um für ihre Interessen zu kämpfen, Stichwort kämpfen denn wir haben einige AdAs in Auslandseinsätzen.
  • BlickvonAussen 17.02.2020 15:56
    Highlight Highlight In Sachen Schweizer Armee sehe ich schon Fortschritte bzw. Besserung. Immerhin sind heute die Klimaaktivisten die Feinde bzw . die Bedrohung. Das kann man auch nachvollziehen. Man nehme an: Diese Aktivisten schenken der Polizei bei einer Demo Blumen. Diese sind natürlich mit Pestiziden verseucht. Das ist versteckte chemische Kriegsführung.
    Die Schweizer Armee beweist Weitsicht. Da gibt es Leute, die denken können. BRAVO!!!
    • Fisherman 17.02.2020 21:42
      Highlight Highlight Sorry. Die Schweizer Armee und Leute die denken können - das sind totale Gegensätze.
  • Stefan Morgenthaler-Müller 17.02.2020 15:54
    Highlight Highlight Die Schweizer Neutralität ist etwas, das uns die Mächte am Wiener Kongresses 1814 gewährt haben, zusätzlich haben sie uns das Wallis geschenkt.

    Neutralität ist ein Standortvorteil. Wir haben Geschäfte gemacht, sei es damals in den Kolonien, wo man gut dastand, weil man selber kein Besatzer war oder mit Nazideutschland, denen man in den letzten Monaten des Krieges Kanonen geliefert hat, obwohl alle wussten, was für Verbrechen von den Nazis begannen wurden.

    Wir sind klein, aber eine ökonomische Macht. Man muss auch sagen,ohne wirtschaftliche Beziehungen zu anderen Ländern wären wir wohl arm.
    • Alteresel 17.02.2020 18:23
      Highlight Highlight Also Hauptsache Geschäft oder was?
    • Ueli der Knecht 17.02.2020 20:39
      Highlight Highlight "gewährt" ist nett gesagt. "Aufoktroyiert" ist passender. Es war ein Diktat.

      Die Schweiz verlor das Veltlin, Chiavenna, Bormio und Mülhausen.

      https://blog.nationalmuseum.ch/2019/07/wiener-kongress/

      Die Neutralität im Sinne der Haager Abkommen von 1907 ist die einzige Garantie für die schweizer Souveränität und ihre territoriale Unversehrtheit. Die schweizer Armee konnte die Schweiz noch nie in ihrer Gechichte wirksam schützen.

      Vernachlässig die Schweiz ihre Neutralitätspflichten, setzt sie dadurch nichts Geringeres als ihre Existenz auf Spiel.
  • what's on? 17.02.2020 15:50
    Highlight Highlight Boris Hagelin gründete die Crypto AG in der Schweiz wegen ihres international bekannten Rufs, dass sie es mit der Aufsicht über derartige Geschäfte nicht so genau nimmt. In Schweden hätte er dieses Business niemals aufbauen können. Der heutige Aktivismus in Schuldzuweisungen, wer wann was gewusst haben soll, ist an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten.
    • buffettino 17.02.2020 17:53
      Highlight Highlight Genau. Trotzdem braucht es schlicht und einfach eine lückenlose Aufklärung, keine plumpen Schuldzuweisungen, geschweige denn strafrechtliche Konsequenzen.
    • joevanbeeck 17.02.2020 18:13
      Highlight Highlight @what's on? Das neutrale Schweden verkauft sogar Kampfjets und Möbel das beim Zusammenschrauben schon so manches Opfer gefordert hat.
  • Cirrum 17.02.2020 15:45
    Highlight Highlight Stille Wasser sind tiiief.... wir haben kaum Bodenschätze oder ähnliches, mit dem wir unseren Reichtum erklären können.. da können nur krumme Geschäfte laufen.. aber mol , unser System ist das Beste.. gell
    • 044 508 39 39 het sie gseit 17.02.2020 16:05
      Highlight Highlight Ja, ist es. Oder anders gefragt: wo denkst du, ist besser?






      Hmm?
    • felixJongleur 17.02.2020 16:09
      Highlight Highlight Ja ich finde unser System recht gut, direkte Demokratie, innovative Wirtschaft etc. Was respektive welches System schwebt Cirrum den so vor? Gibt's da grad ein Land das sich besonders mit seiner Vorbildfunktion hervortut?
    • Whitchface 17.02.2020 16:32
      Highlight Highlight "...da können nur krumme Geschäfte laufen..." Mit dieser Aussage indizierst du, dass der Wohlstand der Schweiz einzig krummen Bankgeschäften geschuldet wäre. Das ist schlicht falsch. Viel wichtiger für die Schweiz war und ist das verarbeitende Gewerbe. Die Industrie leistet einen 3 mal grösseren Beitrag zum BIP als der Finanzsektor. Natürlich haben wir den Wohlstand partiell auch den Banken zu verdanken aber nicht so stark wie Viele das zu wissen glauben. Erfolgsfaktor Nummer 1 bleibt die Kreativität. Siehe Beispiel Störzucht in der Schweiz.
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  • Erwin71 17.02.2020 15:42
    Highlight Highlight meine meinung ist das die schweiz überbaut nicht neutral ist. es fängt schon beim verkauf von kriegsmatrial ins ausland oder kriegsgebiete an.
    als neutrales land verhält man sich neutral und verkauft keine kriegsmatrial oder arbeitet mit geheimdiensten ander länder oder macht geschäfte mit länder wo die menschenrechte verletzen.
    aber wie gesagt, meine meinung
    • buffettino 17.02.2020 18:05
      Highlight Highlight Klar, das wäre die Ausgeburt der Neutralität. Das ist aber halt schon etwas naiv. Zudem ist zusammenarbeit mit fremden Geheimdiensten schon von gewissem Vorteil (Warnung vor Spionage/Anschlägen etc.).
      Bzgl. Geschäften/Kriegsmaterialexporten: Ja, es wäre schon ein Fortschritt, wenn man nur noch Waffen an Demokratien (Liste müsste noch definitiert werden, muss ja nicht allzu strikt verstanden werden, so ab Demokratieindex 5 (siehe wiki)) verkaufen würde.

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