Schweiz
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Die SP-Nationalraetinnen Nadine Masshardt, Yvonne Feri,  Laurence Fehlmann Rielle, Priska Seiler Graf, Barbara Gysi, Mattea Meyer, und Jacqueline Badran, von links, posieren fuer ein Selfie, waehrend der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Freitag, 14. Juni 2019 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

SP-Selfie zum Frauenstreik mit Priska Seiler Graf (Mitte) und Mattea Meyer (2. von rechts) Bild: KEYSTONE

Analyse

Linkes Herz oder pragmatischer Kopf? Die SP hat die Qual der Wahl

Mattea Meyer und Cédric Wermuth bekommen Konkurrenz: Priska Seiler Graf und Mathias Reynard kandidieren ebenfalls für das SP-Präsidium. Sie bilden ein echtes Kontrastprogramm.



Langsam lichtet sich der Nebel bei den vier Parteien, die ihr Präsidium neu besetzen müssen. Bei den Grünen hat sich Fraktionschef Balthasar Glättli definitiv als Nachfolger von Regula Rytz in Stellung gebracht. Konkurrenz ist nicht in Sicht, er dürfte problemlos gewählt werden. Bei der kriselnden BDP hingegen ist vieles offen. Präsident Martin Landolt hat seinen Rücktritt vertagt.

Ein schwieriger Fall ist die Nachfolge von Albert Rösti bei der SVP. Die Meldefrist läuft am kommenden Samstag ab. Bisher hat sich erst ein Anwärter aus der Deckung gewagt, der Zürcher Nationalrat Alfred Heer. Den definitiven Wahlvorschlag wird die Findungskommission unter Leitung des früheren Fraktionspräsidenten Caspar Baader machen. Bis dann scheint alles möglich.

Bei der SP wiederum ist seit Sonntag klar, dass es Anfang April in Basel zu einer Kampfwahl um die Nachfolge des langjährigen Präsidenten Christian Levrat kommen wird. Mattea Meyer und Cédric Wermuth, die kurz vor Weihnachten ihre gemeinsame Kandidatur für ein Co-Präsidium angekündigt hatten, bekommen Konkurrenz durch Priska Seiler Graf und Mathias Reynard.

Zwei Seiten einer Medaille

Das ist keine Überraschung: Der ehrgeizige Walliser hat seine Ambitionen nie verheimlicht und sich nach dem Vorpreschen von Meyer/Wermuth um eine Kandidatur mit einer Frau aus der Deutschschweiz bemüht. «Fündig» wurde er bei der Zürcher Nationalrätin und Klotener Stadträtin Seiler Graf. Im Gespräch war auch die Solothurnerin Franziska Roth, doch sie hat verzichtet.

Damit bietet sich den SP-Delegierten in Basel eine überaus reizvolle Auswahl. Das bezieht sich weniger auf inhaltliche Fragen als auf die Zusammensetzung der Duos. Mattea Meyer und Cédric Wermuth unterscheidet eigentlich nur das Geschlecht. Beide sind fast gleich alt (er ist 33, sie 32) und stehen für einen prononcierten Linkskurs. So propagieren sie eine Steuer für Superreiche.

Mathias Reynard und Priska Seiler Graf hingegen sind wie zwei Seiten einer Medaille. Er ist 32, sie 51 Jahre alt. Er ist Romand, sie Deutschschweizerin. Er ist ein «Bergler», sie vertritt die urbane Schweiz. Er steht als ehemaliger Präsident der Juso Unterwallis und Gewerkschafter für linke Ideale, sie gilt als Realpolitikerin. Damit decken sie das gesamte Spektrum der SP ab.

Cedric Wermuth, SP-AG, links, und Mathias Reynard, SP-VS, rechts, sprechen an der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete, am Mittwoch, 8. Maerz 2017, im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Cédric Wermuth und Mathias Reynard im März 2017 im Nationalrat. Bild: KEYSTONE

Diesen Aspekt wollen sie bei der Präsidiumswahl ausspielen: «Ich möchte die Welt verändern. Priska ist pragmatischer. Und das ist gut so: Damit sprechen wir andere Zielgruppen an», sagte Reynard der «NZZ am Sonntag». Ausserdem wollen sie Partei und Basis näher zusammenführen, etwa durch Urabstimmungen zu «allen wichtigen Weichenstellungen».

Lösungen statt Theorie

Seiler Graf wiederum betonte gegenüber CH Media ihre pragmatische Ader: «Ich komme aus der Praxis, schaue, was die Leute beschäftigt, und suche dann nach Lösungen. Ich lese nicht eine Theorie und biege dann die Realität zurecht.» Damit grenzt sie sich vor allem gegenüber Cédric Wermuth ab, der Karl Marx nach wie vor als Inspiration für eine linke Politik betrachtet.

Sind Seiler Graf und Reynard so gut wie gewählt? Keineswegs. Manche Delegierte werden sich fragen, wie gut das unterschiedliche Duo harmonieren wird. Oder vielmehr wann es sich das erste Mal ins Gehege geraten könnte. Bei Meyer/Wermuth besteht diese Gefahr kaum. Eher fürchten Kritiker, dass die Zürcherin im Schatten des dominanten Aargauers stehen wird.

Vorsprung für Meyer/Wermuth

Beim internen Lobbying haben sie einen klaren Vorsprung. In einem Newsletter verweisen Meyer und Wermuth auf die Unterstützung durch 500 Anhängerinnen und Anhänger. Besonders ins Gewicht fällt der Support von Jacqueline Badran, die manche als Levrat-Nachfolgerin gesehen hätten. Sie will Vizepräsidentin werden, aber nur wenn Meyer/Wermuth die Wahl schaffen.

Ursula Koch, rechts, oder Andrea Haemmerle - das ist die grosse Frage (Bild vom 31. Mai 1997. Am kommenden Samstag wird der Parteitag der SP in Thun entscheiden, ob der Buendner Nationalrat oder die Zuercher Stadtraetin die Nachfolge von Peter Bodenmann als Parteipraesident(In) antreten wird. (KEYSTONE/ARCHIVE)

Ursula Koch setzte sich 1997 gegen Andrea Hämmerle durch. Der SP brachte diese Wahl kein Glück. Bild: KEYSTONE

Seiler Graf und Reynard haben mehr als zwei Monate Zeit, um ihren Rückstand aufzuholen. Spannung ist garantiert. Ein ähnliches Szenario gab es in der SP in der jüngeren Vergangenheit schon zweimal. 1997 gewann Ursula Koch gegen Andrea Hämmerle, 2004 setze sich Hans-Jürg Fehr gegen Werner Marti durch. In beiden Fällen besiegte das linke Herz den pragmatischen Kopf.

Der SP brachten diese Entscheide kein Glück. Koch legte nach drei von Grabenkämpfen geprägten Jahren Knall auf Fall alle Ämter nieder. Sie zog sich rigoros aus der Öffentlichkeit zurück. Fehr gab das Präsidium nach vier Jahren und einer happigen Niederlage bei den Wahlen 2007 (minus neun Sitze im Nationalrat) ab. Zu seinem Nachfolger wurde Christian Levrat gewählt.

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84Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • insert_brain_here 29.01.2020 09:16
    Highlight Highlight Ich finde es ja begrüssenswert dass die Anhänger der Schlächter Lenin, Stalin und Mao in der SP kaum noch Gewicht haben, aber gleich Marx über Bord werfen?
  • Maunadis 28.01.2020 20:56
    Highlight Highlight In jeder anderen Partei würde eine Präsidentin, deren Partei bei der letzten Wahl derart verloren hat, zurücktreten und sich nicht für höhere Weihen empfehlen.
    Von der pragmatischen Art konnte ich die letzten Jahre auch nichts konkretes feststellen. Daher gehe ich auch hier davon aus, dass man sich seine Pfründe weiterhin gut absichern will...
  • Toni.Stark 28.01.2020 15:55
    Highlight Highlight Die linke Ideologie ist eine Gefahr für die Menschheit!
    • goldmandli 28.01.2020 20:29
      Highlight Highlight Im Gegensatz zur rechten ideologie, die noch nie zu Krieg und Gefahr für die Menschheit geführt hat... ach ne, stimmt.
    • Radesch 28.01.2020 21:53
      Highlight Highlight @Toni.Stark
      Die Sozialdemokratie hat sehr viele positive Neuerungen für die Arbeiterschaft hervorgebracht. Unter anderem Renten, KK und den Sozialstaat, den jeder in Zeiten der Not brachen kann.
      Dass Linksextremismus bzw. totalitäre Linke Regime nichts tolles sind, dürfte jedem hier klar sein. Mao und Stalin waren eben auch vor allem Kriegsverbrecher und Massenmörder.
    • FrancoL 28.01.2020 23:09
      Highlight Highlight Starke Worte für einen der der nachweislich klar gefährlicheren Richtung huldigt.
  • John Henry Eden 28.01.2020 13:32
    Highlight Highlight «L' État c'est moi», sagte angeblich Louis XIV.

    Aus diesem Blickwinkel ist die SP eine neofeudalistischte Partei. Sowohl ihre Mitglieder als auch ihre Wähler sind grösstenteils für den Staat tätig. Zudem sprechen sich gerade die angeblich besonders linken Genossen für den staatlichen Absolutismus aus.

    Sobald die SP wieder die Arbeiterschaft vertritt, die netto Steuern zahlt und nicht im gemachten Staatsnest fett wird, macht sie wieder linke Politik. Doch wenn sie mit dem aktuellen Lobbyismus aufhört, geht einiges an neufeudalistischer Wählerschaft verloren.
    • FrancoL 28.01.2020 23:11
      Highlight Highlight Sehr wirr, aber das kann es geben wenn man die Gedankenwelt nicht im Griff hat.
    • insert_brain_here 29.01.2020 17:14
      Highlight Highlight Köppel wird ja auch vom Staat bezahlt, nur nicht von unserem ;-)
  • Watson, Parteiblatt der Linken 28.01.2020 11:37
    Highlight Highlight Ich hoffe auf ein ideologisch stramm linkes Präsidium. Dann geht die Talfahrt der SP massive weiter - zum Wohle aller
    • FrancoL 28.01.2020 23:13
      Highlight Highlight Wieso, die SVP wird auch ideologisch geführt und zwar sehr streng ideologisch und hat immer noch genügend Wähler. Sehe da also keine Probleme.
  • Turicum04 28.01.2020 11:00
    Highlight Highlight Nur Meyer/Wermuth verspricht Erfolg! Die SP muss sich endlich vom rechten Flügel verabschieden. Dann kann man eine angemessene Solidaritätssteuer für Flüchtlinge einführen. Ich denke an 3-5% vom Bruttovermögen würden vorerst genügen.
    • piranha 29.01.2020 10:05
      Highlight Highlight Habe leider schon geblitzt, bevor ich gecheckt habe, dass das Satire sein MUSS.
  • Vecchia 28.01.2020 10:28
    Highlight Highlight "Mein Herz" würde für Meyer/Wermuth mit Vize Badran schlagen.

    Das "neue Paar" wäre wahrscheinlich auch nicht die schlimmste Lösung, aber wenn mich eines misstrauisch macht, dann sind das Politiker, die neben dem Nationalrat und Parteiarbeit gleichzeitig in kommunalen oder kantonalen Ämtern einsitzen.
  • Schneider Alex 28.01.2020 05:19
    Highlight Highlight Wermuth stand noch nie in einem fordernden Berufsleben. Sein Politwissen stammt aus Büchern. Dieses kann in Diskussionen schnell und auf Knopfdruck abgerufen werden. Der Wahlkampf ist eine gute Gelegenheit, die Theorien des Berufsrevolutionärs auf ihren Gehalt abzuklopfen. Diese haben durchaus Gehalt. Es gibt aber Punkte in seinem System, die ich nicht nachvollziehen kann: 1. Sein uneingeschränkter Internationalismus und 2. Sein Glaube, dass der Kapitalismus nicht gezähmt werden kann.
    • Shabaqa 28.01.2020 06:54
      Highlight Highlight Wortwörtlich denselben Kommentar hast du schon am 1. 12. 2019 gepostet. Fällt dir echt nichts mehr anderes ein, als dieselben Kommentare immer wieder zu posten? Oder bist du ein bisschen neidisch auf das, was Wehrmut erreicht hat und musst dich deshalb zwanghaft an ihm abarbeiten? Dann hätte ich Verständnis, denn so sparst du etwas Zeit bei deinen Zwangsstörungen.
    • satyros 28.01.2020 06:59
      Highlight Highlight Internationalismus und die Arbeit an der Überwindung des Kapitalismus' sind nun mal wichtige Grundwerte der Sozialdemokratie. Ohne diese Werte braucht's keine Sozialdemokraten, denn es gibt schon genug bürgerliche Parteien.
    • Tobias W. 28.01.2020 08:09
      Highlight Highlight @satyrus: das sehe ich etwas anders. Es sei denn, es wäre ihnen egal, nach jeder Wahl noch weniger Leute zu haben.

      Aber zumindest um in der Schweiz Wähler zu erreichen, sollte die SP endlich zu einer Politik zurück finden, die sich an den Bedürfnissen der einfachen Leute hierzulande orientiert. Internationalismus hat da keine Priorität, und dem Kapitalismus verdanken wir unseren Wohlstand.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tobias W. 28.01.2020 00:56
    Highlight Highlight Meyer/Wermuth fände ich nicht wünschenswert. Sind für mich eine Spur zu unreif, und vertreten ihre Meinung etwas zu arrogant für mein Empfinden. Seiler-Graf/Reynard klingt da vielversprechender.

    Schade, dass Herr Levrat nicht mehr will. Auch wenn er nicht sehr pragmatisch ist, der war jederzeit äusserst sympathisch.
  • Mehmed 27.01.2020 23:16
    Highlight Highlight Bei den Linken zählen erst Frauen- und sonstige Quoten. Leistung und Leistungsausweis ist egal.

    Als Büezerkind aus beschämend ärmlichem Haus muss ich sagen: Nur dank Markt und Wettbewerb konnte ich überhaupt sozial aufsteigen. In einem linken Staat wäre ich von den Linken aufgrund meiner Hautfarbe und meinem Geschlecht unterdrückt worden.

    Nö, bürgerlich und rechts bietet mir und Menschen ohne Privilegien mehr Möglichkeiten.
    • Tobias W. 28.01.2020 01:05
      Highlight Highlight Das ist ganz klar, und würde auf die Mehrheit auch zutreffen. Auf mich übrigens auch, ich brauche keinen Sozialstaat um überleben zu können.

      Das Problem ist aber: es gibt Minderheiten, die unter „bürgerlich und rechts“ leiden würden. Leute, die körperlich/geistig schlechtere Voraussetzungen haben. Alleinerziehende. Kranke. Teils auch einfach Looser. Jedenfalls haben die auch ein Recht auf ein würdiges Leben.

      Drum braucht es eine Links-Kraft, die sich dafür einsetzt, dass sie auch eine Chance bekommen.
    • FITO 28.01.2020 01:49
      Highlight Highlight @ Tobias W.
      Du fühlst dich also körperlich und geistig so überlegen, dass du dich über alle anderen stellst?
      Das sagt ja eigentlich schon alles über dich aus, und daher stellt sich hier einfach die Frage, wer hier eigentlich der loser ist.
    • thoroz 28.01.2020 06:19
      Highlight Highlight Und wenn glaubst du hast du das „beschämend ärmliche Haus„ zu verdanken?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mira Bond 27.01.2020 22:41
    Highlight Highlight Das Duo Seiler Graf und Reynard ist mir sympathisch; sie sind sehr gegensätzlich; das schafft Raum für Kompromisse. Und die Romands ins Boot zu nehmen finde ich gut und wichtig!
    • yeahmann 28.01.2020 00:15
      Highlight Highlight Als ob die Sozialdemokraten in den letzten Jahrzehnten nicht genug Kompromisse eingehen mussten.
    • lina910 28.01.2020 08:50
      Highlight Highlight Ich glaube einfach nicht, dass ein so gegensätzliches Co-Präsidium funktioniert. Das kann nur zu Konflikten füren.. Grabenkämpfe sollten in der Basis oder zwischen Politiker*innen ausgetragen werden, aber nicht innerhalb des Präsidiums.. Ein Präsidium muss mit einer Stimme sprechen. Es macht deshalb aus meiner Sicht Sinn, wenn beide politisch das Heu auf der gleichen Bühne haben
  • Karl Bukowski 27.01.2020 21:48
    Highlight Highlight Braucht neuerdings jeder ambitionierte Mann bei der SP eine Frau als Seitenwagen? das ist echt peinlich, und eine Zumutung für gute Frauen. Schade, dass Badran nur als Vize antritt
    • Fly Boy Tschoko 28.01.2020 00:38
      Highlight Highlight Wenn du die Frau nur als Seitenwagen siehst bist du ein Teil des Problems.
    • Livia Peperoncini 28.01.2020 11:26
      Highlight Highlight @Fly Boy Tschoko Du hast das falsch verstanden...
      eine Frau ans Steuer und gut ist es. Die SP-Männer mit ihren kruden Ansichten aus dem letzten Jahrhundert dürfen dann an Sitzungen den Kaffee servieren.
    • Sherlock_Holmes 28.01.2020 15:11
      Highlight Highlight @RowRow

      Habe eben den verlinkten Text gelesen.

      Jahrhunderte hatten und haben Frauen in weiten Teilen der Welt bis heute nichts zu sagen.

      Seit geraumer Zeit schlägt das Pendel zunehmend deutlicher auf die andere Seite aus.

      Dabei wird – wie oft in der Geschichte – radikal tabula rasa gemacht.

      Immerhin enden die bisherigen Profiteure nicht mehr unter der Guillotine.

      Am Schluss ist oftmals nichts gewonnen oder zu einem hohen Preis.

      Auch wenn sich Vieles rasch und tiefgreifend verändert, geht es auf lange Sicht nur gemeinsam.

      Von daher scheint mir das Duo Graf / Reynard eine gute Option.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sherlock_Holmes 27.01.2020 21:24
    Highlight Highlight «Ich komme aus der Praxis, schaue, was die Leute beschäftigt, und suche dann nach Lösungen. Ich lese nicht eine Theorie und biege dann die Realität zurecht.»

    Pragmatismus vor Ideologie zu stellen, bedeutet nicht, seine Grundüberzeugungen aufzugeben.

    Es nützt der SP wenig, in linker Reinkultur und Schönheit zu sterben.
    Obwohl es nicht wenige gibt, die ihr genau dies an den Hals wünschen.

    Ich halte es lieber mit Heinrich Pestalozzi und wünsche mir von der SP eine gleichermassen mutige und lösungsorientierte, wie bodenverhaftete und vernünftige Politik, die Kopf, Herz, Hand (und Fuss) hat.


  • Maracuja 27.01.2020 21:24
    Highlight Highlight < So propagieren sie eine Steuer für Superreiche.>

    Ach wieder mal ein typisches Wermuth-Projekt: mediale Aufmerksamkeit gross, Chance bei Abstimmung 0. Diese Art von Politik hat zwar die Karriere von Wermuth beflügelt, aber dem einfachen SP-Wähler wenig gebracht. Lieber pragmatische Politik und kleine Erfolge als ewiges Zeichensetzen mit aussichtslosen Initiativen. Wem das zu wenig ist und wer deshalb lieber von einem Systemwechsel träumt - dem wird Wermuth auch nix bringen, dafür bräuchte es opferbereite Revolutionäre und nicht gut bezahlte Berufspolitiker.
    • x4253 27.01.2020 23:12
      Highlight Highlight Naja, der Höchststeuersatz in den USA war bis in die 50er/60er 91.4% und diese Zeit gilt auch heute noch als "Goldenes Zeitalter".
      Man kann sicherlich Hinterfragen ob dies heute in der CH umgesetzt werden könnte (eher nicht). Eine solche Steuer ist aber bei weitem keine linke Träumerei, sondern war mal Realität.
    • Tobias W. 28.01.2020 01:08
      Highlight Highlight @x4253: wir leben im 21ten Jahrhundert. Man kann nicht einfach etwas machen, nur weil es das vor Dekaden schon mal irgendwo gegeben hat.
    • kusel 28.01.2020 07:32
      Highlight Highlight Wermuth ist in weiten Teilen der Bevölkerung unbeliebt. Da könnten Seiler Graf und Reynard eine wirkliche Alternative sein. Vor allem Seiler Graf ist mit ihrer Politik auch bei bürgerlichen Politikern gerne gesehen. Und genau solche Leute die einen Konsens finden können und nicht im Extremismus untergehen, braucht es bei der SP.
    Weitere Antworten anzeigen
  • PC Principal 27.01.2020 20:58
    Highlight Highlight Linke Politik die nicht pragmatisch ist kann man rauchen.

    Es geht den Leuten viel zu gut, als dass marxistische Ideologien eine Chance hätten. Es ist zu offensichtlich, dass soziale Marktwirtschaft die beste Wirtschaftsform ist und Marx mit der Theorie der Selbstzerstörung des Kapitalismus unrecht hatte. Wer einen funktionierenden Sozialstaat haben will braucht auch eine starke Wirtschaft.
    • Streuner 27.01.2020 21:19
      Highlight Highlight Treffend auf den Punkt gebracht
    • rodolofo 27.01.2020 21:34
      Highlight Highlight Marx analysierte messerscharf und hat die Aushebelung der marktwirtschaftlichen Konkurrenz durch riesige Konzerne a la Google, Amazon, etc. vorausgesagt!
      Mit Oligopolen und Monopolen nähert sich der ultra-liberale Vollprivatisierungs-Kapitalismus a la USA dem autoritären Staatskapitalismus a la China an.
      Marx versagte total, als er idealistischen Revolutionären mit seiner Utopie des Kommunismus, einem "Paradies auf Erden" für "Neue Menschen" ein "Wolkenkukuksnest" in den Kopf, setzte, das gar nicht funktionieren konnte.
      Wer zu viel will, verliert am Ende alles...
    • Platon 27.01.2020 22:14
      Highlight Highlight @PC Principal
      Du meine Güte, wie kann man nur so selbstbewusst sein ökonomisches Viertelwissen rausposaunen. Über Marx Gesellschaftsvision lässt sich streiten, ja, da die Geschichte mehrfach bewiesen hat, dass sie nicht umsetzbar ist. Marx hat jedoch vieles auch richtig erkannt! So hat er für seine Zeit sehr fortschrittliche Erkenntnisse zu ökonomischen Krisen und der Oligopolisierung der Wirtschaft geliefert, die auch konservative Ökonomen nicht bestreiten. Sieh mal in den aktuellen Wahlkampf der USA! Warum reden bei den Demokraten wohl alle über Facebook und Amazon? Das sind Monopole!
    Weitere Antworten anzeigen
  • 044 508 39 39 het sie gseit 27.01.2020 20:17
    Highlight Highlight Ich hoffe, dass es das linke Hertz sein wird.
    Beide, Wermuth und Meyer sind eine Zumutung.

    Damit auch der letzte vernünftige Sozi merkt, dass es mit Marxist‘innen einfach nicht geht.

    Am besten die SP spaltet sich. In Vernünftige ist und Revolutionäre.
    • rodolofo 27.01.2020 21:35
      Highlight Highlight Am besten für wen?
    • 044 508 39 39 het sie gseit 28.01.2020 00:39
      Highlight Highlight Für die Schweiz und alle Leute die darin leben.
    • Tobias W. 28.01.2020 01:17
      Highlight Highlight @rodolofo: vielleicht meint er für diejenigen, die eine linke/soziale/solidarische Partei wählen möchten - aber nicht eine, die sich mit Marxistischen träumen und dem Geschlecht von Lichtsignalanlagen beschäftigt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 27.01.2020 20:05
    Highlight Highlight "Damit bietet sich den SP-Delegierten in Basel eine überaus reizvolle Auswahl. Das bezieht sich weniger auf inhaltliche Fragen als auf die Zusammensetzung der Duos."
    Form vor Inhalt also....
  • Philipp L 27.01.2020 20:00
    Highlight Highlight Ich hoffe natürlich auf einen Sieg von Wermuth. Sind wir ehrlich Frau Meyer ist hier wirklich nur eine Quotenfrau.
    Und mit ihm an der Spitze, wird die SP weiter Sitze verlieren, wodurch auch klar sein wird, wessen Bundesratsitz die Grünen erben dürfen.

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