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Meyer und Wermuth wollen gemeinsam an die SP-Spitze – Badran sagt für Präsidium ab



Mattea Meyer, SP-ZH, verfolgt ewin Votum an der Sondersession des Nationalrats, am Dienstag, 7. Mai 2019 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Mattea Meyer. Bild: KEYSTONE

Die Zürcher Nationalrätin Mattea Meyer und der Aargauer Nationalrat Cédric Wermuth bewerben sich gemeinsam um die Nachfolge für den abtretenden SP-Parteipräsidenten Christian Levrat. Die Wahl findet an der Parteitagung Anfang April in Basel statt. Ihre Kandidatur bestätigen die Beiden in einem vorab veröffentlichten Interview mit der «Wochenzeitung» (WOZ).

Auf Nachfrage von watson sagt Cédric Wermuth, der Entschluss zu einer Kandidatur für eine Doppelspitze folge aus zwei Überlegungen: «Einerseits wollen wir damit ein politisches Signal setzen. Die Ära des Ritters, der allein die Welt rettet, ist vorbei. Solche Verantwortungen müssen gemeinsam getragen werden.» Andererseits sei es ihm und Mattea Meyer aus familiären Gründen gar nicht möglich, diese Verpflichtung allein zu übernehmen. Beide hätten kleine Kinder und wollten auch in Zukunft nicht weniger Zeit mit der Familie verbringen.

Sie seien ein gutes Team, sagt Meyer. «Cédric und ich wir kennen uns schon lange, wir ziehen am selben Strick, wir vertrauen einander. Und das ist für mich das wichtigste.» Eine doppelte Frauenspitze sei natürlich auch zur Diskussion gestanden, zuletzt sei aber das Team Meyer/Wermuth einfach die beste Kombination gewesen. «Für beide von uns», sagt sie.

Dass Wermuth und Meyer tendenziell eher am linken Rand der SP politisieren und damit Gefahr laufen, die Partei nicht durchgehend zu repräsentieren, wollen sie nicht gelten lassen. «Von dieser linken oder rechten Flügeldiskussion halte ich nichts», sagt Wermuth. Er sehe sich als Vertreter vom Zentrum und wolle die Partei in ihrer Gesamtheit abbilden. Auch Meyer fühlt sich in der SP fest verankert. «Wir haben eine Grundhaltung auf der wir aufbauen und einen Fortschritt erzielen wollen. Und so politisieren wir auch.»

Cedric Wermuth, SP-AG, spricht waehrend der Debatte um ein Ja zum Verhuellungsverbot, waehrend der Wintersession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 12. Dezember 2019, im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Cédric Wermuth Bild: KEYSTONE

Was das Verhältnis zu den Grünen betrifft, hat Wermuth klare Vorstellungen: «Wir werden sicher nicht unsere Zeit damit verbringen, uns von den Grünen abzugrenzen. Wir sind politisch zu nah, und die andere Seite ist zu stark. Was es braucht, ist eine Verbindung der Kämpfe», sagt er gegenüber der WOZ.

In einem am Mittwoch veröffentlichten Communiqué der Beiden heisst es zudem: «Wir sind überzeugt, dass es gerade jetzt eine starke Sozialdemokratie braucht, welche Teil dieser sozialen Bewegung ist. Es braucht einen linken Aufbruch für ein Zukunftsprojekt, das die vielfältigen Anliegen bündelt. Für eine fortschrittliche, moderne Idee von Gesellschaft, die wieder Hoffnung schafft.»

Die 32-jährige Mattea Meyer sass zwischen 2011 und 2015 im Kantonsrat Zürich, ehe sie in den Nationalrat gewählt wurde. Cédric Wermuth sitzt seit 2011 im Nationalrat. Von 2008 bis 2011 war er Parteipräsident der Juso Schweiz. Von 2014 bis 2018 teilte er sich mit Grossrätin Elisabeth Burgener das Co-Präsident der SP Aargau.

Die Wahl zum SP-Präsidium findet am Parteitag der SP am 4. und 5. April 2020 in Basel statt. Christian Levrat ist seit dem Jahr 2008 der Präsident der Sozialdemokratischen Partei. Im Herbst 2019 gab er seinen Rücktritt bekannt. (sar/cma/sda)

Badran sagt ab

Eine Absage fürs Parteipräsidium gab am Mittwochabend Jacqueline Badran. Gegenüber dem «Blick» sagte die Zürcher SP-Nationalrätin, dass sie nicht nur Politikerin, sondern auch Unternehmerin sei und ihre Mitarbeitenden nicht im Stich lassen wolle. Sie habe gar nie im Sinn gehabt, zu kandidieren. (cma/sar/sda)

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52 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Pinkerton
18.12.2019 16:49registriert February 2019
Das sind super Neuigkeiten für alle, welche die SP nicht mögen!
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Le Tintin
18.12.2019 17:17registriert June 2018
Meyer ok. Bei C.W. bin ich hingegen enorm kritisch. Hat was extrem gewolltes. Schade ist Jon Pult fürs Präsidium offenbar nicht zu haben. Der SP täte es sehr gut jmd. an der Spitze zu haben der sich „volksnah“ und nicht abgehoben ausdrückt und beim Güpli-Sozialismus nicht mitmacht.
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rönsger
18.12.2019 21:33registriert December 2014
Aus einigen Kommentaren lässt sich mit wenig bösem Willen doch ziemliche politische Schizophrenie herauslesen: Einerseits beklagt ihr euch, dass die SP die Anliegen der Mittel- und Unterschicht nicht mehr wahrnimmt (was zu beweisen wäre). Andererseits warnt ihr im selben Text vor linksextremen Ideen, die mit Meyer und Wermuth nun mehr Gewicht erhalten sollen. Bitteschön: was wollt ihr denn? Linke Themen zielten doch seit jeher auf die Mittel- und Unterschicht: Lohngerechtigkeit, anständige Arbeitsbedingungen, ausreichende Altervorsorge, Kampf gegen die Superreichen, etc. Ichversteheuchnicht.
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