Schweiz
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Für Content Creator gibt es neu einen eidgenössischen Fachausweis

Influencerin
Content Creator gibt es inzwischen wie Sand am Meer.Bild: Shutterstock

Immer mehr Content Creator – jetzt gibt es einen Fachausweis

28.06.2026, 10:3128.06.2026, 10:57

Content Creator gibt es heute überall. Ob Influencer, Unternehmen oder Medienhäuser – nie zuvor wurden so viele Videos produziert und veröffentlicht. Mit dem Boom wächst aus Sicht zweier Experten auch der Bedarf an Fachleuten, deren Können nach einheitlichen Standards ausgewiesen ist. Hier setzt ein neuer eidgenössischer Fachausweis an.

«In der Kommunikationsindustrie herrscht Wildwuchs», sagt Stefan Bircher, Gründungspartner der Filmproduktionsfirma Shining Film AG, gegenüber Blick. «Es fehlen geschützte Titel.» Für Unternehmen sei es oft schwierig einzuschätzen, welche Bewerberinnen und Bewerber tatsächlich über die nötigen Kompetenzen verfügten.

So sieht es auch Michel Alraun, Eigentümer der Maybaum Film AG. Es fehle ein Branchenstandard, an dem sich alle orientieren, sagt er gemäss «Blick». Daher hätten Alraun und Bircher gemeinsam den eidgenössischen Fachausweis Multimedia Content Creator entwickelt. Dieser sei in Zusammenarbeit mit ICT-Berufsbildung Schweiz und mit dem Segen des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) entstanden.

Das sind die Voraussetzungen

Wer den Fachausweis erwerbe, weise nach, dass er audiovisuelle Inhalte selbstständig produzieren kann – von der Konzeption über den Dreh bis hin zur Postproduktion. Die erste eidgenössische Prüfung werde im Juli ausgeschrieben. Zugelassen seien Personen mit einem verwandten Berufsabschluss, etwa als Mediamatiker oder Grafikerin. Alternativ würden zwei Jahre Berufserfahrung ausreichen.

Besonderen Wert legen die Initianten laut «Blick» darauf, dass auch Quereinsteigerinnen und -einsteiger zugelassen werden. «In diesem Bereich gibt es sehr viele Autodidakten», sagt Alraun.

Die Bewerberinnen und Bewerber würden sowohl praktisch als auch mündlich geprüft. Dabei sollen auch rechtliche Fragen thematisiert werden, etwa wie man sich Bewilligungen für einen Dreh einhole.

Kurse für bis zu 20'000 Franken

Im Januar 2027 findet gemäss «Blick» die erste Prüfung statt. Interessenten könnten bei verschiedenen privaten Bildungsanbietern vorbereitende Kurse besuchen. Pflicht sei das aber nicht. Für die Kurse müssten Teilnehmerinnen und Teilnehmer 15'000 bis 20'000 Franken hinblättern. Für die Prüfung selbst sei eine Gebühr von 2800 Franken erforderlich.

«Wir gehen davon aus, dass viele Arbeitgeber sich an den Kosten beteiligen oder sie ganz übernehmen werden», sagt Bircher gegenüber «Blick». Ausserdem könne beim Bund die Übernahme der Hälfte des Betrags beantragt werden. (hkl)

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