In dieser Gemeinde gingen nur 1,8 Prozent zur Urne – und weitere Extreme des Sonntags
Der nächste Abstimmungssonntag ist in den Büchern. Das Schweizer Stimmvolk hat entschieden: Die 10-Millionen-Initiative der SVP wurde abgelehnt, das Zivildienstgesetz hingegen angenommen. Wir haben einen Blick in die Statistiken geworfen und das ist dabei aufgefallen:
Die Schnellste
Eigentlich dürfen in der Schweiz keine Abstimmungsresultate publiziert werden, bevor die Urnen nicht in allen Kantonen geschlossen haben. Das ist jeweils um 12 Uhr der Fall. Meistens setzen sich einzelne Aargauer Gemeinden aber über diese Sperrfrist hinweg. An diesem Sonntag kam das erste Resultat allerdings nicht aus dem Aargau, sondern aus dem Kanton Wallis.
Die Gemeinde Fiesch gab ihre Ergebnisse kurz nach 11 Uhr bekannt. Diese erwiesen sich gar als prophetisch: Die Gemeinde lehnte die SVP-Initiative ab und nahm das Zivildienstgesetz an.
Die Langsamste
Wie so oft an Abstimmungssonntagen kommt der Schlusspunkt aus dem Kanton Zürich. Hier war es die Gemeinde Thalwil, die zuletzt ihr Schlussergebnis meldete und den Resultateverantwortlichen bei watson erlöste. Es ging um 17.56 Uhr ein.
Die Extremsten
Eine Gemeinde sticht bei SVP-Initiativen immer wieder hervor: Unteriberg im Kanton Schwyz. Auch an diesem Sonntag haben die Bewohnerinnen und Bewohner der Berggemeinde mit 90,5 Prozent Zustimmung zur 10-Millionen-Initiative einen schweizweiten Rekord erzielt. Auf der anderen Seite der Zuwanderungsvorlage steht die Stadt Bern. Hier haben nur gerade 16,4 Prozent der Stimmenden ein Ja eingelegt.
Auch beim Zivildienstgesetz gab es Gemeinden mit deutlichen Voten. Wachseldorn im Kanton Bern hat das Gesetz mit 84 Prozent angenommen, Lajoux im Jura hingegen hat die Vorlage mit 74 Prozent abgelehnt.
Die absoluten Zahlen:
- 10-Millionen-Initiative
Unteriberg (SZ): 1311 Ja-Stimmen zu 137 Nein-Stimmen
Stadt Bern (BE): 9842 Ja-Stimmen zu 50'121 Nein-Stimmen - Zivildienstgesetz
Wachseldorn (BE): 111 Ja zu 21 Nein
Lajoux (JU): 83 Ja zu 234 Nein
Die Engagierteste
Die Demokratie ist weltweit unter Druck, wie der jährliche Bericht der Universität Göteborg auch dieses Jahr wieder zeigte. Wo die Demokratie aber nach wie vor lebt? In der Gemeinde Ergisch im Kanton Wallis. Hier haben am Sonntag 122 von 142 stimmberechtigten Personen ihren Abstimmungszettel eingeworfen. Das entspricht einer Stimmbeteiligung von 86 Prozent.
Die Demokratieverweigerer
Auf der anderen Seite findet sich die Gemeinde Penthaz aus dem Kanton Waadt. Hier gingen laut den offiziellen Zahlen nur gerade 20 von 1120 Stimmzetteln ein. Das entspricht einer Beteiligung von 1,8 Prozent. Besonders kurios: Fünf davon wurden leer eingeworfen und zwei waren ungültig. Damit haben 13 Stimmen entschieden. Unklar ist, ob es sich dabei um einen Datenfehler seitens der Behörden handelt.
(leo/jes)
