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Knall in Basel: Messe-Chef René Kamm tritt zurück

Knall in Basel: Messe-Chef René Kamm tritt zurück

03.08.2018, 07:2803.08.2018, 08:06

Nach dem Verlust von Swatch als Aussteller kommt es bei der Messebetreiberin MCH-Group zum Chefwechsel: René Kamm tritt zurück.

Angesichts der «fundamentalen Transformationsphase» seien der Verwaltungsrat und Kamm «gemeinsam und einvernehmlich» zur Überzeugung gelangt, dass der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel an der Spitze gekommen sei.

René Kamm macht – zunächst – Ulrich Vischer platz.
René Kamm macht – zunächst – Ulrich Vischer platz.bild: mch-group

Kamm werde eine geordnete Übergabe sicherstellen und dem Unternehmen in den nächsten Monaten bei Bedarf beratend zur Verfügung stehen, teilte die MCH Group am Freitag mit. In der Übergangszeit bis zur geregelten Nachfolge wird Verwaltungsratspräsident Ulrich Vischer die operative Führung übernehmen.

Nachdem die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld schon dieses Jahr den Rückzug der Hälfte ihrer Aussteller verdauen musste, sorgte der grösste Aussteller Swatch am Wochenende für einen Knall. Swatch-Chef Nick Hayek hatte via «NZZ am Sonntag» der MCH ausgerichtet, dass die Gruppe dem Uhrensalon den Rücken kehren werde.

Harsche Kritik

Dabei sparte er nicht mit Kritik. Die MCH-Gruppe habe die Aussteller bei der Erarbeitung des neuen Konzepts zu wenig einbezogen. Der MCH fehle der Mut für tiefgreifende Veränderungen. In der Folge verkauften die Anleger die MCH-Aktien reihenweise. Swatch war mit fast allen seiner 18 Marken und einem Messebudget von über 50 Millionen Franken der bisher grösste Aussteller an der Baselworld.

Auch wenn dadurch die Durchführung der Baselworld nicht grundsätzlich in Frage gestellt werde, habe die Absage dieses wichtigen Ausstellers Fragen nach den Konsequenzen für die Ergebnisentwicklung der Gruppe ausgelöst, schrieb MCH nun. Der Verzicht der Swatch Group auf eine Teilnahme werde Auswirkungen auf das Ergebnis 2019 haben, die zurzeit noch nicht konkret abschätzbar seien.

Auch eine weitere Wertberichtigung auf die Messehallen in Basel könnte notwendig werden. Schon 2017 hatte der Bedeutungsverlust des wichtigen MCH-Standbeins Baselworld die Messebetreiberin das erste Mal in ihrer Geschichte in die roten Zahlen gedrückt. Infolge der Schrumpfkur bei Baselworld musste MCH über 100 Millionen Franken auf ihrem Messegebäude abschreiben.

Kamm hatte seine Karriere als Messeleiter der Baselworld begonnen. Insgesamt arbeitete er fast 20 Jahre bei der Messe Basel, Messe Schweiz und der MCH Group, seit 2003 war er als CEO tätig. (sda/awp)

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