Aktivisten besetzen leerstehende Industrie-Gebäude im Basler Klybeck
Aktivistinnen und Aktivisten haben am Sonntag drei leerstehende Gebäude auf dem Basler Klybeck-Areal besetzt. Zu den Gebäuden K102, K104 und K106 im Besitz des Versicherungskonzerns Swiss Life gehört der ehemalige Musikclub Humbug.
Die einstigen Industriegebäude sind mit Transparenten behangen und mehrere Dutzend Personen halten sich auf dem Gelände auf, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort feststellte. Unter dem Namen «Kulturzentrum Zack!» kündigte das Besetzerkollektiv mehrere Veranstaltungen wie Konzerte, Mittagessen und Filmvorführungen für die nächsten Tage an; zudem stellte es eine Schwimmbassin für die Kinder auf.
Die ungenutzten Gebäude sollen gemäss Angaben von Mitgliedern des Kollektivs als selbstorganisierter Kulturraum zur Verfügung stehen. Mehrere Personen übernachten dort. Wie viele Menschen sich im Innern der Gebäude aufhalten, ist nicht bekannt, da das ehemalige Humbug für die Presse nicht zugänglich war.
Forderung nach neuem Jugendkulturhaus
In einem Communiqué fordert das Besetzerkollektiv die Eigentümerin auf, die besetzten Gebäude aus der restlichen Quartierplanung für den künftigen Stadtteil «Klybeck plus» herauszulösen und die «Nutzung des Areals an die Selbstverwaltung von Unten zu übergeben». Die Verfasserinnen und Verfasser berufen sich dabei auf eine Interpellations-Antwort der Basler Regierung, wonach mit dem Ende des Sommercasinos ein neues Jugendkulturhaus «zu prüfen» sei. Der «Input» müsse von den Akteuren der Jugendkultur kommen, hiess es weiter in der Regierungsantwort.
Swiss Life hatte den Zwischennutzungsvertrag mit Humbug nicht verlängert. Der Club musste das Areal Ende 2025 verlassen, ebenso andere Zwischennutzungen, darunter eine Padelhalle sowie mehrere kleine Firmen, Vereine und Ateliers. Seither stehen die Gebäude leer.
Mit dem Transformationsprojekt «Klybeck plus» wollen die Grundeigentümer Swiss Life und Rhystadt eine 30 Hektar grosses Stadtquartier auf den ehemaligen Klybeck-Industrieparzellen schaffen. Vorgesehen sind Wohnungen für 8500 Menschen und Raum für 7500 Arbeitsplätze. (dab/sda)
