Fondation Beyeler eröffnet Erweiterungsbauten
Am Rand des historischen Iselin-Weber-Parks in Riehen ragt ein skulpturaler Kalkstein-Monolith in die Höhe. Im Grundriss windet sich der Bau rücksichtsvoll um die geschützten alten Bäume.
Entworfen hat ihn der Schweizer Stararchitekt Peter Zumthor als Erweiterungsbau für die Präsentation der stark angewachsenen Sammlung der Fondation Beyeler und die Dauerleihgaben, die dazukamen – unter anderem mit Werken der Sammlungen Staechelin und Marx sowie der Zürcher Daros-Collection von Stephan Schmidheiny.
Der Bau ist ein markanter Kontrast zum Altbau von Renzo Piano, der sich langgestreckt und elegant in die Landschaft des Wiesentals schmiegt. Auf drei Etagen bietet der Neubau eine Ausstellungsfläche von rund 1500 Quadratmetern, die nun zu den 3800 Quadratmetern des Altbaus dazukommen. Grosse Fenster öffnen Ausblicke in die historische Parklandschaft.
Das Ausstellungshaus trägt als «Wyss Museum» den Namen des in den USA lebenden Berner Milliardärs und Präsidenten der Beyeler-Stiftung, Hansjörg Wyss. Er war nicht nur Hauptförderer der Erweiterung, sondern hatte auch die Idee eingebracht, den Park als Bauland zu kaufen, die nun neu öffentliche Anlage ist.
120 Millionen Franken gesammelt
Mit Zuwendungen weiterer Stiftungen und Mäzene kamen 120 Millionen Franken zusammen. Diese Gelder deckten nicht nur die Kosten für den Grundstückerwerb und den Bau, sondern kommen auch für die Betriebskosten der ersten Jahre auf.
Neben dem «Wyss Museum» sind zwei weitere Neubauten hinzugekommen: Am Schnittpunkt vom alten zum neuen Grundstück entstand ebenfalls nach den Entwürfen Zumthors ein transparenter Pavillon. Er wird abends Veranstaltungen für rund 250 Personen Platz bieten und tagsüber als «öffentliches Wohnzimmer» frei zugänglich sein. Der Pavillon trägt den Namen der Thomas und Doris Ammann Stiftung, einer weiteren grossen Geldgeberin der Fondation.
Als drittes kam ein Torhaus dazu, das den Bedürfnissen der Technik und Administration dient. Und schliesslich werden sanierte historische Bauten aus dem 18. Jahrhundert unter anderem für die Kunstvermittlung und als Musiksalon nutzbar sein.
Grosse Eröffnungsausstellung
Die Neubauten werden samt den Sammlungsräumen im Altbau sogleich mit viel Kunst gefüllt: mit rund 230 Sammlungswerken und Leihgaben, eine Ausstellung, die man mit einem Gipfeltreffen der Klassischen Moderne und Gegenwartskunst zusammenfassend umschreiben kann. «Constellations» nennt die Fondation die Ausstellung – ein Titel, der in der dialogischen Präsentation der Werke zugleich Programm ist.
Und die neuen Bauten werden zudem von grosser Kunst umhüllt: Auf dem Dach des Neubaus sitzend trommelt der «Drummerboy» (offiziell: «untitled») von Maurizio Cattelan die neue Ära ein. Und im Park hat sich unter anderem eine der berühmten Riesenspinnen («Maman») von Louise Bourgeois niedergelassen.
Die Erweiterungsbauten der Fondation Beyeler öffnen am Samstag mit der Ausstellung «Constellations» ihre Tore. Vorerst für eine Preview-Phase mit einem eingeschränkten Ticket-Kontingent, bis sie ab Anfang 2027 regulär geöffnet sein werden. (sda)
