Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Schwarzer Sonntag für den Berner Jura»: Die Pressestimmen zum Kantonswechsel von Moutier



Das Prädikat «historisch» hat Konjunktur in den Kommentarspalten der Schweizer Zeitungen am Tag nach der Abstimmung zum Kantonswechsel von Moutier. Während die einen den Entscheid im Lichte eines globalen Patriotismus-Trend verstehen, finden ihn andere einfach schade.

«Nordwestschweiz» / «Südostschweiz»:

«Und doch hat das knappe Verdikt historischen Charakter - natürlich für die Kantone Bern und Jura, aber auch für die Schweiz. Es ist ein positives Beispiel dafür, wie innerstaatliche Konflikte zwar langsam, aber letztlich erfolgreich gelöst werden können.»

«Luzerner Zeitung» / «St. Galler Tagblatt»:

«Bisher war der ganze Prozess ein Musterbeispiel für eine funktionierende Demokratie. Bern und Jura haben zusammen mit dem Bund die emotional aufgeladene Diskussion versachlicht und entschärft. Auch wenn der Entscheid jetzt gefallen ist, sind beide Kantone weiterhin gefordert. Bern muss Hand für eine faire Trennung bieten und der Jura dafür sorgen, dass sich auch die berntreuen Einwohner von Moutier willkommen fühlen.»

«Neue Zürcher Zeitung»:

«Der knappe Ausgang, nur 51.7 Prozent haben sich für einen Kantonswechsel ausgesprochen, ist für beide Seiten unerfreulich. Mit Abstimmungsbeschwerden von den jeweiligen Komitees ist zu rechnen. (...) Inhaltlich fokussierten sich die Befürworter vor allem auf die französische Sprache, auf ihre Offenheit und Identität. Der Kanton Bern sei ihnen fremd, sie fühlten sich von ihm vernachlässigt. Damit zementieren sie die kulturellen Differenzen und folgen dem Trend zum Patriotismus, der auch andernorts festzustellen ist.»

Les militants pro-jurassiens fete la victoire du

Die Sieger von Moutier feiern den Kantonswechsel. Bild: KEYSTONE

«Der Bund» / «Tages-Anzeiger»:

«Nüchtern betrachtet, bietet der Kanton Bern keinen Grund zum Wegzug. Er ist längst nicht mehr die arrogante Kolonialmacht, für die ihn die früheren Separatisten hielten. Bern ist vielfältig, offen, ein guter Ort zum Leben - auch wegen seiner Zweisprachigkeit, die durch Moutiers Wegzug nun geschwächt wird. Schade. Die sprachliche Mehrheit im Kanton Bern darf jetzt nicht trotzig reagieren: Sie muss den Französischsprachigen im Kanton jetzt umso mehr zeigen, dass sie zu ihr gehören.»

«Berner Zeitung»:

«Es bleiben Bern nach dem Verlust der 7600 Einwohner Moutiers 45'000 Frankofone. Das ist, was es schon vorher war: eine recht kleine Minderheit, zu der man Sorge tragen muss - auf jeden Fall dann, wenn das Lob auf die Zweisprachigkeit nicht bloss eine billige Abstimmungssonntagspredigt sein soll. Vielleicht liegt hier sogar die Chance des Abschieds von Moutier: dass die Zweckgemeinschaft der restlichen Bernjurassier und der Deutschschweizer nun eine etwas innigere wird, wenn sie nicht mehr von der leidigen Jura-Diskussion dominiert wird.»

«Le Quotidien Jurassien»:

Die Entscheidung von Moutier ist «folgerichtig». «Es wäre paradox gewesen, wenn eine Stadt, die seit über einer Generation von den Separatisten regiert wird, es abgelehnt hätte, nun die Türschwelle ins jurassische Hause zu überqueren.»

«Le Journal du Jura»:

Dies ist ein «schwarzer Sonntag für den Berner Jura». «Den Siegern von gestern, die sich nie wirklich als Teil dieser Einheit fühlten, dürfte das gleichgültig sein.» Es kündigt sich eine «lange Periode künstlicher Ungewissheit an» bis zum Übergang voraussichtlich im Jahr 2021, welche «nicht nur Gewinner zurücklassen wird». (sda)

History Porn Teil XVIII: Geschichte in 24 Wahnsinns-Bildern

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Luftfahrtaufsicht von SUST kritisiert

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Begrenzungsinitiative: Bundesrat zieht mit Grossaufgebot gegen die SVP-Vorlage ins Feld

Gleich vier Magistraten engagieren sich im Abstimmungskampf, um die Bilateralen mit der EU zu erhalten. Schützenhilfe leistet sogar SVP-Wirtschaftsminister Guy Parmelin.

Noch ist der Abstimmungskampf flau. Die Bundespolitiker haben sich in die Sommerpause verabschiedet, die Coronakrise dominiert das Tagesgeschäft. Eine richtige Debatte über die Begrenzungsinitiative der SVP mag da nicht aufkommen.

Doch bald könnte sich das ändern: Gleich vier Bundesräte ziehen durchs Land und argumentieren gegen die Initiative, deren Ziel es ist, die Personenfreizügigkeit zwischen der Schweiz und der EU zu beenden.

Neben der dossierführenden Justizministerin Karin Keller-Sutter …

Artikel lesen
Link zum Artikel