Bedrohte Vogelart kehrt zurück: Immer mehr Grauammern im Grossen Moos
Die vom Aussterben bedrohte Vogelart Grauammer kehrt ins Grosse Moos zurück. Diesen Sommer wurden dort 68 singende Männchen gezählt – vor acht Jahren waren es gerade einmal acht.
Damit beherberge die Region zwischen Murten-, Bieler- und Neuenburgersee den grössten bekannten Bestand dieser Vogelart in der Schweiz, teilte die Vogelschutzorganisation Birdlife Schweiz am Dienstag mit.
Mindestens 27 Bruten waren in diesem Jahr erfolgreich. Vor allem gezielte Massnahmen für die bedrohte Art haben zu der Entwicklung beigetragen.
Die Grauammer gehört zu den am stärksten bedrohten Brutvögeln der Schweiz und steht auf der Roten Liste in der höchsten Gefährdungskategorie «vom Aussterben bedroht». Während es Ende der 1990er-Jahre landesweit noch 400 bis 600 Paare gab, zählt der Bestand heute nur noch rund 200 Paare. Der massive Rückgang von rund 80 Prozent sei lange unterschätzt worden. Noch 2010 galt die Art als «verletzlich».
Birdlife bezeichnet die Entwicklung im Grossen Moos als grossen lokalen Erfolg, der aber im Kontrast zur landesweit kritischen Situation stehe. «Wenn wir Feldvögeln über das ganze Jahr Nahrung, Deckung und sichere Brutplätze bieten – bis in den Winter hinein –, kommen sie zurück», sagte Projektleiter Lucas Lombardo. Nun müssten solche Massnahmen grossflächig umgesetzt werden. (pem/sda)
