Gletschersee oberhalb der Lenk ist ohne Komplikationen ausgelaufen
Der Faverges-Gletschersee auf der Plaine Morte oberhalb der Lenk im Berner Simmental hat sich dieses Jahr selbstständig und ohne Schäden entleert. Aufgrund der trockenen und sehr warmen Witterung entwickelte sich der Pegel zunächst nur langsam.
Eine feststellbare Entleerung über den Trübbach setzte am vergangenen Montag ein, wie die Gemeinde Lenk am Dienstag mitteilte. Maschinelle Unterstützung war demnach nicht nötig. Nach den Niederschlägen von Mitte Juli hatte das Seevolumen in der Nacht auf den 19. Juli seinen Höchststand erreicht.
Der See bildete sich aufgrund des Eisrückgangs am Südostrand des Plaine-Morte-Gletschers an der Grenze der Kantone Bern und Wallis. In einer länglichen Mulde zwischen Fels und Eis sammelt sich im Frühsommer jeweils Schmelzwasser.
Früher kam es jeweils zu einer spontanen Entleerung, sobald der See eine kritische Schwelle erreichte. 2018 führte dies zu Schäden im Tal, woraufhin ein künstlicher Abflusskanal ins Gletschereis gegraben wurde. Seither kann sich der See normalerweise langsam und kontrolliert in diesen Überlauf entleeren. (sda)
