In der Nacht auf Sonntag sind am Aarauer Rave bei der Pferderennbahn Aarau Schüsse gefallen. Eine 22-jährige Frau starb, 5 weitere Menschen wurden verletzt. Die Täterschaft konnte flüchten. Das ist der Stand der Ermittlungen.
30.08.2026, 13:4630.08.2026, 20:45
Am Sonntagabend haben die Behörden erneut eine Medienkonferenz zu den Schüssen beim Aarauer Rave abgehalten. Dabei schilderten sie nochmals den Tatablauf und zeigten die Tatorte – einerseits bei der Pferderennbahn, wo die Party stattgefunden und eine Frau tödlich getroffen sowie fünf weitere Menschen verletzt wurden, andererseits ein nahegelegener Stellplatz von Fahrenden, wo ebenfalls Hülsen gefunden worden sind.
Wie Einsatzleiter Matthias Schildknecht erklärte, wurden zwei verschiedene Patronenhülsen gefunden: Einmal Kaliber Neun-Millimeter, die beispielsweise bei Pistolen und Maschinenpistolen verwendet werden, andererseits 5,45-mal-39-Millimeter-Hülsen, wie sie bei Langwaffen wie Sturmgewehren verwendet werden. Davon habe man mehr als ein Dutzend gefunden.

Einsatzleiter Matthias Schildknecht.Bild: keystone
Die Fahndung und die Spurensicherung liefen auf Hochtouren weiter, erklären Einsatzleiter und Polizeikommandant. Auch andere Polizeien aus den Kantonen Zürich, Solothurn und Bern sind daran beteiligt. Ebenso Mitarbeitende des Nachrichtendienstes und des Bundesamts für Polizei. Auch die deutsche Polizei hilft bei der Fahndung, die sich nun auf das ganze Land und über die Grenze hinaus erstreckt.

Polizeikommandant Michael Leupold.Bild: keystone
Über die Täterschaft ist praktisch nichts bekannt. Es gingen Meldungen über einen Täter, aber auch über zwei Täter ein, erklärt Polizeikommandant Michael Leupold. Er sei selbst durch die Schüsse geweckt worden, sagt er gleich zu Beginn. Obwohl ein Restrisiko bestehe, herrsche keine akute Gefahr. Die Bevölkerung soll am Montag ihren Alltag gewöhnlich starten können. Dafür sollen auch zusätzliche Einsatzkräfte im öffentlichen Raum sorgen.
Bei den Opfern dürfte es sich um Zufallsopfer handeln, erklärt er weiter. Sie stünden sonst in keiner Verbindung. Das Todesopfer ist Italienerin mit Wohnsitz in der Schweiz, die Polizei stehe mit den Behörden in Italien im Austausch.

Die Tatorte im Aarauer Schachen.keystone
Aktuell hat die Polizei drei Hypothesen, die sie verfolgt: Es könnte sich um einen Terroranschlag handeln, das sei nicht ausgeschlossen. Ebenso könnte es sich aber auch um einen Amoklauf gehandelt haben. Schliesslich sei es auch möglich, dass eine Abrechnung im Milieu dahinterstecke. Alle Hypothesen würden derzeit gleich behandelt.
Polizei informierte bereits am Nachmittag über aktuellen Stand
Bereits am Nachmittag trat Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, vor die Medien. «Wir haben keine Kenntnisse darüber, wo sich die Täterschaft befinden könnte», erklärte er.
Mittlerweile dürfte sie aber nicht mehr im Raum Aarau sein. Die Polizei geht nicht davon aus, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt an einem anderen Ort wieder zur Gefahr werden könnte, sagt Graser.

Polizeisprecher Bernhard Graser am Sonntagnachmittag vor den Medien.Bild: keystone
Auch das Motiv ist noch unklar. Einen Terroranschlag hält die Polizei eher für unwahrscheinlich, wie Graser erklärt. Schliesslich sei der Rave zum Tatzeitpunkt eigentlich schon vorbei gewesen. Es sei alles möglich, auch eine Abrechnung zwischen Personen, bei der es zu Zufallsopfern gekommen sei. Das sei jedoch reine Spekulation.
Die Polizei hatte gegen 2.30 Uhr einen Notruf erhalten. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte habe man sich erst einen Überblick verschaffen müssen, ob die Täterschaft noch vor Ort sei. Als klar wurde, dass es Verletzte gab, habe man der jungen Frau, die gestorben war, nicht mehr helfen können. Die Polizei geht laut Graser von einer grösseren Anzahl Schüsse aus, die gefallen sind.
Die Fahndung in Zusammenarbeit mit Bund, anderen Kantonspolizeien und der deutschen Polizei läuft auf Hochtouren. Im Aarauer Schachen werden derweil Spuren gesichert und Anwohnende befragt. Die Polizei bittet noch immer um Videoaufnahmen rund um die Tatzeit, etwa Material von Überwachungskameras oder Handys.
Sobald weitere Erkenntnisse vorliegen, will die Polizei erneut informieren.
Hier kannst du die Medienkonferenzen nachlesen:
Damit schliesst Polizeisprecher Graser die Medienkonferenz.
Ein Journalist wundert sich, warum von der Tat keine Videos kursieren. Leupold erklärt, dass es Videos gebe und die Polizei froh um alles Material sei.
Der Event war eigentlich schon fertig, die Musik schon aus. Laut dem Einsatzleiter waren noch weit über 100 Menschen vor Ort. Sie wurden nach der Tat an einen geschützten Ort gebracht, betreut und befragt.
Die Polizei gehe Hinweisen nach, mache Abklärungen, werte Kamerabilder aus und gehe all diesen Indizien nach.
Leupold erklärt nochmals die Karte. Die Verletzten haben sich bei der Pferderennbahn befunden, bei den Fahrenden seien Hülsen gefunden worden.
Das ist laut Leupold noch unklar. Man wisse nur, dass an zwei Orten geschossen worden sei. Es seien Fahrzeuge im Spiel gewesen, man könne aber nicht sagen, ob aus einem Fahrzeug geschossen worden ist.
Laut Leupold besteht zwischen den Opfern keine Verbindung, man gehe deshalb von Zufallsopfern aus.
Nach Crans-Montana steht es um die Beziehung mit Italien nicht gerade gut. Die Frage verweist Leupold jedoch an den Bund. Man habe jedoch in operativen Fällen auch schon mit den italienischen Behörden zu tun gehabt.
Leupold wiederholt, dass ein Restrisiko bestehe. Es sei aber überall gleich hoch. «Wir gehen davon aus, dass das Restrisiko auf einem Niveau ist, dass sich die Bevölkerung frei bewegen und morgen ihrem Alltag normal nachgehen kann.»
Leupold betont, dass das nicht sicher sei. Eine Person könne auch mit zwei Waffen schiessen.
Polizeikommandant Leupold reagiert zuerst auf die zweite Frage. Das sei normal, wenn ein Mensch in eine Menschenansammlung schiesst. Das sei lediglich eine Hypothese. Auf die erste Frage sagt Leupold: Die Täter kennen wir leider noch nicht, sonst wären wir ein grosses Stück weiter. Er wolle nicht spekulieren. Es sei sicher ein Täter, einige Melder hätten auch von zwei Tätern gesprochen. Das sei aber nicht sicher.
Nun dürfen die Journalisten Fragen stellen.
Die Staatsanwaltschaft habe sofort ein Verfahren wegen des Verdachts auf vorsätzliche Tötung und des Verdachts mehrfacher vorsätzlicher Tötung eröffnet. Die Hauptarbeit liege derzeit noch bei der Polizei, die Staatsanwaltschaft arbeite jedoch eng mit ihr zusammen, erklärt Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht.
Am Tatort seien Hülsen von zwei verschiedene Hülsen sichergestellt worden. Die eine werde beispielsweise bei Sturmgewehren verwendet, die andere bei Pistolen oder Maschinenpistolen.
Einsatzleiter Matthias Schildknecht ergreift das Wort. Die Sondereinsatzlage sei weiterhin aktiv. Dazu gehörten die kriminaltechnischen Untersuchungen, Befragungen von Zeugen und weitere Auswertungen. Auch die Sondereinheit Argus stehe noch im Einsatz. Auch Feuerwehr und Rettung unterstützten weiterhin.
Gewisse Risiken bestünden, solange die Täterschaft noch auf der Flucht ist. Die Gefahr sei aber in Aarau oder dem benachbarten Niederamt nicht mehr grösser als sonst wo. Ein Restrisiko bleibe. «Wir arbeiten auf allen Pisten und mit allen Mitteln weiter mit Hochdruck daran, die Täterschaft zu fassen.» Etwa 30 Beamte der Kantonspolizei Bern würden derzeit dabei helfen, den öffentlichen Raum zu sichern.
Leupold wiederholt, dass eine junge Italienerin mit Schweizer Wohnsitz ums Leben kam. Von den fünf Verletzten schwebe nach aktuellen Erkenntnissen niemand in Lebensgefahr.
Als die ersten Einsatzkräfte eingetroffen seien, seien keine Schüsse mehr gefallen, erklärt Leupold. Deshalb sei sofort eine Fahndungslage ausgelöst. Auch benachbarte Polizeien, der Nachrichtendienst und das Bundesamt für Polizei seien beteiligt. Derzeit habe die Polizei drei Hypothesen: Ein Terroranschlag, ein Amoklauf oder ein kriminelles Geschehen mit unbekanntem Hintergrund. Diese drei Thesen würden derzeit gleichmässig verfolgt. Sie seien alle gleich wahrscheinlich.
Der Polizeikommandant erklärt, wie die ersten Meldungen reinkamen. Es seien viele Schüsse gemeldet worden. «Ich selbst wurde durch die Schüsse wach», erklärt Leupold. Sofort sei eine Intervention einberufen worden. Ziel sei gewesen, die Täterschaft zu fassen, das Gelände zu sichern und Verletzte zu versorgen. Ausserdem wurde die Sonderlage ausgelöst, das heisst, alle verfügbaren Kräfte werden für die ausserordentliche Bedrohungslage zusammengezogen.
Leupold zeigt eine Übersicht über den Tatort. Die Verletzten befanden sich bei der Rennbahn (roter, breiter Bereich), bei Fahrenden in der Nähe wurden ebenfalls Hülsen gefunden.

Der Polizeikommandant stellt sich ans Rednerpult. «Die Sache ist noch überhaupt nicht abgeschlossen, der Einsatz läuft noch auf vollen Touren, ein Ende ist noch nicht absehbar.» Leupold nennt die gesicherten Fakten: Man sei noch in der Phase der Gefahrenabwehr. «Es gibt also immer noch Risiken.» Diese sollen eingeschätzt werden, damit am Montag wieder der Alltag einkehren könne.
Egli äussert sein Bedauern gegenüber den Opfern und den Angehörigen. Noch immer sei nicht klar, wer hinter der Tat stecke. Die Ermittlungen seien noch immer in vollem Gange. «Es wäre zum jetzigen Zeitpunkt falsch, vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Entscheidend ist, dass die Ermittlungen sorgfältig und lückenlos geführt werden.» Egli dankt allen Einsatzkräften, die seit 18 Stunden am Fall beteiligt sind.
Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, eröffnet die Medienkonferenz. Regierungsrat Dieter Egli erhält das Wort. Er spricht von einem dramatischen und langen Tag. «Ein Ort, an dem Menschen zum friedlichen Feiern zusammengekommen sind, wurde zum Tatort.»
Um 18.30 Uhr wollen die Behörden über den aktuellen Ermittlungsstand informieren. Wie Polizeisprecher Bernhard Graser kurz nach 18 Uhr gegenüber Tele M1 erklärte, konnte die Täterschaft noch nicht gefasst werden. Dennoch wollen Regierungsrat Dieter Egli, Polizeikommandant Oberst Michael Leupold, der leitende Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht und Hauptmann Matthias Schildknecht, Abteilungschef Stationierte Polizei, sich nun an die Öffentlichkeit wenden und über den aktuellen Stand sowie weitere Massnahmen informieren.
Damit ist die Medienkonferenz beendet.
Die Polizei hatte im Vorfeld angekündigt, dass es um 17.30 Uhr eine weitere Medienkonferenz gibt. Laut Graser ist das allerdings noch nicht sicher. Das hänge davon ab, ob man neue Erkenntnisse präsentieren könne. Auch die Uhrzeit ist noch nicht sicher. Sollte es eine weitere Medienkonferenz geben, kannst du sie auf watson live mitverfolgen.
Nahe des Tatorts befindet sich ein Stellplatz von Fahrenden. Gegenüber Tele M1 berichtete einer von ihnen, dass er Schüsse gehört und kurz darauf von einem Mann, der aus einem Auto gestiegen war, mit einer Waffe bedroht worden war. Die Polizei sammelt nun Zeugenaussagen und Spuren, erklärt Graser. Dazu gehöre auch die Befragung der Fahrenden. Derzeit würden weiter Spuren gesammelt, das dürfte sich bis in die Nacht hinein ziehen.
Laut Graser ist praktisch das ganze Korps der Kantonspolizei Aargau am Fall beteiligt. Teilweise leisteten die Beamten Doppelschichten.
Die Polizei musste sich beim Eintreffen erst einen Überblick verschaffen. Es hätte schliesslich sein können, dass sich die Täterschaft noch vor Ort befindet, sagt Graser. Als klar wurde, dass Menschen verletzt wurden, sei jedoch für das Opfer jede Hilfe zu spät gekommen. Alle Opfer seien jedoch identifiziert.
Laut Graser droht in der unmittelbaren Umgebung wohl keine Gefahr mehr. Schliesslich seien mittlerweile fast 12 Stunden vergangen. «Wir haben keine Kenntnisse darüber, wo sich die Täterschaft befindet», sagt Graser. «Aufgrund der ganzen Situation schliessen wir aber aus, dass die Täterschaft irgendwo wieder aktiv und zur Gefahr werden könnte.» Es ist unklar, ob sie mit einem oder mehreren Fahrzeugen geflüchtet sind. Auch Social Media habe keine neuen Erkenntnisse geliefert.
Nicht nur die deutsche Polizei hilft bei der Fahndung. Auch andere Polizeien hätten ihre Hilfe angeboten, sagt Graser. Diese habe man soweit wie nötig auch angenommen. «Wir stehen wir auch in Kontakt mit den Stellen des Bundes», sagt Graser.
Laut Graser kann ein Anschlag noch nicht ausgeschlossen werden. Die Tatzeit spreche jedoch dagegen, da der Rave zum Tatzeitpunkt eigentlich schon vorbei war.
Graser sagt: «Die Fahndung läuft weiterhin auf Hochtouren über die Grenzen hinaus.»
«Wir müssen davon ausgehen, dass eine grössere Anzahl Schüsse gefallen ist», sagt Graser. Die Polizei bittet weiterhin um Videomaterial, damit die Situation ausgewertet werden kann. Auch Aufnahmen von Überwachungskameras könnten dabei hilfreich sein.
Graser kann noch keine Angaben zur Täterschaft machen. Ob es um eine Abrechnung ging oder etwas anderes, könne nicht gesagt werden. Das seien Spekulationen.
Noch ist das Gebiet rund um den Tatort im Aarauer Schachen abgesperrt. Dies auch wegen der Spurensicherung.
Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, stellt sich den Medien. Er wird mit Fragen überhäuft. Ob es mehrere Tatorte und wohin die Täterschaft geflüchtet ist, kann er noch nicht sagen. «Viele Informationen haben wir nicht», sagt Graser.
Die Kantonspolizei Aargau informiert um 14 Uhr über den aktuellen Stand der Ermittlungen nach den Schüssen am Aarauer Rave in der Nacht auf Sonntag. Dabei war eine 22-jährige Frau getötet worden. Vier Männer und eine Frau im Alter von 24 bis 27 Jahren wurden teils schwer verletzt. Die Täterschaft konnte zunächst flüchten, die Polizei leitete sofort eine Grossfahndung ein.

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