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So reagieren Pride und Argovia Fäscht nach Schüssen in Aarau

KEYPIX - A police car drives past flowers that have been laid down in a near the Schachen horse racing track, the site of a rave party, following a deadly shooting incident on Sunday, in Aarau Switzer ...
Blumen liegen in der Nähe der Pferderennbahn.Bild: keystone

So reagieren Pride und Argovia Fäscht nach Schüssen in Aarau

An einem Rave in Aarau wurde eine 22-jährige Frau getötet, fünf weitere Personen wurden verletzt. Kommendes Wochenende sind in der Region verschiedene Grossveranstaltungen wie Pride oder Argovia Fäscht geplant. Wie die Organisatoren auf die jüngsten Ereignisse reagieren.
01.09.2026, 10:0801.09.2026, 10:08
melanie burgener, matthias niederberger, claudia meier

Eigentlich sollten diese Tage für das OK der Pride Aargau und die queere Community von Vorfreude geprägt sein. Am kommenden Wochenende ziehen sie mit einem Demozug durch Aarau und feiern anschliessend ihr Festival auf dem Maienzugplatz.

All das soll sich weniger als einen Kilometer Luftlinie von jenem Ort entfernt abspielen, an dem sich am frühen Sonntagmorgen Tragisches ereignete.

Kurz nach 2.30 Uhr fielen vor der Pferderennbahn im Aarauer Schachen Schüsse auf Teilnehmende einer Rave-Party. Eine 22-jährige Frau wurde getötet, fünf weitere Personen wurden verletzt. Am Montag nahm die Polizei einen 43-jährigen Tatverdächtigen fest.

Pride Aargau soll wie geplant stattfinden

Für die Organisierenden der Pride Aargau ist Sicherheit seit Jahren ein zentrales Thema. Nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin rückte sie dieses Jahr noch stärker in den Fokus. Obwohl die Tat weit entfernt geschah, löste sie auch hier grosse Betroffenheit aus und warf Fragen zum Schutz der Veranstaltung in Aarau auf.

epa13157065 Participants of the Pride March walk towards Museumplein in Amsterdam, the Netherlands, 08 August 2026. The peaceful protest march marks the conclusion of WorldPride, which took place in A ...
Bald findet die Pride im Aargau statt.Bild: keystone

Nun kommt ein Ereignis hinzu, das sich in unmittelbarer Nähe zum eigenen Festivalgelände abgespielt hat. Und deren Hintergründe man nicht kennt.

Die tödlichen Schüsse im Aarauer Schachen haben auch die Verantwortlichen der Aargau Pride erschüttert. «Wir waren und sind zutiefst betroffen von den Geschehnissen», sagt Jenny Nussbaum vom OK. Ihre Gedanken seien bei den Betroffenen und deren Angehörigen.

Zugleich hätten die Ereignisse die Bedeutung der Sicherheitsvorkehrungen nochmals stärker ins Bewusstsein gerückt. «Diese Gewaltbereitschaft macht wirklich Angst.» Nussbaum erklärt, dass das Sicherheitskonzept der Pride laufend überprüft und bei Bedarf angepasst werde. Dazu stehe man in engem Austausch mit der Kantonspolizei.

Einen queerfeindlichen Hintergrund der Schiesserei im Schachen vermuten die Organisierenden derzeit nicht. Anders beurteilen sie den Anschlag in Berlin, der explizit queerfeindlich gewesen sei und deshalb auch für die Sicherheitsplanung in Aarau eine Rolle spiele.

Auch innerhalb der Community seien unterschiedliche Reaktionen zu spüren: Verunsicherung einerseits, der Wille, nun erst recht teilzunehmen, andererseits. «Beide Reaktionen sind völlig verständlich», sagt Jenny Nussbaum. Sie selbst fänden viel Kraft in der Gemeinschaft – genau das sei einer der Hauptgründe für die Durchführung einer Pride im Aargau.

Die Pride soll voraussichtlich wie geplant stattfinden. Gerade in einer solchen Situation sei es wichtig, zusammenzustehen und der Gemeinschaft Raum zu geben, betonen die Verantwortlichen. «Wir finden, dass die Pride stattfinden soll – nicht aus Trotz, sondern aus Liebe, Verbundenheit und als Zeichen dafür, dass Hass und Terror niemals stärker sein dürfen als unsere Gemeinschaft.»

Argovia Fäscht überwacht Gelände und Zufahrten

Auf dem Birrfeld findet am Wochenende das Argovia Fäscht statt. Die Ereignisse in Aarau haben die Organisatoren des Grossanlasses betroffen gemacht. «Die Sicherheit unseres Publikums, unserer Acts und aller Beteiligten hat für uns oberste Priorität.»

Die Verantwortlichen betonen: «Wir verfügen über ein bewährtes Sicherheitskonzept. Das Festivalgelände, die Zufahrten und der Flugplatz Birrfeld werden durch unseren Sicherheitsdienst mit einem grossen Personalbestand kontrolliert und überwacht.» Zudem seien während des Argovia Fäscht Polizeikräfte vor Ort.

Entscheid über Pferderennen in Aarau noch offen

Auf der Pferderennbahn im Aarauer Schachen sollte Ende der Woche der letzte von vier Turf-Sonntagen des Aargauischen Rennvereins stattfinden. Diese Anlässe ziehen mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher an. Ob die Veranstaltung aber wirklich durchgeführt wird, war am Montagabend noch offen.

«Der Aargauische Rennverein klärt die Situation derzeit sorgfältig und steht dabei unter anderem im Austausch mit der Kantonspolizei Aargau», heisst es auf der Vereinswebsite. Der Entscheid soll bis spätestens Mittwoch fallen.

Krebsliga sagt Charity-Vollmondlauf ab

Bereits klar ist, dass der für Donnerstag geplante Charity-Vollmondlauf der Krebsliga Aargau nicht auf der Pferderennbahn stattfinden wird. Nach den tragischen Ereignissen im Aarauer Schachen sei das Gelände nicht für Veranstaltungen freigegeben, schreiben die Organisatoren am Montagvormittag. Auf Wunsch wird die Krebsliga bezahlte Teilnahmegebühren vollständig zurückerstatten.

Rave in Wettingen steht auf der Kippe

Auf dem Programm der Event-Agentur Urban Agency Events AG, die die Techno-Party in Aarau organisiert hat, steht noch eine weitere Veranstaltung im Aargau. Am 19. September soll der WettigerRave 2.0 auf dem Tägi-Areal in Wettingen stattfinden.

Auf Anfrage dieser Zeitung heisst es von der Agentur, dass noch nicht entschieden sei, ob die Veranstaltung durchgeführt oder abgesagt werde. Dies werde auf Social Media zu erfahren sein. In der NZZ war am Montagnachmittag zu lesen, man habe den Rave aus Respekt abgesagt und beende die Festivalsaison frühzeitig. Was stimmt, wird sich zeigen. (schweizheute.ch)

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Schüsse am Aarauer Rave
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Schüsse am Aarauer Rave

Am Aarauer Rave sind in der Nacht auf Sonntag, 30. August 2026, Schüsse gefallen.

quelle: keystone / michael buholzer
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Tele M1 spricht mit einem Zeugen der Schüsse in Aarau
Video: watson
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goschi
01.09.2026 10:24registriert Januar 2014
Als Reaktion auf solche Taten Festanlässe abzusagen ist mMn meistens die falsche Reaktion, weil damit die Angst, der Terror (egal was die Beweggründe der tat waren, sie wirkt als Terror) gewinnen.

Ich verstehe die erste Reaktion, aber gerade dann müssen wir dagegen anstehen!

Und hier nochmals besonders, weil ja kein Zusammenhang erkennbar wäre, es keine Anzeichen gibt, dass dies der beginn einer allgemeinen Anschlagsreihe wäre, sondern die tat isoliert zu betrachten scheint.
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Big_Berny
01.09.2026 10:18registriert April 2014
Ich denke, es ist wichtig, dass wir uns nicht einschüchtern lassen und jetzt nicht überreagieren. Es können immer Dinge passieren, die man nicht verhindern kann.
Hier sieht es ja nicht so aus, als ob es eine Organisation war, die noch weitere Anschläge plant. Von dem her sollten wir nicht einfach so unsere Freiheit einschränken.

Dass man nicht eine Woche später am gleichen Ort etwas machen kann oder will, ist verständlich. Aber wir sollten jetzt nicht einfach überall bewaffnetes Sicherheitspersonal haben wegen eines einmaligen, wenngleich traurigen Vorkommnisses.
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