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Frauenquote im Bundesrat? 7 Dinge, die du darüber wissen musst

HANDOUT - Das offizielle Bundesratsfoto 2011 mit den Bundesraetinnen und Bundesraeten Johannes Schneider-Ammann, Didier Burkhalter, Doris Leuthard, Bundespraesidentin Micheline Calmy-Rey, Eveline Widm ...
Der Bundesrat im Jahr 2011: Im Gegensatz zu heute war hier die geforderte Quote erfüllt.Bild: BUNDESKANZLEI

Jetzt beginnt der Kampf um die Frauenquote im Bundesrat: 7 Dinge, die du wissen musst

Mindestens 3 Frauen und 3 Männer sollen immer im Bundesrat vertreten sein, fordert ein Vorstoss, über den am Donnerstag erstmals im Bundeshaus diskutiert wird. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
11.01.2018, 06:0511.01.2018, 15:57

Was will die parlamentarische Initiative?

Wenn das Parlament den Bundesrat wählt, muss es berücksichtigen, dass die Landesgegenden und Sprachregionen angemessen vertreten sind. 

Der Vorstoss der Nationalrätin Maya Graf (Grüne) baut darauf auf. Sie fordert, dass neben der Landesgegenden und Sprachregionen in Zukunft auch das Geschlecht bei der Zusammenstellung des Bundesrats berücksichtigt werden muss.

Das Ziel: Zu jedem Zeitpunkt sollen immer mindestens drei Frauen und drei Männer im Bundesrat vertreten sein.

Welche Hürde muss die Initiative als nächstes nehmen?

Am Donnerstag wird erstmals im Bundeshaus über den Vorstoss diskutiert. Und zwar in der staatspolitischen Kommission des Nationalrats, die dabei darüber abstimmen wird, ob sie dem Nationalrat zur Annahme oder Ablehnung der Initiative raten will.

Wer unterstützt den Vorstoss?

Ein wichtiger Player ist die Frauenorganisation Alliance F, welche die Aktion «Bundesrätinnen geht in die Offensive» lanciert hat. Im Zuge dieser Aktion verkauft sie am Donnerstagmorgen auf dem Bundesplatz in Bern spezielle Fussballtrikots. Das Clublogo zeigt eine Frau, die die Faust in die Höhe streckt. Die Botschaft: Gemischte Teams funktionieren besser.

Viele Nationalrätinnen haben sich bereits öffentlich zum Vorstoss bekannt – über die Parteigrenzen hinweg. Beispiele: Min Li Marti (SP), Kathrin Bertschy (GLP), Rosmarie Quadranti (BDP), Barbara Schmid-Federer (CVP), Doris Fiala (FDP). Auf der Liste der Unterstützer findet sich ein einziger Mann: BDP-Präsident Martin Landolt.

Was spricht gegen die Frauenquote?

Die Gegner der parlamentarischen Initiative betonen, dass sie nichts gegen eine angemessene Frauenvertretung im Bundesrat hätten. Doch es sei nicht nötig, dies in die Verfassung zu schreiben.

Matthias Jauslin, FDP-Nationalrat und Mitglied der staatspolitischen Kommission, sagte gegenüber der «Luzerner Zeitung»: «Was ist mit der angemessenen Vertretung von Jung und Alt, von Stadt und Land, von Akademikern und Nichtakademikern? Die Liste ist endlos.»

Frauen im Bundeshaus über Vorurteile und Klischees:

Video: Angelina Graf

Sind Frauen bei der Bundesratswahl wirklich benachteiligt?

Dass dem so ist, belegt die Statistik. Bisher hat die Vereinigte Bundesversammlung 117 Bundesräte gewählt, darunter waren 110 Männer und nur 7 Frauen. Klar kann man jetzt argumentieren, dass die Frauen bis 1971 gar kein Stimmrecht hatten und somit damals auch keine Frau in den Bundesrat gewählt wurde. Doch auch wenn man nur die letzten 47 Jahre betrachtet, zeigt sich das Ungleichgewicht. Seit der Einführung des Frauenstimmrechts wählte die Bundesversammlung 35 Bundesräte, darunter 7 Frauen. 

Gab es bereits eine Zeit, in der die Quote erfüllt gewesen wäre?

2007 waren mit Doris Leuthard, Micheline Calmy-Rey und Eveline Widmer-Schlumpf erstmals drei Frauen zur selben Zeit im Bundesrat vertreten. 2010 gab es die noch bedeutendere Premiere: Mit der Wahl von Simonetta Sommaruga waren die Frauen erstmals in der Landesregierung in der Mehrheit.

Historischer Moment: Die Frauen sind in der Überzahl

Die neuformierte Landesregierung posiert in Frauenmehrheit zum Gruppenbild, von links, Bundespraesidentin Doris Leuthard, Micheline Calmy-Rey, Eveline Widmer-Schlumpf, Ueli Maurer, Didier Burkhalter,  ...
Bild: POOL KEYSTONE

Seit den Rücktritten von Widmer-Schlumpf und Calmy-Rey gibt es wieder nur zwei weibliche Bundesräte. Tritt nun wie erwartet Leuthard bis 2019 zurück, könnte allenfalls wieder nur eine Frau in der Exekutive vertreten sein.

Was sind die Gründe für die tiefe Frauenquote im Bundesrat?

Politologe Nenad Stojanovic sieht dafür vor allem drei Gründe, wie er in einem Interview mit watson sagte:

  1. Es sind allgemein weniger Frauen als Männer in der Politik aktiv. Dies liegt auch an der teils mangelnden Förderung durch die Parteien.
  2. Noch immer haben einzelne Politiker das alte Vorurteil im Kopf: Männer können es besser als Frauen. Das sei völlig absurd, so Stojanovic, «aber prägt wohl noch immer einzelne Parlamentarier».
  3. Politiker fordern immer wieder mehr Frauen in der Exekutive, wählen aber letztendlich einfach jenen Kandidaten, der ihnen politisch näher steht.

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Video: srf
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