Rösti rechtfertigt Budgetkürzungen für klimatauglichen Wald
Schweizer Wälder leiden besonders unter dem trockenen Sommer 2026. Trotzdem plant der Bundesrat, die Mittel für eine klimataugliche Aufforstung zu kürzen. Nachdem die Entscheidung stark kritisiert wurde, nimmt nun Umweltminister Albert Rösti Stellung dazu.
2020 sprach das Parlament 100 Millionen Franken, verteilt auf vier Jahre, unter anderem für die Pflanzung von hitzeresistenten Arten. Wie die NZZ am Sonntag berichtete, wurden die Massnahmen 2023 verlängert, das Budget jedoch gekürzt. Nun plant der Bundesrat eine erneute Kürzung.
Diese Entscheidung stiess selbst in den bürgerlichen Parteien auf Kritik. «Ich bin vom Verhalten des Bundesrates wirklich sehr enttäuscht, da dies in beiden Kammern beschlossen worden war», sagt der Waadtländer FDP-Nationalrat Daniel Ruch gegenüber RTS.
«Wenn uns gesagt wird, dass dieses Jahr das kälteste der nächsten zehn Jahre sein wird, und wenn man den Zustand der Wälder sieht, dann brauchen wir dieses Geld, um den Wald von morgen wieder aufzuforsten», sagt Ruch weiter. Er soll in der nächsten Parlamentssitzung einen entsprechenden Antrag einbringen wollen.
Schuldenbremse vor Wald
Umweltminister Albert Rösti begründet die Kürzungen damit, nachhaltig haushalten zu wollen. «Als Umweltminister befürworte ich zusätzliche Mittel für den Umweltschutz, aber wir müssen auch die Schuldenbremse berücksichtigen», erklärt er dem Medium.
Die reguläre Forstfinanzierung bleibe jedoch stabil, versichert Rösti. «Innerhalb der 115 Millionen Franken, die der Bundesrat jährlich zur Verfügung stellt, gibt es Möglichkeiten, Massnahmen zum Schutz des Klimas und der Wälder vor dem Klimawandel zu unterstützen», beschwichtigt der Bundesrat.
Als Nächstes wird das Parlament über die geplanten Budgetkürzungen abstimmen. Obwohl der Umweltminister hinter dem Bundesratsentscheid stehe, wäre er bei einem Nein nicht allzu traurig. «Die Budgethoheit liegt beim Parlament», meint Rösti. «Sollte das Parlament beschliessen, das Budget für die Wälder zu erhöhen, wird der Umweltminister nicht allzu verärgert sein.» (nil)
