Schweiz
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Mirage-Skandal lässt grüssen: 5 Dinge, die du zu einer möglichen Crypto-PUK wissen musst

Immer mehr Politiker wollen die Aufklärung des Crypto-Skandals nicht dem Bundesrat überlassen und fordern eine PUK. Das steckt hinter der schärfsten Waffe, über die das Parlament verfügt.



Der Spionage-Skandal um die Zuger Crypto AG erschüttert die Schweiz. Die CIA und der deutsche Nachrichtendienst haben jahrelang über die Zuger Firma Crypto AG über 100 Staaten abgehört. Für einmal sind sich sogar SVP-Doyen Christoph Blocher und die SP/Grüne einig. Sie fordern, dass die Rolle des Schweizer Nachrichtendienstes und des Bundesrats mittels einer parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) aufgeklärt wird. «Wenn es einen ernsthaften Verdacht gibt, dass Bundesräte davon gewusst haben, muss dies von einer externen Stelle untersucht werden, eventuell braucht es sogar ein PUK», sagte Blocher zu Tamedia.

Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wie stehen die Chancen für eine PUK?

Sei es das Swissair-Grounding, die UBS-Affäre, Insieme-IT-Debakel oder der Postauto-Skandal: In allen Fällen scheiterten die PUK-Forderungen im Parlament. Seit über 20 Jahren gab es keine PUK mehr.

Bei der Crypto-Affäre stehen die Chancen nicht schlecht: Mit den Stimmen von SP, Grünen, SVP und FDP (plus einigen Grünliberalen), wäre eine PUK sowohl im National- wie Ständerat mehrheitsfähig. Noch haben die Parteien aber die Sache nicht vertieft diskutiert. Die beiden Kammern könnten bei der Frühlingssession die PUK einsetzen.

Welche Macht hat eine PUK?

Eine PUK ist das stärkste Mittel zur Aufsicht der eidgenössischen Verwaltung. Sie kann eingesetzt werden, wenn «Vorkommnisse von grosser Tragweite der Klärung bedürfen». Und zwar mit letzter Konsequenz.

Was ist der Unterschied zur Spionage-Oberaufsicht (GPDel)?

Am Mittwochabend kündigte GPdel-Präsident Alfred Heer (SVP) an, dass die Geschäftsprüfungsdelegation (GPdel) unverzüglich Anhörungen zu den Machenschaften der Crypto AG aufnimmt. Am Donnerstag ist die Untersuchung offiziell eingeleitet worden. Die GPdel ist die Oberaufsicht der Nachrichtendienste.

Die GPdel hat grundsätzlich die gleichen Befugnisse wie eine PUK. Dennoch fordert Balthasar Glättli von den Grünen eine PUK: «Auch die Rolle der Aufsicht über den Geheimdienst muss geklärt werden. Die GPdel kann sich nicht selbst einen Persilschein ausstellen», sagte er zu SRF.

Bei welchen Skandalen gab es eine PUK?

Mirage-Affäre

Eine Mirage 3 S im Landeanflug, undatierte Aufnahme. Das Departement fuer Verteidigung, Bevoelkerungsschutz und Sport (VBS) teilte am Donnerstag, 8. Maerz 2001 mit, dass sie bis heute sechs Maschinen zerlegt hat. Am 4. April 2001 beginnt in Meiringen BE der oeffentliche Verkauf von Bestandteilen, der im Jahre 1999 ausgemusterten Mirage III S. Die Gruppe Ruestung hat im vergangenen Jahr mit der Liquidation der 29 einstigen Abfangjaeger begonnen. (KEYSTONE/Str) === ===

Bild: KEYSTONE

Im Frühjahr 1964 lief die geplante Beschaffung von 100 Mirage-Kampfflugzeugen wegen Kostenüberschreitugnen völlig aus dem Ruder. Das Parlament zog in letzter Sekunde die Notbremse. Dank einer PUK: Ein 138-seitiger Untersuchungsbericht zeigte das Missmanagement schonungslos auf. Der Bericht führte dazu, dass nur 57 statt 100 Kampfjets geordert wurden. Zudem rollten die Köpfe von Generalstabschef Jakob Annashon und Etienne Primeault, Waffenchef der Luftwaffe. Bundesrat Chaudet trat später verbittert zurück.

Elisabeth Kopp/Fichenskandal

ZUM 25. JAHRESTAG DES RÜCKTRITTS VON BUNDESRÄTIN ELISABETH KOPP AM 12. DEZEMBER 2013, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Elisabeth Kopp sitzt am 13. Januar 1989 in Bern neben Felix Mueller, Gemeindepraesident von Zumikon, im Auto. Die FDP-Politikerin wurde als erste Frau in den Bundesrat gewaehlt, musste jedoch am 12. Januar 1989 ihr Amt abgeben, nachdem bekannt geworden war, dass sie ihren Mann in einem Telefongespraech ueber den Geldwaesche-Verdacht gegen die Firma Shakarchi informiert hatte. Hans W. Kopp sass im Verwaltungsrat von Shakarchi. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Bild: KEYSTONE

Vor über 30 Jahren ist die Fichenaffäre durch eine PUK aufgeflogen. Die Kommission hatte den Auftrag, Licht in die Hintergründe des Telefongesprächs zwischen der damaligen Justizministerin Elisabeth Kopp und ihrem Mann zu bringen. Kopp hatte ihren Ehemann wegen Ermittlungen in einem Fall von Geldwäscherei gewarnt und ihm geraten, aus dem Verwaltungsrat einer verdächtigten Firma auszutreten.

Im PUK-Bericht wurde dann das Ausmass der Fichenaffäre deutlich: Über 900'000 Menschen waren fichiert worden. Die Empörung war gross: So demonstrierten am 3. März 1990 in Bern rund 30'000 Menschen gegen den «Schnüffelstaat».

EMD-Affäre

ARCHIV - ZUM 30. JAHRESTAG DES FICHENSKANDAL AM FREITAG, 22. NOVEMBER 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Nationalrat Moritz Leuenberger, links, sitzend SP-Vizepraesidentin Heidi Deneys, mit dem Ruecken zur Kamera SP-Praesident Helmut Hubacher, am 23. Februar 1989 an einer Pressekonferenz der SP zur Fichenaffaere in Bern. Im Zusammenhang mit der Fichenaffaere und der PUK EJPD (PUK I) fordert die Sozialdemokratische Partei eine zusaetzliche Eidgenoessische Untersuchungskommission - PUK EMD (PUK II) - zu den Vorkommnissen im Militaerdepartement. An der Pressekonferenz hatte keiner der Journalisten Fragen zu stellen. Umso lebhafter diskutierten sie nachher, fast im privaten Rahmen. (KEYSTONE/Peter Schlegel)

Bild: KEYSTONE

Die Empörung war gross, als im Zuge der Fichenaffäre 1990 eine geheime Widerstandsorganisation namens P-26 aufflog. Sie hätte im Fall einer kommunistischen Besetzung der Schweiz im Untergrund aktiv werden sollen. Eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK EMD) kam in ihrem 277-seitigen Bericht zu dem Schluss, die P-26 stelle eine potenzielle Gefahr für die verfassungsmässige Ordnung dar. Von einer illegalen «Geheimarmee» war in Medien und Politik die Rede.

Versicherungskasse

Die vierte PUK zur Durchleuchtung der Eidgenössischen Versicherungskasse war eher eine parlamentarische Form der Vergangenheitsbewältigung. Die Pensionskasse des Bundes (PKB) hatte seit Beginn der achtziger Jahre mit grossen Problemen in den Bereichen Führung und Organisation, EDV und Finanzen zu kämpfen. Millionenbeträge konnten buchhalterisch nicht belegt werden. Die Hauptverantwortung für das Debakel in der PKB trugen laut Schlussbericht der frühere Chef des EFD sowie die beiden früheren Direktorinnen der Eidgenössischen Versicherungskasse, zu der die PKB gehörte.

Was macht der Bundesrat?

ZUM 25. JAHRESTAG DES PUK-BERICHTS ZUM FICHENSKANDAL AM MONTAG, 24. NOVEMBER 2014, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Mitglieder der Parlamentarischen Untersuchungskommission zur sogenannten Fichenaffaere sitzen am 6. Dezember 1989 im Bundeshaus in Bern, Schweiz. V.l.n.r.: Niklaus Oberholzer, Brigitte Cadient, Christof Lanz, Alexander Tschaeppaet. (KEYSTONE/Str)

Oberholzer (links) bei der Untersuchung zur Fichenaffäre. Bild: KEYSTONE

Der Bundesrat weiss seit November von den Machenschaften der Krytpo AG. Im Januar hat die Landesregierung entschieden, alt Bundesrichter Niklaus Oberholzer mit einer Untersuchung zu beauftragen. Dieser hat viel Erfahrung mit delikaten Angelegenheiten: Er war Mitglied der PUK, welche die Fichenaffäre untersuchte.

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50 Jahre Mirage-Affäre

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    Alle Leser-Kommentare
  • SyWe 14.02.2020 15:31
    Highlight Highlight Geld Regiert die Welt!
  • Dubleklick 14.02.2020 13:18
    Highlight Highlight Die Frage die wir uns stellen sollten ist, wie beschaffen sich die Nachrichtendienste Ihre Informationen im hier und jetzt. Scheinbar haben sich besser Quellen anerboten weshalb man bei der Crypto aussteigen konnte ;)
  • jaguar1234 14.02.2020 06:50
    Highlight Highlight @Watson: PUK? Könnte man dies für den Nicht-Schweizer ausschreiben? Ich habe mich irritiert über den Begriff beim Lesen vom Artikel.
  • Aruma 13.02.2020 23:43
    Highlight Highlight Was ist los mit Schreibern, die hier Geplapper von Schokolade oder Schäferstündchen vergleichen mit Ereignissen, die mit tausenden von Toten in Zusammenhang stehen? Was ist die Absicht hinter solch masslosem Kleinreden?

    Ein Verstoss gegen Völkerrecht ist auch keine Kleinigkeit.
    • P. Meier 14.02.2020 11:37
      Highlight Highlight Erklären Sie doch bitte verständlich, warum und wie die CH, durch das Handeln einer Privatfirma, aktiv gegen Völkerrecht verstossen hat. Warum soll die CH mitschuldig an den Menschenrechtsverletzungen von Drittstaaten sein. Nach dieser Logik müsste die Schweiz auch bei Baupfusch durch CH-Unternehmen oder bei gravierenden Nebenwirkungen von in der CH fabrizierten Medikamenten zur Verantwortung gezogen werden.
  • Pafeld 13.02.2020 20:37
    Highlight Highlight Bin ja gespannt, welcher NR sich dagegen stellen wird.
  • BlueTire 13.02.2020 19:42
    Highlight Highlight Ich möchte das alles nicht kleinreden, aber alle Infios die wir heute haben sind CIA Dokumente die 2014 veröffentlicht wurden sowie Zeugenaussagenbaus den 80er und 90er.
    Die neuigkeit ist ja wohl nur der Aufschrei der Medien.
    • äti 13.02.2020 22:28
      Highlight Highlight .. du hast es aber Kleingeredet. Total.
    • BlueTire 14.02.2020 17:31
      Highlight Highlight @Äti hast du andere Infos?
    • äti 14.02.2020 19:07
      Highlight Highlight @bluetire. Ja, Tagi, Watson, SRF, Washington Post und falls du Google willst, andere mehr. Du kannst auch Zeitungen von betroffenen Länder heranziehen. Diese haben ein grösseres Interesse am Fall als manche von uns.
  • WatDaughter (aka häxxebäse) 13.02.2020 19:32
    Highlight Highlight Gute info habe ich in der dok erhalten.
    Play Icon
    • P. Meier 13.02.2020 21:20
      Highlight Highlight Nach dem Anschauen der Doku bin ich erst recht überzeugt, dass die künstliche Entrüstung und der medienwirksame Aufschrei einiger Politiker völlig unverhältnissmässig ist.
    • WatDaughter (aka häxxebäse) 13.02.2020 22:13
      Highlight Highlight Absolut. Das ganze war bis ins detail bekannt, über jahrzehnte hinaus.
    • Hierundjetzt 14.02.2020 02:21
      Highlight Highlight Nein. Das ist 🧀

      Es war nicht bekannt, dass 100 Staaten (von weltweit 194) ausspioniert wurden.

      Sogar Res Strehle (TA) der in den 90gern ein Buch darüber verfasste, war und ist extrem erstaunt.

      Es geht darum, ob wir das Konzept der Neutralität weiterhin aufrecht erhalten können. Also das Kernelement der Schweiz.

      Das Konzept der Neutralität bestimmen nicht wir alleine sondern wird funktioniert nur, wenn allen anderen 194 Staaten dieses anerkennen. .

      Und mehr als 50% der Welt hat die CH ausspioniert....
    Weitere Antworten anzeigen
  • sägsäuber 13.02.2020 16:47
    Highlight Highlight
    Dass Geheimdienste spionieren, dass CIA und NSA nicht nur Telefone abhören und Internet überwachen sondern auch foltern und morden ist längst bekannt. Wie naiv muss man denn sein, um zu glauben unser Nachrichtendienst könne sich unabhängig von USA und NATO neutral verhalten.
    PUK oder GPDel werden die Gemüter beruhigen aber was geheim ist bleibt geheim. Geheimdienste richten sich nicht nach den Regeln der Demokratie.
    • Liselote Meier 13.02.2020 17:01
      Highlight Highlight Natürlich kann man unabhängig von USA und der NATO sein. Der Fall zeigt halt einmal mehr, dass die Schweiz halt Partei ist und nicht Neutral.





    • Logan 13.02.2020 20:14
      Highlight Highlight Und das ist auch gut so. Sonst brauchts ja keinen NDB. Lachhaft, dieser Zirkus. „Erschüttert die Schweiz“... 😂😂😂 gehts noch?
    • äti 13.02.2020 22:32
      Highlight Highlight Mich hats erschüttert. Niemand wird gerne über den Tisch gezogen. Wir lebten gut von unserem Ruf.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Karl Marx 13.02.2020 16:32
    Highlight Highlight das sind doch old news. infosperber hat bereits 2015 darüber berichtet.

    https://www.infosperber.ch/FreiheitRecht/NSA-BND
    • rönsger 13.02.2020 20:01
      Highlight Highlight @ Karl: Gibt es auch etwas Substanzielles, das du mit uns teilen möchtest? Oder sollen wir dich nun einfach dafür herzen, dass du ein tolles Gedächnis hast?
    • Karl Marx 14.02.2020 06:04
      Highlight Highlight Da stellt sich die Frage, wieso der Bundesrat erst im November davon erfahren haben soll.
  • ponebone 13.02.2020 16:11
    Highlight Highlight Robert Mueller aufbieten.
  • MartinZH 13.02.2020 16:05
    Highlight Highlight Um Licht ins Dunkel zu bringen, steht die Einsetzung einer PUK zur Diskussion. Alternativ reicht m.E. vorläufig die Untersuchung der GPDel.

    Bei den Informationsrechten gibt es keine Unterschiede: Die PUK und die GPDel verfügen über dieselben Befugnisse. Sie können alle notwendigen Informationen und Dokumente verlangen, auch Protokolle von Bundesratssitzungen und geheime Unterlagen. Beide dürfen auch Personen als Zeugen einvernehmen und auskunftspflichtige Personen vorladen. Der Bundesrat kann der Befragung beiwohnen und Ergänzungsfragen stellen.

    Eine PUK, nur um sich als NR zu profilieren?😉
    • fdsa 13.02.2020 16:34
      Highlight Highlight Ich denke es macht Sinn, dass eine externe Kommission diese Affäre untersucht. Man weiss nicht, wie stark die GPDel involviert war. Logisch ist die Chance enorm klein, aber sie ist vorhanden. Deshalb würde ich eine PUK bevorzugen. Hoffen wir auf das Beste, aber für mich steht die Neutralität der Schweiz auf dem Spiel und dieses Ereignis verstärkt mich erneut in meinem Glauben, dass die Schweiz keine Militärgüter exportieren sollte.
    • Oberon 13.02.2020 16:49
      Highlight Highlight Also ich würde trotzdem gerne wissen ob die GPdel in irgend einer weise involviert war.

      Mein Vertrauen hat aktuell leider nur eine PUK.
  • P. Meier 13.02.2020 15:56
    Highlight Highlight Irgendwie habe ich das Gefühl, dass einige Politiker diese Afäre vor allem Nutzen um sich persönlich zu profilieren. Wenn ich das Ganze richtig verstehe, ist eine ursprünglich schwedische Privatfirma in die Schweiz verlegt worden, da in SWE Kryptogeräte als nicht exportierbares Kriegsmat. eingestuft wurde. In der CH übernahmen CIA/BND die Kontrolle über diese private Firma. Der CH-Nachrichtendienst soll Wind davon bekommen haben und unternahm nichts, da keine Aufklärung gegen die CH erfolgte. Für einen Nachrichtendienst gibt es nichts praktischeres als die Aktivitäten der "Kollegen" zu kennen.
    • MartinZH 13.02.2020 16:27
      Highlight Highlight Ich denke auch, dass es sich hier in erster Linie um die Profilierungs-Neurose eines Nationalrats handelt, als um tatsächlich auch Argumente vorbringen zu können, warum es jetzt unbedingt sofort eine PUK braucht, ohne die ersten Untersuchungs-Ergebnisse abzuwarten... 😉

      Es liegt auf der Hand, warum Balthasar Glättli nun dermassen engagiert und atemlos herumweibelt und gebetsmühlenartig eine PUK fordert...

      Glättlis Plan steht im Prinzip schon fest: Nach der Lektüre von M. Leuenbergers Biographie hat er begriffen, dass man als ehem. PUK-Präsident als Bundesrat zur Debatte stehen könnte... 😉😂
    • P. Meier 13.02.2020 17:13
      Highlight Highlight @MartinZH: es ist nicht nur Glättli, welcher sich versucht zu positionieren. Da wittern Vertreter der unterschiedlichsten Parteien ihre Chance.
    • äti 13.02.2020 18:36
      Highlight Highlight Der Ruf der Schweiz ist eminent wichtig und hat Priorität. Eine wirkliche Abklärung kann nur eine PUK liefern. Auf den Mist der gelaufen ist, jetzt noch Halbpatziges packen ist der Tod unseres Neutralitäts-Auftreten.
      Da irgendwelchen Personen noch was zu unterschieben ist völlig daneben. Eine PUK ist Knochenarbeit.
    Weitere Antworten anzeigen
  • MartinZH 13.02.2020 15:44
    Highlight Highlight Neben einer PUK gäbe es noch weitere Mittel, um die Vergangenheit aufzuarbeiten: Der BR könnte mit der GPdel eine Expertenkommission einsetzen, mit Historikern, Juristen, etc. Diese könnten in aller Ruhe arbeiten und wären nicht einem "politischen Druck" ausgesetzt – ohne Profilierung von einzelnen NR, wie jetzt..! 😉

    Etwas so, wie beim "Bergier-Bericht", Schlussbericht der "Unabhängigen Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg". Die historische und rechtliche Aufarbeitung der während des 2. WK in die Schweiz gelangten Vermögenswerte untersuchte eine internationale Historikerkommission.
    • Ueli der Knecht 13.02.2020 16:35
      Highlight Highlight Der Bundesrat ist in dieser Angelegenheit befangen. Er hat schon einen Experten (ehemaliger Bundesrichter) eingesetzt, um die Sache zu untersuchen. Das ist aber höchstens ein Parteigutachten, und keine unabhängige Untersuchung. Damit kann die Glaubwürdigkeit des Bundesrats und die Reputation der Schweiz nicht wiederhergestellt werden.

      Ebensowenig ist die GPDel unabhängig, weil sie offenbar die schmutzigen Geschäfte über Jahre hinweg nicht bemerkt (also geschlampt) oder gar gedeckt (also betrogen) hat.

      Daher bleibt nur eine PUK, oder gar eine Untersuchung durch die geschädigten Staaten.
    • P. Meier 13.02.2020 17:09
      Highlight Highlight @Ueli; es ist sicher unschön, dass diese Firma ihren Sitz in der CH hatte. Nur, was hat sie sonst noch genau mit der CH zu tun? Wenn der Schokoladehersteller X mindere Nussqualität für Exportschokolade verwendet, trifft dies die CH auch nicht wirklich. Denn es ist eine Verfehlung einer Privatfirma. Solange diese Ware nicht in der Schweiz verkauft wird, müsste verm. nicht mal die Lebensmittelkontrolle eingreifen, solange nicht CH-Gesetze verletzt werden.
    • Ueli der Knecht 13.02.2020 17:23
      Highlight Highlight P. Meier:
      Auch viele Tabak-Multis geschäften in der Schweiz, weil hier eine lasche Gesetzgebung der Tabakmafia erlaubt, gesundheitsgefährdende und süchtigmachende Zigaretten herzustellen und zu exportieren, was auf der ganzen Welt verboten ist..

      Die Schweiz hat auch lasche Exportbestimmungen für Rüstungsgüter, wozu die Geräte der Crypto AG zählen, und weswegen diese Firma ihren Sitz in der Schweiz wählte.

      Die Schweiz hatte auch mal sehr lasche Gesetze, um Flucht- und Potentantengelder zu bunkern.

      Kommt noch dazu, dass das schweizer Regime von diesen Crypto-Betrug wusste und ihn gedeckt hat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerSchöneVomLande 13.02.2020 15:36
    Highlight Highlight Ich bin da irgendwie skeptisch dass eine PUK licht ins dunkle bringen kann, auch wenn ich solche sachen grundsätzlich befürworte. Aber was wird passieren? Die sache versandet, wird unter den teppich gekehrt, mögliche mitwissenden aus dem weg geräumt. Die mächtigen geben entweder penibel acht darauf dass nichts ans licht kommt oder ein handlanger wird als schuldiger hingestellt damit die sache gegessen zu sein scheint
  • Doppelpass 13.02.2020 15:23
    Highlight Highlight Da mit Villiger auch ein ehemaliger Bundesrat im Verdacht steht, kann es aus meiner Sicht nicht das Nachfolgegremium alleine sein, das die Hauptverantwortung für die Aufarbeitung trägt.
    Wenn die CVP sagt, es seinen noch zu wenige Fakten vorhanden, um eine PUK zu bilden, befremdet mich das. Sind genügend Fakten da, braucht es keine PUK. Stehen Vermutungen und Ungereimtheiten von solch nationaler und internationaler Tragweite im Raum, braucht es eine PUK, um die Fakten zu sammeln und Klarheit zu schaffen.
  • watsonic 13.02.2020 14:58
    Highlight Highlight Und es sind IMMER die Bürgerlichen, die diese Dinge veranstalten oder tolerieren
  • MartinZH 13.02.2020 14:50
    Highlight Highlight Eine PUK wäre auf jeden Fall eine gute Sache. So würde alles auf den Tisch kommen – inlusive der unter Verschluss gehaltenen Geheim-/Nachrichtendienst-Akten.

    Vielleicht sollte man aber zuerst den Bericht des Alt-Bundesrichters abwarten, welcher der Bundesrat in Auftrag gegeben hat. Eventuell können so bereits alle offenen Fragen geklärt werden.

    Ich befürchte, dass nach allen Untersuchungen nur nochmals das bestätigt wird, was bereits in den CIA-Akten steht – und das ist ja nun weltweit bekannt.

    Die Schweiz hat genügend Herausforderungen – das Parlament sollte sich besser der Zukunft widmen!
    • Raphael Stein 13.02.2020 15:28
      Highlight Highlight Die Aufarbeitung der Vergangenheit ist die Zukunft.
    • Liselote Meier 13.02.2020 15:41
      Highlight Highlight Ach die Problematik "des Staates im Staate" gibt es in Zukunft nicht, wenn man einfach wegschaut und weiterwurstelt?

      Vor allem in Erwägung das Frau Amherd dem Geheimdienst noch mehr Kompetenzen geben möchte.

      Das ist Brandaktuell auch für die Zukunft.
    • Ueli der Knecht 13.02.2020 16:38
      Highlight Highlight "So würde alles auf den Tisch kommen – inlusive der unter Verschluss gehaltenen Geheim-/Nachrichtendienst-Akten."

      Es sind bereits auf merkwürdige Art zahlreiche Akten in dieser Sache verloren gegangen. Auf diese verschwundenen Akten hat auch die PUK keinen Zugang. Sie kann aber immerhin untersuchen, wer für den Verlust verantwortlich ist (da schieben sich zZ. Fedpol und Bundesarchiv gegenseitig die Schuld zu).

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