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Fast doppelt so viele Suizid-Beratungen bei Kindern und Jugendlichen

15.11.2021, 09:1315.11.2021, 12:32
Corona bringt viele Junge an ihre Grenzen.
Corona bringt viele Junge an ihre Grenzen.Bild: shutterstock

Die Schweizer Stiftung für Kinder und Jugendliche verzeichnet im Corona-Jahr 2021 bisher fast doppelt so viele Suizid-Beratungen wie vor der Pandemie. Sieben Jugendliche würden täglich Kontakt zum 147 suchen, um über Suizid zu sprechen.

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Jugendliche und junge Erwachsene seien über alle Altersgruppen betrachtet von den Folgen der Corona-Krise psychisch am meisten belastet, teilte Pro Juventute am Montag mit.

Die Schweiz habe bereits vor der Pandemie eine im internationalen Vergleich sehr hohe Suizidrate unter Jugendlichen verzeichnet. Nun würden Daten der Telefon- und Online-Anlaufstelle 147 erstmals eine Zunahme bei den Beratungen zum Thema Suizid zeigen.

Im Vorjahresvergleich hätten die Beratungen zum Thema Suizidgedanken um 40 Prozent zugenommen: Jeden Tag stehe 147 mit 700 Kindern und Jugendlichen in Kontakt, pro Tag seien es sieben Kontakte zu Suizidgedanken. 2020 seien es noch fünf pro Tag gewesen, vor der Pandemie drei bis vier Beratungen pro Tag.

Zugenommen hätten auch die Krisenfälle: So habe das Beratungsteam von 147 bis Ende September 98 Mal eine Krisenintervention von Polizei oder Sanität ausgelöst. Im Jahr 2020 seien es 96 Fälle gewesen, 2019 erst 57 Fälle.

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Mit der sprunghaften Erhöhung der Mediennutzung seien auch deren Schattenseiten gestiegen, hält Pro Juventute weiter fest. So habe fast die Hälfte der Jugendlichen angegeben, schon einmal im Internet sexuell belästigt worden zu sein.

Von Zukunftsangst geplagt

Kinder und Jugendliche seien auch von Zukunftsangst geplagt. Anfragen zur Berufswahl hätten gegenüber 2020 um fast ein Viertel zugenommen. Am häufigsten sei es dabei um Anfragen zu Überforderung und Stress gegangen.

Pro Juventute fordert, dass die bestehenden Strukturen gestärkt werden. Denn die jetzt sichtbaren Probleme seien nicht nur eine direkte Folge der Corona-Pandemie, sondern von jahrelangen Versäumnissen im Bereich der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Notwendig seien auch eine verstärkte Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sowie mehr Ressourcen für Angebote wie etwa den schulärztlichen Dienst, Schulsozialarbeit und Kinder- und Jugendpsychiatrie. (aeg/sda)

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