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Mehr Suizide während Corona in den USA – und in der Schweiz?

Der durch Corona eingeschränkte Alltag kann für viele Menschen belastend wirken. Ein Arzt einer kalifornischen Klinik stellte seit Ausbruch der Pandemie einen deutlichen Anstieg der Selbstmordrate fest. Gibt es diesen Effekt auch in der Schweiz?



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Die Aussage aus Kalifornien

Die psychische Belastung, die die Coronakrise auslöst, beginnt sich erst zu zeigen und für umfassende Auswertungen ist es noch zu früh. Doch in einem Interview mit einer US-amerikanischen Newsplattform haben sich Ärzte und Pflegende aus einem kalifornischen Spital besorgt gezeigt über die steigende Anzahl Patienten, die nach einem Suizidversuch hospitalisiert werden mussten.

Ein Arzt sprach davon, dass «man in den letzten vier Wochen mehr Selbstmordversuche gesehen hat als sonst in einem ganzen Jahr». Besonders häufig betroffen seien junge Erwachsene. Offizielle Zahlen, die diese Aussagen bestätigen, gibt es aber zurzeit nicht.

Lass dir helfen!
Du glaubst, du kannst eine persönliche Krise nicht selbst bewältigen? Das musst du auch nicht. Lass dir helfen.
In der Schweiz gibt es zahlreiche Stellen, die rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen da sind – vertraulich und kostenlos.
Die Dargebotene Hand: Tel 143, www.143.ch
Beratung + Hilfe 147 für Jugendliche: Tel 147, www.147.ch
Reden kann retten: www.reden-kann-retten.ch

Der Einfluss auf die Suizidrate

Selbst wenn die Suizid-Statistiken für diesen Frühling dann bekannt sind, sind Zusammenhänge mit der Krise nicht ganz einfach auszumachen. Die Auswertung der einzelnen Schicksale ist sehr aufwändig, und so werden beispielsweise in der Schweiz nur in einigen Kantonen detaillierte Informationen dazu erfasst.

Untersucht wurden in den vergangenen Jahrzehnten der Effekt von Naturkatastrophen auf die Suizidrate, so beispielsweise nach dem Erdbeben in Taiwan aus dem Jahr 1999 oder nach der Atomkatastrophe von Fukushima 2011. Doch sie kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die einen besagen, dass sich Suizide nach Naturkatastrophen häufen – andere behaupten sogar das Gegenteil, also dass Suizide teilweise sogar abnehmen.

Die Situation in der Schweiz

In der Schweiz wird jeweils einmal jährlich eine Statistik zu Suiziden veröffentlicht. Die direkten Auswirkungen dieser Krisenzeit wird also erst im kommenden Jahr durch Zahlen belegbar sein.

Kanton Zürich

Auf Anfrage von watson hat die Kantonspolizei Zürich bekannt gegeben, dass die Anzahl Suizid-Versuche im ganzen Kanton Zürich von Mitte März 2020 bis heute konstant abgenommen hat gegenüber denselben Zeiträumen in den Jahren 2018 und 2019.

Die vollendeten Suizide im selben Zeitraum haben allerdings gegenüber dem Vorjahr leicht zugenommen – diese Zahlen unterliegen gemäss Kapo Zürich aber immer wieder auftretenden Schwankungen und man geht vorläufig nicht von einem direkten Zusammenhang mit dem Coronavirus aus.

Kanton Bern

Die Kantonspolizei Bern gibt für das laufende Jahr keine Zahlen zu Suiziden bekannt. Auf Anfrage stellt sie allerdings «erfahrungsgemäss keine aussergewöhnliche Situation in Bezug auf Suizide» fest. (lea)

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • CENSOR 30.05.2020 22:56
    Highlight Highlight Nicht jeder der in den USA durch Einnahme von Desinfektionsmittel oder einer Überdosis Hydroxychloroquin stirbt ist ein Selbstmörder, sondern wurde vielleicht einfach durch einen geistigen Tiefflieger falsch beraten.
    • famu 31.05.2020 10:11
      Highlight Highlight ein Experte
    • CENSOR 31.05.2020 14:37
      Highlight Highlight Ein Vielkommentierer?
      Ich spreche fliessend Sarkasmus, und du?
      Benutzer Bild
  • Robba 30.05.2020 19:49
    Highlight Highlight Deutschland hat eine soziale Abfederung nur für Beamte und Politiker. Alle die hier blitzen können ja mal den eigenen Standpunkt dazu beschreiben!!!!!
    • lilie 31.05.2020 09:04
      Highlight Highlight @Robba: Deutschland hat ein gutes Netz psychiatrischer Anlaufstellen mit sehr gut ausgebildeten Therapeuten. Im Unterschied zur Schweiz werden auch mehr ambulante Psychotherapeuten von der Krankenkasse übernommen. In diesen Punkten sind sie besser aufgestellt als die Schweiz.
  • insert_brain_here 30.05.2020 19:40
    Highlight Highlight Würde durchaus Sinn machen. Menschen die abgesehen vom Beruf kaum soziale Kontakte haben wird ihre Einsamkeit in Zeiten von Homeoffice, fehlendem Nachtleben und abgesagten Massenveranstaltungen umso bewusster.
  • Silent_Revolution 30.05.2020 18:28
    Highlight Highlight Zum Kanton Zürich

    Es funktioniert nicht, die Situation mit sinkenden Suizid-Versuchen relativieren zu wollen, wenn gleichzeitig vollendete Suizide zunehmen.

    Logisch nehmen die überlebten Versuche ab, wenn Vollendete zunehmen. Sind nicht die hellsten Kerzen auf der Torte, die blauen Roboter.
    • lilie 31.05.2020 10:22
      Highlight Highlight @Silent: Das ist zwar logisch überlegt, widerspiegelt aber nicht die Realität.

      Nicht jeder, der einen Suizidversuch unternimmt, will auch tatsächlich sterben. Oft werden "weiche" Methoden benutzt, so dass es zwar zu einem gesundheitlichen Notfall kommt, nicht aber wirklich zum Tod. In der Regel ist das ein Hilferuf, der nur "aus Versehen" tödlich endet.

      Menschen, die aber wirklich sterben wollen, verwenden eher "harte" Methoden, die mit Sicherheit zum Tod führen. Scheitert dies, überlebt der Mensch.

      Aus diesem Grund kann man nicht einfach die beiden Kategorien gegeneinander aufrechnen.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 31.05.2020 10:24
      Highlight Highlight Ich sehe da im Bericht lediglich eine sachliche Information. Ich lese keine Relativierung.
      Aber dein Kampfbegriff blaue Robotor zeigt ja auch, dass es dir nicht um eine offene Diskussion geht.
    • Ehringer 31.05.2020 11:34
      Highlight Highlight @Silent: Woher nimmst du die Information, dass vollendete Suizide nicht auch zu den Versuchen zählen? Jedem vollendeten Suizid geht ein Versuch voraus. Ich lese nirgendwo etwas, dass diese beiden Statistiken unabhängig seien.

      Stellt sich dann natürlich immer noch die Frage, wieso die Versuche abnehmen, die erfolgreichen aber sogar zunehmen? Probieren es ev. die Leute, die weiche Methoden (frei nach lilie) benutzt hätten, im Moment seltener? Oder gibt es sogar Effekte an der Krise, die sich positiv auswirken (Etwa Fernunterricht und dadurch gewisser Schutz vor Mobbern)?
    Weitere Antworten anzeigen
  • De-Saint-Ex 30.05.2020 18:08
    Highlight Highlight Ja, eben... man kann dazu noch gar nichts sagen... also lassen wir es doch!
  • Robba 30.05.2020 18:04
    Highlight Highlight In Deutschland ist sie scheinbar existent.
    Aber Dank Herrn Schrödel ist diese so gering, dass man nicht wirklich von einer Abfederung sprechen kann.
    Die Leute haben Angst.
  • Mundos 30.05.2020 16:30
    Highlight Highlight Eine Korrelation gibt es wohl zwischen Suizidrate und fehlender sozialer Abfederung. In einem Land wie der USA ist diese praktisch inexistent, in der Schweiz allerdings schon.

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