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Der Oberfeldarzt greift durch: Die Armee handelt, wo das BAG zögert

Wegen der Omikron-Variante müssen alle Armeeangehörigen in Innenräumen neu FFP2-Masken tragen. Die Weisung steht im Widerspruch zur zurückhaltenden Empfehlung des Bundesamts für Gesundheit. Eine Nationalrätin hofft, der Schritt habe Signalwirkung.
10.01.2022, 05:18
Christoph Bernet / ch media
Angehörige des Spitalbatallions 2 im Dezember 2021 in der Kaserne Moudon VD.
Angehörige des Spitalbatallions 2 im Dezember 2021 in der Kaserne Moudon VD.Bild: keystone

Die Armee rüstet sich für die Omikron-Welle: Vor dem Einrücken in die nächste Woche beginnende Rekrutenschule müssen alle Armeeangehörigen einen negativen Covid-Test vorweisen. Die RS beginnt ausserdem gestaffelt, ein Drittel der Rekruten startet sie zu Hause. Sie eignen sich dort im Rahmen des Distance-Learnings theoretische Grundkenntnisse des Militärs an und absolviert ein vorgegebenes Sportprogramm.

Bisher kaum Beachtung gefunden hat eine weitere Massnahme: Auf Weisung von Oberfeldarzt Andreas Stettbacher gilt in der Armee neu ein FFP2-Maskenobligatorium. Davon betroffen sind Rekrutinnen und Rekruten, Teilnehmende von Wiederholungskursen, Armeekader sowie die zivilen Mitarbeitenden der Gruppe Verteidigung im Verteidigungsdepartement VBS, welche nicht im Homeoffice sind. Dazu gehören etwa die Mitarbeitenden der Logistikbasis der Armee.

BAG hat Bedenken wegen falscher Tragweise

«Der Oberfeldarzt hat das FFP2-Maskenobligatorium mit Verweis auf die bessere Übertragbarkeit der Omikron-Variante angeordnet», sagt Armeesprecher Daniel Reist zu CH Media. Schutzmassnahmen müssten so effektiv wie möglich ausgestaltet sein, um Übertragungen zu verhindern:

«Das gab den Ausschlag, in Innenräumen das Tragen der im Vergleich zu Hygienemasken wirksameren FFP2-Masken anzuordnen.»

Neben dem Verhindern infektionsbedingter Dienstausfälle soll die Massnahme die Überlastung der Infrastruktur in Kasernen und Armeespitälern durch Personen in Isolation oder Quarantäne verhindern.

Oberfeldarzt Andreas Stettbacher.
Oberfeldarzt Andreas Stettbacher.Bild: keystone

Das von Oberfeldarzt Stettbacher – in ziviler Funktion Beauftragter des Bundesrates für den koordinierten Sanitätsdienst – angeordnete FFP2-Obligatorium für die Armee steht im Widerspruch zur Zurückhaltung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) bei diesem Maskentyp. Offiziell empfiehlt es FFP2-Masken derzeit nur in der Patientenversorgung bei bestimmten Risikokontakten. Gemäss BAG-Website seien diese Masken für den privaten Gebrauch «nur in Situationen sinnvoll, in denen ein zusätzlicher Schutz gewünscht und ein korrektes Tragen durchgehend gewährleistet» ist.

Wiederholt wies das BAG auf die eingeschränkte Wirksamkeit von FFP2-Masken bei inkorrekter Tragweise hin. Ähnlich tönte Gesundheitsminister Alain Berset (SP), als er im Dezember in einer Antwort an Nationalrätin Maja Riniker (FDP/AG) darauf hinwies, dass der Unterschied der Wirksamkeit zwischen den Maskentypen «im Alltag viel geringer sein dürfte, da die Masken nicht immer korrekt getragen werden».

FDP-Nationalrätin Riniker: «Bin froh, geht die Armee voraus»

Nationalrätin Maja Riniker (FDP/AG).
Nationalrätin Maja Riniker (FDP/AG).Bild: keystone

Bersets Antwort irritierte Riniker: «Wer im ÖV unterwegs ist, weiss, dass auch andere Masken falsch getragen werden», sagt sie. Die bessere Wirksamkeit von FFP2-Masken sei längst erwiesen:

«Ich bin froh, geht die Armee hier voraus und sendet ein Signal.»

Sie erwarte vom BAG rasch «eine eindeutige Empfehlung zum Tragen von FFP2-Masken in Innenräumen mit schlechter Luftqualität». Damit könnten die Anzahl von Neuinfektionen und die Gefahr neuer Zwangsschliessungen verringert werden.

Auf Anfrage von CH Media sagt ein BAG-Sprecher, der Armee stehe es frei, eine FFP2-Maskenpflicht einzuführen: «Wir gehen davon aus, dass die Armeeangehörigen im korrekten Gebrauch der Masken instruiert werden.» (saw/aargauerzeitung.ch)

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