Schweizer Prides fordern nach Anschlag in Berlin mehr Schutz
Schweizer LGBTIQ-Dachverbände und Pride-Organisatoren haben sich nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin besorgt gezeigt. Sie stellten die Sicherheit von Anlässen in der Schweiz in den Fokus und äusserten ihr Mitgefühl.
Die Ereignisse in Berlin hätten nicht nur Fragen zur Sicherheit der Prides in der Schweiz aufgeworfen, sondern auch zum Sicherheitsgefühl der queeren Community, teilten die LGBTIQ-Dachverbände und die Schweizer Pride-Organisationskomitees am Montag mit. Am letzten Samstag hätten an der Bern Pride über 10'000 Leute für die Rechte der LGBTIQ+-Community demonstriert. Der Angriff in Berlin zeige klar auf, warum dies auch in Zukunft nötig sein werde.
Die Nachrichten bewegten die queere Community in der Schweiz stark. «Zwischen Angst, Trauer und Wut wird aber auch Entschlossenheit und Zusammenhalt sichtbar», wurde Alessandra Widmer, Co-Geschäftsleiterin der Lesbenorganisation Schweiz (LOS), zitiert. Es brauche den Schutz und das entschlossene Handeln von Gesellschaft und Politik.
Konkrete Massnahmen würden bereits geprüft. So hätten die Organisatoren der bevorstehenden Chur Pride im Bündner Hauptort Chur an einer Sitzung am Sonntag besprochen, was es für eine sichere Durchführung des Anlasses in einem Monat brauche.
Handlungsbedarf besteht
Die Dachverbände sehen trotz bestehender Unterstützung durch den Bund weiteren Handlungsbedarf. Zwar habe der Bundesrat 2025 die Finanzhilfen für die Sicherheit von Minderheiten aufgestockt. Jann Kraus vom Vorstand von Transgender Network Switzerland kritisierte jedoch in der Mitteilung, dass im Aktionsplan des Bundesrates gegen Hassverbrechen die Täterprävention, Massnahmen gegen Hassgruppen und ein Monitoring fehlten.
Die Organisationen verwiesen in der Mitteilung auf das Unterstützungsangebot der LGBTIQ-Helpline, die Meldestelle für LGBTIQ-feindliche Gewalt. Dies sei auch die erste Anlaufstelle für alle Anliegen zum Leben als lesbische, schwule, bisexuelle, trans, nicht-binäre, inter oder queere Person. (hkl/sda)
