Schweizer Hockey-Junioren werden bei U20-WM nicht gegen Russland antreten
Nun nimmt der Schweizer Eishockeyverband doch Stellung zum CAS-Entscheid zur Reintegration Russlands. Zumindest bei der U20-WM Ende Jahr in Kanada werden die Schweizer Junioren nicht gegen Russland antreten. Noch vor zwei Tagen hatte Marc Lüthi, der Präsident des Schweizer Eishockeyverbands (SIHF), erklärt, es wäre im Moment verfrüht, Stellung zu beziehen. Das hat sich nun geändert, nachdem klar ist, dass die Schweizer Junioren U20-WM gegen Russland antreten sollten.
«Der Verwaltungsrat von Swiss Ice Hockey hat entschieden, dass die Schweizer U20-Nationalmannschaft angesichts des anhaltenden Ukraine-Konfliktes und der gegenwärtigen Umstände an der kommenden Weltmeisterschaft nicht gegen die russische U20-Nationalmannschaft antreten wird», schreibt er in einer Medienmitteilung. Wie bereits kommuniziert, habe man erst die weiteren Schritte des internationalen Verbandes IIHF abwarten wollen.
📰 Schweizer U20-Nationalmannschaft tritt an der bevorstehenden WM nicht gegen Russland an. ℹ️ L’équipe nationale U20 ne jouera pas contre la Russie lors des prochains Mondiaux 👉🏼 https://t.co/MsIHC5HZk6 @IIHFHockey #SIHF https://t.co/HudVctdSLm
— Swiss Ice Hockey (@SwissIceHockey) November 7, 2026
Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte vergangene Woche entschieden, dass russische Teams bei Wettkämpfen der IIHF ab sofort wieder zugelassen werden müssten. Gemäss der vorgesehenen Umsetzung werde Russland, das an den vergangenen Austragungen nicht teilgenommen hatte, für die U20-WM auf Rang 10 eingestuft und damit den bisherigen Platz Norwegens im Spielplan übernehmen. Für die Schweizer U20-Nationalmannschaft wäre gemäss dem angepassten Spielplan am Sonntag, 27. Dezember, in Edmonton eine Begegnung mit Russland vorgesehen.
Fragen um Männer-WM in Deutschland
Der SIHF betont, dass der Entscheid «ausdrücklich kein Entscheid für einen Verzicht auf die Teilnahme» sei. Er beziehe sich einzig auf die Partie gegen Russland.
Offen ist, welche Auswirkungen der CAS-Entscheid auf die Männer-WM im Mai in Deutschland hat. Mehrere Nationen haben bereits entschieden, nicht zu allfälligen Partien gegen Russland anzutreten - nicht aber die Schweiz. In Deutschland gibt es Überlegungen, die Ausrichtung der WM zurückzugeben oder von Seiten der Bundesregierung als «ultima ratio» Visa für die russische Delegation zu verweigern. Vorerst ist aber die IIHF gefordert, für Klarheit zu sorgen. Auch Kanadas Premierminister Mark Carney hat schon erklärt, für Russen keine Visa ausstellen zu wollen. (pre/sda)
