Der vergangene Monat war der heisseste Juli seit Messbeginn in der Schweiz
Bereits der vergangene Juni ging im negativen Sinne in die Geschichtsbücher ein. So war der erste Monat des meteorologischen Sommers der heisseste je gemessene Juni in Westeuropa, wie der Klimawandeldienst des EU-Programms Copernicus vermeldete. Die Durchschnittstemperatur lag in diesem Jahr mehr als drei Grad über dem errechneten Mittelwert aus den Juni-Temperaturen von 1991 bis 2020.
Weltweit war der vergangene Juni der zweitheisseste je gemessene, hinter dem Juni 2024. Auch in der Schweiz war lediglich ein Juni-Monat ähnlich heiss wie der diesjährige, dies war im Hitzesommer 2003 der Fall.
Nun zeigen die Zahlen von Meteonews, dass auch der Monat Juli in die Rekordbücher eingehen wird, in der Schweiz als heissester Juli seit Aufzeichnungsbeginn. Die Durchschnittstemperatur lag ganze 3,5 Grad über dem Mittelwert. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2015 um ganze 0,25 Grad überboten.
Allzeit-Hitzerekorde und kaum Niederschlag
Die meisten Hitzetage in diesem Jahr verzeichnete die Stadt Locarno. Lediglich an zwei Tagen im vergangenen Juli überschritt die Tageshöchsttemperatur die 30-Grad-Marke nicht. Doch auch nördlich der Alpen wurden überdurchschnittlich viele Hitzetage verzeichnet. In Aarau waren es rund 19 Tage mit Temperaturen über 30 Grad, in Basel 20 Tage.
Dabei kam es am 30. Juli auch zu etlichen Allzeit-Temperaturrekorden wie beispielsweise in Basel-Binningen mit 39,7 Grad oder in Zürich-Kloten mit 38,3 Grad. Gleichzeitig fiel in der gesamten Schweiz nicht einmal die Hälfte der durchschnittlichen Niederschlagsmenge aus dem Vergleichszeitraum zwischen 1991 und 2020.
In Basel-Binningen fiel gar 88 Prozent weniger Regen, als dies durchschnittlich im Monat Juli zu erwarten wäre. Der äusserst trockene Juli ist damit bereits der fünfte Monat in Folge mit unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen. Davon zeugen auch die etlichen vollständig oder beinahe ausgetrockneten Flussläufe in der Schweiz, die niedrigen Seepegelstände sowie trockene Felder und herbstlich anmutende Wälder in der gesamten Schweiz.
Menschengemachte Klimaerwärmung verschärft die Trockenheit
Während der ausbleibende Regen die Trockenheit verschärft, trägt auch die Hitze ihren Teil dazu bei. Durch die hohen Temperaturen steigt die Evapotranspiration, also die Menge an Feuchtigkeit, die durch die Hitze aus dem Boden, den Gewässern sowie Pflanzen verdampft und in die Atmosphäre aufsteigt.
Diese Verdunstung wird durch die menschengemachte Klimaerwärmung deutlich verstärkt und führt zu einer Häufung solcher extremen Trockenperioden, wie das wissenschaftliche Netzwerk World Weather Attribution in seiner Analyse der aktuellen europaweiten Trockenheit schreibt.
Während im Fall der Schweiz eine Trockenheit wie diejenige in diesem Jahr im Zeitraum zwischen 1991 und 2020 nur einmal alle zehn Jahre auftritt, zeigen die Projektionen der Schweizer Klimaszenarien des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie, dass eine solche Trockenperiode heute bereits alle sieben Jahre eintritt.
Auf eine globale Klimaerwärmung von drei Grad hochgerechnet, müsste mit solchen extremen Trockenperioden gar alle drei Jahre gerechnet werden, wie das Bundesamt im aktuellen Klimabulletin schreibt. (jul)
