Die Hitzewelle hat es in sich: Allzeitrekorde in den Städten und auf fast 2000 Metern
Die Hitzewelle hat die Schweiz weiter fest im Griff. Am Donnerstag um 14.10 Uhr ist in Basel/Binningen mit 39,7 Grad der bisherige Allzeit-Temperaturrekord auf der Alpennordseite erreicht worden. Gleichentags fielen auch an anderen Messstationen Rekorde, wie aus den Daten des Bundesamtes für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) hervorging.
An diesen Standorten wurden heute bereits Allzeitrekorde registriert:
Der bisherige Rekord an der Messstation Basel-Binningen wurde am 27. Juni mit 39 Grad gemessen. Mit 39,7 Grad wurde auch die bisherige Allzeit-Höchsttemperatur der Alpennordseite in Genève/Cointrin vom 7. Juli 2025 wieder erreicht. Der schweizweite Höchstwert von 41,5 Grad vom 11. August 2003 in Grono im Misox, Graubünden, blieb aber ungeschlagen.
Rekorde im Tessin, in Zürich und auf fast 2000 Metern
Mit 39,2 Grad lag auch die Station Biasca im Tessin über dem bisherigen Jahreshöchstwert, während mehrere Stationen im Aargauer und Solothurner Mittelland Maximaltemperaturen von über 38 Grad verzeichneten.
An weiteren Messstationen wurden am Donnerstag die jeweiligen Allzeit- oder Julirekorde gebrochen. So zum Beispiel an der Station Zürich Fluntern, wo um 14.50 Uhr eine Temperatur von 37,1 Grad gemessen wurde. Der bisherige Rekord lag bei 36 Grad, gemessen Mitte August 2003.
Auch auf dem Berner Oberländer Grimsel-Hospitz auf einer Höhe von 1980 Metern über Meer wurde mit 24 Grad ein neuer Höchstwert verzeichnet. Der bisherige Rekord lag bei 23,8 Grad und wurde im Jahr 2023 gemessen.
Alle bisherigen und neuen Rekorde
Bereits während der Hitze im Juni wurden in der Schweiz an diversen Messstationen neue Allzeitrekorde aufgestellt. Am heissesten wurde es dabei am 27. Juni in Basel (Binningen) mit 39 Grad. An diesen Messstationen gab es an diesem Tag ebenfalls Rekorde:
Nach modernen Messmethoden wurde die heisseste je in der Schweiz gemessene Temperatur übrigens in Grono im Kanton Graubünden gemessen. Während des Jahrhundertsommers am 11. August 2003 wurden hier 40,5 Grad gemessen. Es war das erste und einzige Mal, dass eine Messstation in der Schweiz eine Temperatur von über 40 Grad mass. Am Donnerstag kam die Schweiz dieser Höchsttemperatur erneut nahe.
Der älteste noch geltende Temperaturrekord wurde am 29. Juli 1947 in Luzern aufgestellt. Damals zeigte das Thermometer 36,8 Grad an. Hier alle Temperaturrekorde an Messstationen von MeteoSchweiz im Überblick:
So geht es weiter
Die aktuelle Hitzewelle verdanken wir einem Hochdruckrücken und einer südwestlichen Höhenströmung. Diese bringt sehr heisse Luft in die Schweiz. «Doch die rekordverdächtigen Temperaturen sind nur eine Seite der Medaille», schreibt MeteoNews in einer Mitteilung.
Denn zu den hohen Temperaturen gesellt sich am Nachmittag zudem starker Wind dazu. «Böen von 50 bis 80 Kilometern pro Stunde sind dabei durchaus möglich», schreibt der Wetterdienst. Und weiter: «Tückisch ist dabei vor allem das Überraschungspotenzial.»
Besonders im Wald oder unter Bäumen ist heute Nachmittag Vorsicht geboten. Die Trockenheit hat viele Bäume geschwächt, bei starken Winden können hier Äste abbrechen und zu Boden stürzen. Am Freitag gesellen sich kräftige Gewitter dazu.
So wird der 1. August
Am Freitag gesellen sich kräftige Gewitter dazu. «Lokal ist mit heftigem Starkregen, Hagel und Sturmböen zu rechnen», schreibt MeteoNews. Auch hier ist wieder Vorsicht geboten, denn das Wetter kann in kürzester Zeit komplett umschlagen.
Am Schweizer Nationalfeiertag gehen die Maximaltemperaturen nochmals deutlich zurück. Verbreitet wird es um die 30 Grad, im Süden teilweise etwas wärmer. Darüber hinaus erleben wir am Samstag typisches «Tagesgangwetter», wie der Wetterdienst schreibt.
Gemeint ist damit ein sonniger Vormittag, am Nachmittag bilden sich vermehrt Quellwolken und bis zum Abend kann es lokal auch zu einzelnen Schauern kommen. Wer also ein Grillfest plant, sollte damit eher früher denn später beginnen. (mit Material der sda)
