Schweiz
Extremwetter

Der aktuelle Sommer stellt sogar den Hitzesommer 2003 in den Schatten

Zwei Frauen sitzen im Schatten unter einem Sonnenschirm auf dem Sechselaeutenplatz, fotografiert waehrend der Hitzewelle und der extremen Temperaturen um etwa 14:00 Uhr am Donnerstag, 30. Juli 2026, i ...
Die Schweiz sucht Schutz vor der Hitze: ein Bild, das sich diesen Sommer oft wiederholte.Bild: KEYSTONE
Extremwetter

«Spielt in einer anderen Liga»: Der aktuelle Sommer stellt sogar 2003 in den Schatten

12.08.2026, 13:1012.08.2026, 13:10

Ein Jahrhundertsommer bezeichnete im vorigen Jahrhundert eigentlich einen Sommer, der sich in Sachen Hitze und Trockenheit von durchschnittlichen Sommern deutlich abhebt. Aktuell müssen wir diesen Begriff allerdings überdenken, da Jahrhundertsommer wegen des Klimawandels das neue Normal darstellen.

Das beweist in besonderem Masse ein Blick in die Daten des aktuellen Sommers. MeteoNews resümiert, «dass der Sommer 2026 dabei absolut neue Massstäbe setzt und den Sommer 2003 in den Schatten stellt.» Diese Zahlen belegen dies deutlich:

Durchschnittstemperatur

Die höchste Temperaturabweichung und damit der heisseste Sommer seit Messbeginn 1864 war jener von 2003. Damals wurde über die ganze Schweiz eine Abweichung von 3,1 Grad gemessen. 2003 war der Sommer damit nochmals 0,7 Grad heisser als der zweitheisseste Sommer (2022).

In der ganzen Schweiz wurde im Sommer 2026 eine deutliche Temperaturabweichung von 3,8 Grad gemessen.
Bis am 11. August wurde diesen Sommer eine Temperaturabweichung von 3,8 Grad gemessen.Bild: meteonews

«Tempi passati, der bisherige Sommer war bisher noch rund 0,7 Grad heisser als der Sommer 2003 und setzt somit definitiv neue temperaturmässige Massstäbe», schreibt MeteoNews nun am Mittwoch. Aktuell wurde bis zum 11. August eine Abweichung von 3,8 Grad gemessen.

Zwar steht uns laut Prognosen in den letzten Wochen ein Temperaturrückgang bevor, der Wetterdienst rechnet allerdings nicht damit, dass der Wert noch unter jenen von 2003 sinken wird. Damit dürfte 2026 der heisseste Sommer seit Messbeginn bleiben.

Dauer der Hitzewellen

KEYPIX - Un helicoptere de l'entreprise Swiss Helicopter vol avec un seau d'eau pour ravitailler en eau un alpage ce jeudi 6 aout 2026 sur la commune de Schwarzee dans le canton de Fribourg. ...
Die andauernden Hitzewellen und die Trockenheit führen in der Schweiz zu diversen Problemen.Bild: keystone

Besonders auffällig war im aktuellen Sommer, dass die Hitzewellen extrem lange andauern: «Die maximale Anzahl aufeinanderfolgender heisser Tage mit über 30 Grad ist in diesem Sommer bei den betrachteten Stationen überall höher als 2003», schreibt der Wetterdienst.

Besonders stark ist die Abweichung an der Messstation in Locarno: Hier gab es bisher gar 24 aufeinanderfolgende Tage mit über 30 Grad. 2003 lag dieser Wert noch bei 14 aufeinanderfolgenden Tagen. Und der Sommer ist noch nicht vorbei: «Die Anzahl wird sich in Zürich, Basel, Genf und Sitten, wo es in den letzten 15 Tagen 30 Grad und mehr gab, bis Samstag weiter auf 19 erhöhen.»

Der Grund für derart lange Hitzeperioden sind Omega-Lagen. Dabei werden die warmen Luftmassen eingeklemmt. «Kühlere Luft wird an den Rändern umgeleitet und gelangt so nicht mehr nach Mitteleuropa», erklärte Meteorologe Roger Perret von MeteoNews im Juni. Das Wetter verändert sich deshalb über einen längeren Zeitraum kaum.

Temperaturrekorde

Die Rekorde sind in diesem Sommer nur so gepurzelt. Bei den Allzeitrekorden für die Maximaltemperaturen gab es Ende Juni eine erste Welle. Diese Rekorde wurden dann aber im Juli nochmals übertroffen.

Am heissesten wurde es dabei in Basel mit 39,7 Grad. An dieser Messstation wurde damit der Allzeitrekord von 2003 geknackt – und sogar um ganze 1,1 Grad übertroffen. Nachfolgend die Hitzerekorde an den MeteoSchweiz-Messstationen aus diesem Jahr:

Tropennächte

Für Hitzegeplagte waren es aber besonders die Nächte, welche für viel Frust sorgten. «Vor allem um die grossen Seen und in leicht erhöhten Lagen gab es in diesem Sommer ausserordentlich viele Tropennächte», schreibt MeteoNews. In einer Tropennacht sinkt das Temperaturminimum nicht unter 20 Grad.

In Lugano gab es mit 50 Tropennächten (47 im Jahr 2003) dieses Jahr die meisten. Doch auch die Städte Zürich und Basel finden sich mit je 11 Tropennächten im zweistelligen Bereich wieder. Zum Vergleich: 2003 wurden in Zürich nur gerade 2 Tropennächte registriert, in Basel immerhin bereits 7.

In Bern gab es 2003 gar keine einzige Tropennacht. Dieses Jahr erlebte die Bundeshauptstadt deren 4. «Am 27. Juni dieses Jahres sank die Temperatur in Lugano in der Nacht nicht unter 25,3 Grad, was die höchste je registrierte Minimaltemperatur darstellt», schreibt MeteoNews und zieht das Fazit:

«Der bisherige Sommer war bezüglich Temperaturen dem Jahrhundertsommer 2003 in allen Belangen überlegen und spielt in einer eigenen Liga.»

(leo)

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quelle: keystone / michel euler
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