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Rettungspionier Jelk warnt vor heiklen Verhältnissen im Hochgebirge

** TO GO WITH STORY SLUGGED SWITZERLAND MAN OF THE MOUNTAINS ** Bruno Jelk, doyen of Swiss mountain rescuers, involved in about 3000 missions to aid trapped climbers and skiers poses next to an Air-Ze ...
Bruno Jelk war von 1980 bis 2014 Chef der Bergrettung Zermatt.Bild: AP
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Rettungspionier Jelk warnt vor heiklen Verhältnissen im Hochgebirge

Die anhaltende Hitze macht das Bergsteigen im Hochgebirge zunehmend anspruchsvoll. Rund um Zermatt zum Beispiel erschweren offene Gletscherspalten, schmale Firngrate, blankes Eis und Steinschlag viele Hochtouren, wie der langjährige Bergretter Bruno Jelk sagt.
23.07.2026, 12:4223.07.2026, 12:42

Alpinistinnen und Alpinisten müssten ihre Touren den aktuellen Verhältnissen anpassen. «Viele Gletscherspalten sind offen oder nur noch durch dünne Schneebrücken abgedeckt», sagte der 82-Jährige im Interview mit der Zeitung «Walliser Bote».

Teilweise seien Bergschründe so weit geöffnet, dass ein Durchkommen kaum mehr möglich sei. Dort, wo noch Schnee liege, sei dieser zudem sehr weich.

Hinzu komme eine erhöhte Steinschlaggefahr, weil der Permafrost zunehmend auftaue. Allerdings seien nicht alle Gefahren auf die Natur zurückzuführen. Auch Alpinisten könnten lose Steine auslösen und damit Seilschaften unter ihnen gefährden, sagte Jelk, der von 1980 bis 2014 Chef der Bergrettung in Zermatt war.

Lange Seilabstände sind ein Problem

Kritisch seien zudem zu lange Seilabstände. Am Breithorn habe er erst kürzlich eine Dreierseilschaft an einem fünfzig Meter langen Seil beobachtet. Rutsche dort eine Person aus, entstehe ein gefährlicher Rückschlag.

Besonders schwierig seien derzeit steile Routen mit blankem Eis. Als Beispiel nannte Jelk den Castor. Wo um diese Jahreszeit normalerweise eine Spur mit Tritten im Schnee vorhanden sei, herrschten nun vereiste Verhältnisse. Der Grat sei extrem schmal, ein Ausrutscher könne gravierende Folgen haben.

Das Matterhorn sei bereits Ende Juni nahezu schneefrei gewesen. Vergleichbare Bedingungen habe es höchstens im Hitzesommer 2003 gegeben, sagte der gebürtige Freiburger. Damals habe die Matterhorn-Nordwand jedoch noch Eis aufgewiesen. «Jetzt ist da nichts mehr.»

Nicht an jedem Gipfel festhalten

Alpinistinnen und Alpinisten rät Jelk, sich vor jeder Tour bei Hüttenwarten oder Bergführerbüros über die aktuellen Verhältnisse zu informieren und bei Bedarf auf ein anderes Ziel auszuweichen.

Viele Bergsteiger seien jedoch zu stark auf einen bestimmten Gipfel fixiert. «Wenn du unbedingt auf genau diesen Berg hoch willst und dann während der ganzen Tour Angst hast, dass dir ein Stein auf den Kopf fällt, dann ist das ja auch kein schönes Erlebnis», so Jelk.

Bereits vor knapp zwei Wochen hatten die Zermatter Bergführer auf die hohen Temperaturen reagiert. Wegen akuter Steinschlaggefahr rieten sie ausdrücklich von einer Besteigung des Matterhorns ab.

Auch der Schweizer Alpen-Club (SAC) warnte unlängst vor teils aussergewöhnlich anspruchsvollen Bedingungen bei Hochtouren. Er ruft Berggängerinnen und Berggänger dazu auf, ihre Touren sorgfältig vorzubereiten. Dazu gehöre es, besonders gründlich Informationen über die aktuellen Verhältnisse einzuholen. (sda)

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