Coop und Migros verkauften gesundheitsgefährdende Linsen
Übersetzung
Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.
Zusammen mit der Sendung «On en parle» liess «A bon entendeur» (ABE) zwölf Packungen Linsen analysieren, die in den wichtigsten Supermärkten der Westschweiz gekauft werden können. Die Mehrheit davon stammt aus dem Ausland.
Von den zwölf untersuchten Packungen waren sieben aus Kanada importiert worden. Die fünf übrigen stammten aus verschiedenen Ländern, darunter den USA. Zwar werden auch in der Schweiz Linsen angebaut, doch die Produktion ist noch bescheiden und reicht nicht aus, um die Nachfrage zu decken. Deshalb greifen die Detailhändler in grossem Umfang auf Importe zurück.
Ein Schweizer Linsenproduzent erklärte gegenüber RTS, das Problem beim Anbau sei, dass Linsen nie gleichzeitig reif würden. Deshalb seien die Verluste bei der Ernte gross. In aussereuropäischen Ländern wie Kanada und den USA würden die Felder hingegen mit Herbiziden besprüht. Diese trockneten die Kulturen aus und sorgten dafür, «dass die Linsen gleichzeitig reifen», schreibt RTS. Doch das Verfahren birgt direkte Gesundheitsrisiken.
Diese drei Linsensorten schnitten im ABE-Test am besten ab 👇
Das von ABE beauftragte Labor suchte deshalb nach drei häufig eingesetzten Herbiziden: Glyphosat sowie Diquat und Paraquat. Die beiden letzteren Stoffe sind in der Schweiz und in der EU wegen ihrer gefährlichen Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt verboten.
Die Schweiz erlaubt auf gewissen importierten Produkten weiterhin geringe Rückstände dieser Substanzen, sofern sie unter den gesetzlich festgelegten Grenzwerten liegen. Bei zwei getesteten Proben war das nicht der Fall:
- Die braunen Linsen von M-Classic überschritten den Grenzwert um das Doppelte.
- Die braunen Linsen von Coop enthielten das Dreifache des erlaubten Werts.
Auf Anfrage des öffentlichen Mediums nahm Migros das betroffene Produkt aus den Regalen und teilte mit:
Coop reagierte gleich. (hun)
