KI-Anfragen bringen Schweizer Behörden an den Anschlag – die Sonntags-News
Migros prüft Gewinnbeteiligung für Genossenschafter
Die Migros will nach Informationen der «NZZ am Sonntag» künftig einen Teil ihres Gewinns direkt an ihre Genossenschafterinnen und Genossenschafter ausschütten. Mit diesem Schritt will die Detailhändlerin ihre Mitglieder für ihre Zukunftsvision einer Einheitsgenossenschaft gewinnen, wie die Zeitung schrieb. Die «NZZ am Sonntag» sprach nach eigenen Angaben mit knapp einem Dutzend Migros-Kadermitgliedern. Das Projekt Gewinnbeteiligung sei erstmals in der «Vision 2035» angedeutet worden. Es gehe deutlich über das Cumulus-Treueprogramm hinaus. Das Vorhaben wäre ein schlagendes Argument für die Zustimmung zur Einheitsgenossenschaft, schrieb die Zeitung. Doch sei noch unklar, ob das Projekt bis zur Urabstimmung spruchreif ist.
KI-Anfragen bringen Schweizer Behörden an den Anschlag
KI-generierte Anfragen haben Schweizer Ämter gemäss der «NZZ am Sonntag» an den Anschlag gebracht. Bei den Behörden landen immer häufiger seitenlange, KI-generierte Fragenkataloge, wie die Zeitung schrieb. Beispielsweise erhalte das Staatssekretariat für Migration (SEM) inzwischen einmal im Monat eine Anfrage mit bis zu 50 Fragen. Die Beantwortung sei zeitaufwendig. Anfragen der Bürgerinnen und Bürger seien grundsätzlich willkommen, sagte SEM-Sprecher Reto Kormann zur Zeitung. «Aber wenn uns jemand reflexartig mit immer neuen Fragenkatalogen eindeckt, stellt sich uns die Frage: Geht es hier wirklich noch um ein Informationsbedürfnis oder nur darum, uns zu beschäftigen?» Für staatskritische Szenen seien KI-generierte Anfragen ein Mittel, um Behörden deutlich auf Trab zu halten, schrieb die «NZZ am Sonntag».
Geheimdienst stoppt 95'000 Franken teures Geschichtsbuch
Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) hat nach Angaben von Tamedia seine historische Aufarbeitung durch zwei Historiker gestoppt. Rund 95'000 Franken wurden für ein Buch zur Vergangenheit des Schweizer Geheimdienstes bereits ausgegeben, wie die «SonntagsZeitung» schrieb. «Le Matin Dimanche» veröffentlichte eine Übersetzung des Artikels. Die Historiker Adrian Hänni und Titus Meier waren demnach mit ihrer Arbeit weit fortgeschritten. Grund für den Abbruch sei eine «Repriorisierung der finanziellen und personellen Ressourcen», zitierte die Zeitung den NDB. Mit der Qualität der Arbeit sei der Nachrichtendienst aber zufrieden und auch zu Kostenüberschreitungen oder anderen Schwierigkeiten kam es demnach nicht. Die Ergebnisse der Arbeit wolle der NDB soweit möglich für interne Schulungszwecke verwenden, teilte er der «SonntagsZeitung» mit.
Opfer wollen Crans-Montana teilweise unter Zwangsverwaltung stellen
24 Opfer haben nach Angaben von Tamedia eine teilweise Zwangsverwaltung der Walliser Gemeinde Crans-Montana beantragt. Anwalt Sébastien Fanti reichte in ihrem Namen eine Aufsichtsbeschwerde beim Walliser Staatsrat ein, wie «Le Matin Dimanche» und die «SonntagsZeitung» schrieben. Er fordere, dass unabhängige Kommissäre die finanzielle und juristische Bewältigung der Brandkatastrophe der Silvesternacht übernehmen. Auch verlange er eine Untersuchung der öffentlichen Finanzen der Gemeinde. Derzeit sei die Liquidität von Crans-Montana nicht bekannt, sagte Fanti zum Medienhaus und er fügte an: «Unser Gesuch um Transparenz wurde abgelehnt.» Der Gemeinderat von Crans-Montana habe eine Stellungnahme auf Anfrage von Tamedia abgelehnt.
Politiker fordern nach Ruag- und SBB-Affären mehr Macht für Finanzkontrolle
Nach den jüngsten Schlagzeilen zum bundeseigenen Rüstungsbetrieb Ruag und zur SBB haben Politiker laut der «NZZ am Sonntag» mehr Kompetenzen der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) gefordert. Die EFK sollte die Möglichkeit haben, Akteure mit Sanktionen zu belegen, forderte der Zuger Mitte-Nationalrat Gerhard Pfister. «Die Strukturen der bundesnahen Betriebe müssen angeschaut werden», sagte FDP-Co-Präsident Benjamin Mühlemann der Zeitung. Er gab jedoch zu bedenken, dass kriminelle Energie immer schwierig zu bekämpfen sei. «Das Parlament hält die EFK seit Jahren systematisch klein», kritisierte SP-Co-Präsident Cédric Wermuth. «Zwischen dem Bund und den Unternehmen des Bundes gibt es grosse Governance-Probleme», sagte Michel Huissoud, ehemaliger EFK-Chef, zur «NZZ am Sonntag». Über die Dimension des Ruag-Skandals sei er «überhaupt nicht überrascht».
Bundesgericht lässt Berichte über Richter-Liebesaffäre verbieten
Die «SonntagsZeitung» darf nach eigenen Angaben erst ab dem 5. November über Recherchen im Zusammenhang mit der Liebesaffäre zwischen Bundesrichterin Beatrice van de Graaf und Bundesrichter Yves Donzallaz berichten. Das Bundesgericht liess die Berichterstattung beim Zürcher Handelsgericht mittels superprovisorischer Verfügung verbieten, wie die Zeitung schrieb. Die Vertrauenswürdigkeit der Institution und der beteiligten Richter sei ansonsten gefährdet, hiess es gemäss «SonntagsZeitung» zur Begründung. Das Bundesgericht verhandelt am 5. November ein Revisionsgesuch nach der Liebesaffäre öffentlich.
SBB zahlt deutscher Firma 3,8 Millionen Franken für Sprachkurse
Eine Münchner Firma erhält gemäss «SonntagsBlick» rund 3,8 Millionen Franken zur Schulung von SBB-Mitarbeitenden in Fremdsprachen. Eine Bevorzugung inländischer Anbieter sei von Gesetzes wegen nicht erlaubt, teilte eine Sprecherin der Bundesbahnen der Zeitung mit. «Den Zuschlag erhielt das wirtschaftlich und qualitativ beste Angebot», sagte sie. Die deutsche Firma steht seit 2017 im Auftrag der SBB, wie «SonntagsBlick» schrieb. Per Anfang 2027 habe das Bahnunternehmen den Auftrag bis Ende 2031 verlängert.
Nach Brand in Thuner Waffenfirma kursiert mutmassliches Bekennervideo
Nach dem Brand in einem Waffenunternehmen in Thun kursiert nach Angaben von «SonntagsBlick» ein mutmassliches Bekennervideo. Die Kantonspolizei Bern prüft die Echtheit der Aufnahmen, wie die Zeitung schrieb. Das mögliche Bekennervideo kursiere unter französischen Anarchisten und auch die links-radikale Szene Berns verbreite die Aufnahmen weiter, schrieb «SonntagsBlick». Die Kantonspolizei könne derzeit weder zur Täterschaft noch zum Schaden etwas sagen. «Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen», zitierte die Zeitung eine Stellungnahme. Brandstiftung stehe bei den Untersuchungen im Vordergrund. Der Besitzer des Unternehmens geht von einem Schaden von 12 bis 20 Millionen Franken aus, wie er der Zeitung sagte. (sda)
