Schweiz
Gesellschaft & Politik

Zürcher Regierungsratswahlen: Mitte stellt sich hinter Philipp Kutter

Philipp Kutter, Nationalrat Mitte-ZH, spricht waehrend einer Medienkonferenz zu seiner Kandidatur fuer den Regierungsrat im Kanton Zuerich bei den naechsten Gesamterneuerungswahlen am 4.4.2027, am Mon ...
Bereits Ende Mai kündigte Philipp Kutter seine Kandidatur an, nun stellt sich die Findungskommission hinter ihn.Bild: keystone

Mitte will mit Philipp Kutter Sitz im Zürcher Regierungsrat verteidigen

22.06.2026, 15:2822.06.2026, 15:58

Die Findungskommission der Mitte Kanton Zürich hat Philipp Kutter als Regierungsratskandidaten empfohlen. Er soll die Nachfolge von Silvia Steiner antreten.

Die Findungskommission der Partei präsentierte Kutter als Kandidaten am Montagnachmittag an einer Medienkonferenz. Kutter galt als aussichtsreichster Kandidat. Die Kommission entschied sich nach der vertieften Prüfung dreier Kandidaturen einstimmig für Kutter. Der endgültige Entscheid über die Nomination liegt bei den Parteimitgliedern, die am 1. Juli entscheiden werden.

Kutter bringt breite politische Erfahrung auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene mit. Er amtierte 16 Jahre lang als Stadtpräsident von Wädenswil, war elf Jahre Mitglied des Zürcher Kantonsrats und vertritt den Kanton seit 2018 im Nationalrat.

Kutter zeigte sich geehrt über die Empfehlung und betonte, dass er im Beruf und im politischen Alltag voll leistungsfähig sei und sein privates Umfeld den Schritt mittrage. Kutter erlitt 2023 einen schweren Skiunfall und ist seither als Tetraplegiker auf einen Rollstuhl angewiesen.

Inhaltlich steht Kutter für einen bürgerlichen Kurs mit sozialer Verantwortung. Er will die hohe Lebensqualität im Kanton Zürich sichern, den Wirtschaftsstandort stärken und die Gemeinden in ihren Aufgaben unterstützen. Er wies darauf hin, dass Zürich die höchste Steuerbelastung für juristische Personen aufweise und es daher finanzpolitische Stabilität sowie weniger bürokratische Hürden brauche.

Bedeutung einer starken politischen Mitte

Die Parteileitung rechtfertigte den Anspruch auf den Regierungssitz mit der stabilisierenden Rolle der Mitte. Regierungen müssten gemäss Parteipräsidentin Tina Deplazes den Kanton führen und vom Wahlvolk getragen werden, weshalb sie sich nicht allein nach reinen Prozentzahlen der Parteistärke zusammensetzen sollten. Als Kollegialbehörde brauche der Zürcher Regierungsrat Stimmen, die zwischen den politischen Polen vermitteln und den Zusammenhalt stärken.

Ob Kutter im Wahlkampf auf die Unterstützung der bürgerlichen Parteien zählen kann, ist laut Deplazes noch offen. Entsprechende Gespräche seien noch nicht geführt worden.

Gerade angesichts komplexer werdender Herausforderungen in den Bereichen Wohnraum, Bildung und Verkehr sei eine ausgewogene Regierung wichtig. Die Mitte suche den Ausgleich zwischen Stadt und Land und baue Brücken zwischen den Lagern, um mehrheitsfähige Lösungen zu entwickeln. Eine Regierung, die nur die Pole abbilde, verliere hingegen an Ausgewogenheit, wodurch keine Lösungen mehr gefunden würden. (sda)

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