Rösti streicht Gelder, die den Wald vor Klimawandel schützen sollen – die Sonntagsnews
Der Bund streicht die Mittel für einen zukunftstauglichen Wald, die Armee verzichtet auf ukrainisches Fachwissen und die SRG sendet ab Herbst wieder auf UKW: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
Rösti streicht Gelder, um Wald für Klimawandel zu rüsten
Ausgerechnet im Hitzejahr 2026 hat der Bundesrat laut der «NZZ am Sonntag» die Mittel gestrichen, um den Schweizer Wald zukunftstauglich zu machen. Das Umweltdepartement (Uvek) von Bundesrat Albert Rösti bestätigte der Zeitung entsprechende Pläne. Dies, obwohl sich National- und Ständerat in den vergangenen Jahren wiederholt für zusätzliche Mittel ausgesprochen hatten, zum Beispiel, um hitzeresistente Bäume zu pflanzen. Nun habe Rösti diese Mittel aus der Finanzplanung für die kommenden Jahre gestrichen. «Diese Gelder stehen ab 2027 nicht mehr zur Verfügung», bestätigte das Bundesamt für Umwelt (Bafu) der Zeitung. Im Vorstand der kantonalen Konferenz für Wildtiere, Wald und Landschaft ist man darüber verärgert, wie es in der «NZZ am Sonntag» heisst.
Schweizer Armee: Kein Austausch mit der Ukraine
Die Armee verzichtet nach Informationen der «NZZ am Sonntag» bewusst auf das Fachwissen aus der Ukraine. Das Neutralitätsrecht würde den Austausch zulassen, wie das Verteidigungsdepartement (VBS) der Zeitung mitteilte. Warum das VBS darauf verzichte, habe es nicht mitgeteilt. So fehlt laut der Zeitung ein direkter Blick auf den Krieg, der die Neuausrichtung und Aufrüstung der Armee erzwinge. Die Schweiz sei auf den guten Willen anderer Länder angewiesen, sagte Armeechef Benedikt Roos nach Angaben der «NZZ am Sonntag» zur Sicherheitspolitischen Kommission. Zu den Erkenntnissen der Nato aus den Kriegserfahrungen der Ukraine habe die Schweiz als Nichtmitglied keinen Zugang. Deshalb tausche sich die Schweiz mit Dänemark und Polen aus.
UKW-Comeback im Herbst
Die SRG will nach Angaben von «SonntagsBlick» im Herbst wieder auf Ultrakurzwelle (UKW) senden. Das Kommunikationsdepartement rechnet mit jeweils drei Sendern auf Deutsch, Französisch und Italienisch, wie eine Sprecherin der Zeitung sagte. Das Bundesamt für Kommunikation werde entsprechende Konzessionen im August erteilen. Laut «SonntagsBlick» steht fest, dass die SRG Regionaljournale und Kultur-Nischensender auf UKW senden wird. Zunächst dürften Betriebskosten von rund 6.6 Millionen Franken pro Jahr anfallen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf ein internes Papier. Weitere Ausbauschritte, die nächstes Jahr geplant seien, könnten demnach jährlich bis zu 15 Millionen Franken kosten.
Regelverstösse bei der Zurich Schweiz
Angestellte der Zurich Schweiz haben nach Worten der «NZZ am Sonntag» über Jahre hinweg Regeln willentlich verletzt – auch nachdem die Finanzmarktaufsicht (Finma) ihnen auf die Schliche gekommen war und Massnahmen verfügte. Laut Insidern haben die Mitarbeitenden auch interne Kontrollstellen jahrelang getäuscht, wie die Zeitung schrieb. Die Motive seien unklar. «Die Zurich Schweiz hatte sämtliche Ressourcen, um die Probleme zu beheben. Leider wurden entsprechende Massnahmen nicht konsequent und schnell genug umgesetzt», sagte Konzernchef Mario Greco zur «NZZ am Sonntag». Er habe den Vorwurf zurückgewiesen, dass die Probleme auch beim Konzern lägen. «SonntagsBlick» hatte vergangene Woche berichtet, dass die Finma ein Enforcement-Verfahren gegen die Zurich Versicherung eingeleitet habe.
SVP-Nationalrat weibelt für Robotaxis
Der Luzerner SVP-Nationalrat Franz Grüter hat laut «SonntagsZeitung» auf Bundesratsebene die Werbetrommel für selbstfahrende Robotaxis der Google-Tochter Waymo gerührt. Sein Ziel ist es, Waymo in die Schweiz zu bringen, wie Grüter der Zeitung sagte. Für Bundespräsident Guy Parmelin habe er deshalb eine Taxifahrt in San Francisco organisiert. Er fände die Idee «grundsätzlich unterstützungswürdig», sagte der SVP-Bundesrat zur Zeitung. Auch bei SVP-Bundesrat und Verkehrsminister Albert Rösti habe Grüter angerufen. Beim Bundesamt für Strassen sei er auf offene Ohren gestossen. Waymo halte sich hingegen bedeckt. «Wir stehen im Austausch mit Behördenvertretern auf der ganzen Welt», teilte das Unternehmen der «SonntagsZeitung» mit.
Städter finden sich selbst arroganter – und offener
70 Prozent der Menschen aus der Stadt halten sich laut einer in der «NZZ am Sonntag» vorgestellten Analyse der Universität Bern für arroganter als die Bevölkerung auf dem Land. Lediglich fünf Prozent der Landbevölkerung empfinden sich hingegen als arrogant, wie die Zeitung schrieb. Sie verwies auf einen Forschungsbericht der Politologin Alina Zumbrunn. Demnach hält sich die Mehrheit der Stadtbevölkerung im Vergleich für egoistischer. Dies entspreche dem Empfinden der Menschen auf dem Land. In puncto Offenheit bestätigte ausserdem knapp die Hälfte der Befragten auf dem Land die Selbstwahrnehmung der Stadtbevölkerung: Diese bezeichnete sich mehrheitlich als offen.
Bewohner klagen über Hitze in Minergie-Häusern
Bewohnerinnen und Bewohner von Minergie-Häusern beklagen sich gemäss «SonntagsZeitung» zunehmend über zu hohe Temperaturen in den Innenräumen. Eigentlich sind die Anforderungen an diesen Baustandard bei Hitze höher als bei anderen Gebäuden, wie die Zeitung schrieb. Wegen des Klimawandels habe Minergie die Durchschnittstemperaturen erhöht, auf denen die Planung basiert. Bisherige Minergie-Häuser würden die Temperaturvorgaben jedoch oft nicht erfüllen. Der Verein Minergie, dem Bund und Kantone angehören, prüfe eine weitere Verschärfung. «Das aber ist wohl kaum ohne Einbau von Kühlsystemen machbar», sagte Geschäftsführer Andreas Meyer-Primavesi zur «SonntagsZeitung». In der Schweiz stehen demnach mehr als 60'000 Minergie-Gebäude.
(hah/sda)
