Schweiz
Gesellschaft & Politik

G7-Gipfel: Drei vorläufige Festnahmen bei Anti-G7-Demonstration in Genf

Drei vorläufige Festnahmen bei Anti-G7-Demonstration in Genf

Im Anschluss an die Anti-G7-Demonstration vom Sonntag sind in Genf 28 Personen in Gewahrsam und drei vorläufig festgenommen worden. Eine am Abend von der Polizei errichtete Einkesselung sorgte beim Kollektiv „No G7“ für Empörung.
15.06.2026, 13:4715.06.2026, 13:55

In einer vorläufigen Bilanz, welche die Genfer Polizei am Mittag im Westschweizer Radio RTS bekannt gab, sagte Polizeisprecher Alexandre Brahier, dass 28 Personen, darunter neun Frauen und 19 Männer, in Gewahrsam genommen worden seien. Drei Personen seien vorläufig festgenommen worden. Genauere Zahlen wurden für den frühen Nachmittag erwartet.

Nach Angaben der Ordnungskräfte «sind die Schäden im Verhältnis zur Zahl der entschlossenen Aktivisten des Schwarzen Blocks relativ gering“. Es gab insbesondere zerbrochene Fensterscheiben, zerstörte Bushaltestellen und ein in Brand gestecktes Auto.

epaselect epa13038294 People walk past a broken window at a TPG tram stop the day after the demonstration against France Evian G7 summit, in Geneva, Switzerland, 15 June 2026. The summit is scheduled  ...
Am Sonntag protestierten Tausende gegen den G7-Gipfel. Bild: keystone

Die Polizei hatte am Abend zwischen dem Quai Wilson und der Avenue de France eine Absperrung errichtet, hinter der laut dem Komitee »No G7« fast 300 Personen mehrere Stunden lang festgehalten wurden, darunter Mitglieder des Selbstschutzteams und Organisatoren der Demonstration. Sie wurden nach Identitätskontrollen nach und nach freigelassen. Die letzten Personen wurden am Montagmorgen entlassen.

Zahlreiche von Teilnehmenden der Koalition »No G7« gepostete Beiträge prangerten den Mangel an Wasser und Nahrung für die festgehaltenen Personen an. Das Komitee verurteilte in einer Mitteilung vom Montagmittag »eine unbeschreibliche Polizeiaktion«.

Kritik an Polizeigewalt

Die polizeiliche Razzia löste auch empörte politische Reaktionen aus. Die SP Genf zeigte sich besorgt über die Bedingungen, unter denen diese Aktion stattgefunden habe. »Hunderte von Menschen wurden eine ganze Nacht lang festgehalten, obwohl viele weder an den Gewalttaten beteiligt waren noch im Verdacht standen, Straftaten begangen zu haben«, schrieb die SP Genf und forderte eine umfassende Aufarbeitung.

Die Koalition No G7 wies erneut auf zahlreiche Vorfälle von Provokationen und Polizeigewalt hin, zu denen es am Ende der Demonstration gekommen sei. Sie kritisierte zudem den wiederholten Einsatz von Tränengas gegen den Demonstrationszug.

An der Demonstration nahmen laut Polizei 20'000 Menschen teil, laut der Koalition »No G7" waren es 30'000. Etwa 600 Aktivisten des Schwarzen Blocks, die den Demonstrationszug infiltriert hatten, begingen Sachbeschädigungen. (hkl/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
Als die 1.-August-Feiern noch bei 13,2 Grad abgehalten wurden
Die momentane Hitzewelle hat auch den Nationalfeiertag fest im Griff. Der Allzeitrekord von 35,6 Grad – gemessen am 1. August 2018 in Zürich-Kloten – wird aber wahrscheinlich nicht geknackt werden.
Obwohl der Juli meist der wärmste Monat des Jahres ist, werden auch im August heisse Temperaturen gemessen. So lagen die Höchstwerte im Mittel (1990–2022) am Nationalfeiertag im Flachland zwischen 25 und 28 Grad. Die Temperaturunterschiede über die Jahre am 1. August sind aber ziemlich gross.
Zur Story