39 Bundesräte von Bundespolizei überwacht – die Sonntagsnews
Baume-Schneider fordert einen besseren Schutz vor sexueller Gewalt, ein Einblick in die Fichen ehemaliger Bundesratsmitglieder sowie die ausgebliebenen Kontrollen von Ärzten durch den Bund: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen. Die Schlagzeilen in nicht verifizierten Meldungen:
Besserer Schutz vor chemischer Unterwerfung
Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider hat in einem Interview mit «SonntagsBlick» einen besseren Schutz vor sexueller Gewalt mittels chemischer Substanzen gefordert. «Wir müssen Prävention und Information verbessern», sagte sie der Zeitung. In der Öffentlichkeit sei bisher zu wenig bekannt gewesen, dass chemische Unterwerfung auch zu Hause passiere, sagte die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI). Zwar sei es laut Betäubungsmittelgesetz verboten, einer Person Substanzen zu verabreichen, um sie hilflos und fügsam zu machen. «Aber es gibt sicher noch Verbesserungspotenzial», sagte Baume-Schneider.
Bundesräte bis 1989 von Bundespolizei überwacht
Die Bundespolizei hat nach Informationen der «SonntagsZeitung» zwischen 1930 und 1989 auch Bundesratsmitglieder überwacht. Insgesamt waren 39 Bundesrätinnen und Bundesräte betroffen, wie die Zeitung schrieb. Dazu zählten etwa Christoph Blocher, Moritz Leuenberger, Ruth Dreifuss und Elisabeth Kopp. Die Fichierung begann gemäss der Zeitung oft bereits in jungen Jahren, als die Politikerinnen und Politiker noch nicht Teil der Landesregierung waren. Als Grund für eine Fichierung genügte etwa das Engagement gegen den Vietnamkrieg im Fall von Ruth Dreifuss. Einige Bundesräte wussten offenbar schon Jahrzehnte vor dem Fichenskandal Ende der 80er-Jahre von der Überwachung, wie die «SonntagsZeitung» schrieb.
Moritz Leuenberger äussert sich zu seiner Fiche
Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger hat mit der «SonntagsZeitung» über seine eigene Fiche gesprochen. Als Präsident der 1989 eingesetzten Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) hatte er den Fichenskandal ans Licht gebracht. Als PUK-Präsident habe er seine Bundesfiche nie verlangt, sagte Leuenberger zur Zeitung. Die Unterlagen der Stadt- und der Kantonspolizei Zürich habe er jedoch bestellt. «Ich las vor allem Banales, Falsches und sogar bewusst Falsches», sagte der ehemalige SP-Bundesrat. Zudem sei er in den Akten indirekt mit Personen in Verbindung gebracht worden, mit denen er nichts zu tun gehabt habe. «Solche Einträge sind exemplarisch für die Mischung von Verdächtigungen und falschen Anschuldigungen, die in den Fichen immer wieder vorkommen», sagte er.
Rabatte auf Medizinprodukte nicht weitergegeben
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat laut der «NZZ am Sonntag» jahrelang die Kontrolle von Rabatten an die Ärzteschaft vernachlässigt. Eigentlich wären Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, Rabatte auf Medizinprodukte den Patientinnen und Patienten weiterzugeben, wie die Zeitung schrieb. Die seit 2020 für die Kontrolle vorgesehenen Ressourcen habe das BAG für die Pandemiebewältigung eingesetzt, weshalb es zu Verzögerungen gekommen sei, teilte das BAG mit. Der Bund habe in den letzten Jahren praktisch keine Kontrollen bei Leistungserbringern durchgeführt, schrieb die «NZZ am Sonntag». Bereits Ende 2025 hatte die Zeitung berichtet, dass die Ärzteschaft dank Deals mit der Pharmabranche Millionen verdiene.
357 zusätzliche Todesfälle während Hitzewelle
Seit der ersten Hitzewelle Ende Juni hat der Bund gemäss der «NZZ am Sonntag» 357 zusätzliche Todesfälle registriert. Betroffen sind ausschliesslich Personen ab 65 Jahren, wie die Zeitung schrieb. Die Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) seien vorläufig und basierten auf Hochrechnungen. Bisher sei in der Schweiz nur in der letzten Juni- und der ersten Juliwoche eine Übersterblichkeit festgestellt worden. Das BFS habe betont, dass eine direkte Zuordnung einzelner Todesfälle zur Hitze nicht möglich sei. Die Todesursache werde beim Monitoring nicht erhoben.
Zusammenarbeit mit Marokko verbessert
Die Zusammenarbeit mit Marokko hat sich gemäss Angaben des Staatssekretariats für Migration (SEM) im «SonntagsBlick» verbessert. Im ersten Halbjahr 2026 gab es fast so viele zwangsweise Rückführungen wie im gesamten Jahr 2025, wie die Zeitung mit Verweis auf das SEM schrieb. Zudem seien in den kommenden Wochen mehrere Flüge nach Marokko geplant. Auch zeige sich das Land nun deutlich kooperativer, nachdem die Bestätigung marokkanischer Identitäten in der Vergangenheit schwierig gewesen sei. Im Februar und März wurde laut der Zeitung jeweils eine Identität geklärt, im April waren es 185 Identitäten.
Anführer der Jungen Tat vor Gericht
Die Anführer der rechtsextremen Gruppierung Junge Tat müssen sich «SonntagsBlick» zufolge am 4. September vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Den zwei Anführern und vier weiteren Mitgliedern – für alle gilt die Unschuldsvermutung – werden mehrere strafbare Handlungen vorgeworfen, wie die Zeitung schrieb. Dazu zählen demnach Diskriminierung, Aufruf zum Hass, Nötigung, Sachbeschädigung, Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz, sowie Land-, und Hausfriedensbruch. «Wenn in der Schweiz die Meinungsfreiheit noch besteht, werden die Anschuldigungen nicht zu einer Verurteilung führen», zitierte «SonntagsBlick» Manuel Corchia. Er und Tobias Lingg sind die Chefs der Gruppierung.
Zwei Tourenführer wegen Lawinenniedergang vor Gericht
Zwei Tourenführer stehen laut der «SonntagsZeitung» wegen eines tödlichen Lawinenniedergangs im Jahr 2023 ab Mittwoch vor dem Regionalgericht Thun. Sie sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, wie die Zeitung schrieb. Für die Tourenführer, die den Vorwurf bestreiten, gilt die Unschuldsvermutung. Die Zeitung rekonstruierte, wie es zum Lawinenunglück an der Gstelliwang im Berner Oberland kam. Eine 18-jährige US-Amerikanerin und ein gleichaltriger Brite kamen dabei ums Leben. Ein Bericht des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) habe festgehalten, dass die beiden Tourenführer vieles gut gemacht hätten. Dass sie für eine der Abfahrten einen rund 40 Grad steilen Hangbereich wählten, konnte das SLF «angesichts der generell guten Führungsarbeit nur schwer nachvollziehen». Aus Sicht der Verteidigung liegen keine relevanten Sorgfaltspflichtverletzungen vor, wie die Zeitung schrieb.
Weniger Werbung für ungesunde Produkte
Die grossen Schweizer Detailhändler werden sich nach Angaben der «NZZ am Sonntag» an die eingeschränkte Werbung von ungesunden Produkten an Kinder halten. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen präsentierte Ende Mai eine entsprechende Selbstregulierung, die es mit Vertretern der Lebensmittel- und Werbeindustrie erarbeitet hatte. Nebst den grossen Detailhändler wollen auch Firmen wie Nestlé, Cocoa-Cola, Emmi, Rivella und Zweifel-Chips die Regeln befolgen, wie die Zeitung schrieb. Der Verband der Schweizer Schokoladenfabrikanten Chocosuisse werde die Regulierung nicht unterzeichnen. Der zusätzliche Handlungsbedarf sei für die Branche «nicht ausreichend ausgewiesen», hiess es laut der Zeitung zur Begründung. (sda)
