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Warum die «Generation-YouTube»das SRF nicht retten wird

Warum die «Generation YouTube» das SRF nicht retten wird 

Das SRF räumt auf und wirft Roman Kilchsperger, Kurt Aeschbacher und Monika Fasnacht raus. Punkten will das SRF mit frischen Gesichtern. Doch was taugt die Verjüngungskur? Nicht viel, sagen TV-Kenner.
08.09.2018, 13:5309.09.2018, 10:32
Diese Moderatoren haben das SRF schon verlassen oder gehen bis spätestens Ende Jahr. 
Diese Moderatoren haben das SRF schon verlassen oder gehen bis spätestens Ende Jahr.

Aus und vorbei: Die «SRF»-Sendung «Donnschtig-Jass» wird ab 2019 nicht mehr von Roman Kilchsperger moderiert. Sein Vertrag wurde nicht verlängert. 

Kilchsperger ist nicht der Einzige, der gehen muss. Das «SRF» hat sich in diesem Jahr von einigen alteingesessenen Moderatoren verabschiedet. Gehen müssen neben Kilchsperger auch Monika Fasnacht und Kurt Aeschbacher. Der 69-jährige Talkmaster Aeschbacher geht noch Ende dieses Jahr in Rente. Der TV-Legende Monika Fasnacht wird nach 25 Jahren ihre letzte Sendung «Tiergeschichten» gestrichen. 

Was bringt die «Generation YouTube»?

Vorangetrieben wird die Verjüngungskur von Unterhaltungschef Stefano Semeria. «Eines meiner strategischen Ziele ist die langfristige Talententwicklung in der Moderation», so Semeria gegenüber Bluewin. Anfang Jahr startete SRF mit der ersten YouTube-Morgenshow «Zwei am Morge». Darin fassen Julian Graf und Ramin Yousofzai vom Comedy-Duo UniGAG die wichtigsten Themen der Woche zusammen. Anlocken soll die Sendung das junge Zielpublikum. Ist die «Generation YouTube» folglich die Zukunft des öffentlichen Senders?

«Ich sehe momentan beim SRF keine 25-jährigen Moderatoren, die zur Prime Time erfolgreich Formate moderieren könnten.»
René Hildbrand

«Ich sehe momentan beim SRF keine 25-jährigen Moderatoren, die zur Prime Time erfolgreich Formate moderieren könnten», sagt René Hildbrand, langjähriger Fernsehkritiker und ehemaliger Chefredaktor von «TV Star». Für ihn geht die Verjüngungskur des SRF nicht ganz auf.

«Natürlich muss man die Abgänge differenziert anschauen. Die Sendung ‹Aeschbacher› hat sich im Gegensatz zum ‹Donnschtig-Jass› einfach zu Tode gelaufen», so Hildbrand. Der Abgang von Roman Kilchsperger sei jedoch ein «riesiger Fehler». «Wenn man meint, der ‹Donnschtig-Jass› werde besser, wenn er neu von einem 25-Jährigen moderiert wird, dann ist das ein grosser Irrtum», wettert der TV-Kritiker.  

Gottschalk, Jauch, Schönenberger – und Tami

Laut Hildbrand brauche es nur einen Blick über die Grenze: «Die deutschen Privatsender sind scharf auf das junge Publikum. Und sie setzen dabei auf bewährte Moderatoren.» Hildbrand spricht die RTL-Sendung «Denn sie wissen nicht, was passiert» an. Die Samstagabendshow hat gute Quoten, erreichte knapp eine Million Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren. Moderiert wird sie von den Schlachtrössern der deutschen TV-Szene: Günther Jauch (62), Thomas Gottschalk (68) und Barbara Schönenberger (44). Ein Aushängeschild der jüngeren Generation spricht Hildbrand doch noch an: «Eine Ausnahmeerscheinung ist Viola Tami. Sie kommt bei Jung und Alt gut an.»

Viola Tami gewinnt den Prix Walo als Publikumsliebling beim 43. Prix Walo im Zuercher Kongresshaus am Sonntag, 14. Mai 2017. (KEYSTONE/Walter Bieri)
Kommt laut TV-Kritiker René Hildbrand bei Jung und Alt sehr gut an: Moderatorin Viola Tami. Bild: KEYSTONE

Ins gleiche Horn bläst auch Tamara Wernli, YouTouberin und langjährige Moderatorin bei Telebasel. «Dass SRF auf seine etablierten, beliebten Stars wie Roman Kilchsperger oder Kurt Aeschbacher verzichtet, ist für mich unverständlich. Man darf nicht vergessen: Das Publikum wird ja zusammen mit seinen Moderatoren älter.»

Tamara Wernli war 20 Jahre lang bei Telebasel tätig. Heute ist sie selbständig.  
Tamara Wernli war 20 Jahre lang bei Telebasel tätig. Heute ist sie selbständig. bild: zvg

Wernli glaubt, dass das SRF die Bindung der Zuschauer zu den alteingesessenen Moderatoren unterschätzt. «Natürlich ist es richtig, mit jüngeren Moderatoren auch ein jüngeres Publikum ansprechen zu wollen und ‹Stars› aus den sozialen Medien zu engagieren. Das ist der Zeitgeist, dem sich das SRF nicht entziehen kann. Aber will man alle Zuschauer ansprechen, braucht es neue Gesichter und altbekannte Aushängeschilder.»

Ob Wernli selbst einmal als Moderatorin bei SRF vor der Kamera steht, weiss die 46-Jährige nicht. «Es müsste schon das Angebot meines Lebens sein», schmunzelt sie. 

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Video: srf
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