So gehen die Schweizer Zoos mit der Hitze um
Die momentane Hitzewelle nimmt gefühlt kein Ende. Neben den Menschen, Haustieren und Nutztieren leiden aber auch die Tiere im Zoo unter der Situation. Einige haben deswegen besondere Massnahmen ergriffen.
Wie die Tiere mit Hitze umgehen
Bei steigenden Temperaturen passen auch die Tiere ihr Verhalten an. Da sie nicht wie Menschen schwitzen, hecheln sie, suhlen sich im Schlamm oder geben Wärme über gut durchblutete Körperregionen ab oder sind nur zu kühleren Tageszeiten aktiv, schreibt der Tierpark Goldau.
Im Schlamm suhlen sich beispielsweise Wildschweine, da sie über wenige funktionstüchtige Schweissdrüsen verfügen und so Wärme nur begrenzt über die Haut abgeben können. Das verdunstende Wasser entzieht dem Körper Wärme. Gleichzeitig bietet der Schlamm einen natürlichen Sonnenschutz und hält Insekten fern. Wölfe und Luchse kühlen sich dagegen durch Hecheln.
Huftiere wie Rothirsche oder Steinböcke können dagegen schwitzen. Wenn es besonders heiss ist, sind sie aber am Tag weniger aktiv. Die Syrischen Braunbären bevorzugen kühlere Bereiche und Wasserstellen. Ihr dickes Fell wirkt im Sommer isolierend.
Futterglaces an Hitzetagen
«Unsere Tiere sind an sommerliche Temperaturen generell gut angepasst», heisst es von Dr. Pascal Marty, Leiter Zoologie des Tierparks Goldau. Weiter meint er aber: «Wichtig ist, dass ihnen jederzeit frisches Wasser zur Verfügung steht.»
An Hitzetagen erhalten einzelne Tierarten wie Wildschweine, Fischotter oder syrische Braunbären Futterglaces. Diese bestehen aus Früchten, Gemüse oder anderem Futter, die in Eisblöcke gefüllt werden. Neben einer kleinen Abkühlung sind die Tiere so vor allem beschäftigt. «Die Tiere müssen sich ihr Futter erarbeiten, wie dies auch in der Natur der Fall ist», sagt Dr. Pascal Marty.
Schattenplätze vorgängig eingeplant
Im Zoo Zürich sind laut Mediensprecher Dominik Ryser keine zusätzlichen Anpassungen für die Tiere aufgrund der Hitze notwendig. Die verschiedenen Lebensräume sind so konzipiert, dass die Tiere sich an kühlere Orte zurückziehen können. Bei den aktuell hohen Temperaturen ruhen die Tiere tagsüber viel an Schattenplätzen oder ziehen sich in den Stall zurück. Ihre Aktivitätszeit verlagern sie auf die kühleren Morgen- und Abendstunden. Grundsätzlich gilt: «Die Tiere entscheiden selbst, wo sie sich aufhalten möchten», sagt Ryser.
Auch im Tierpark Bern sind die Anlagen so gebaut, dass die Tiere das ganze Jahr über entweder Schattenplätze, Sonnenplätze, Wasserstellen, Erdhügel oder Höhlen sowie Orte mit mehr Durchzug finden. So können sich die Tiere je nach Bedarf abkühlen oder aufwärmen.
Über die Gluthitze freuen tun sich wärmeliebende Reptilien wie die Kleinasiatische Bergotter, Schildkröten oder die Mauer- und Zauneidechsen.
Bei den Tieren, die mit Hitze weniger gut zurechtkommen, sorgt das Team mit zusätzlichen Massnahmen für Abkühlung: In vielen Anlagen stehen Teiche, Sprinkleranlagen oder fliessendes Wasser, wie beispielsweise bei den Moschusochsen. Bei Bedarf können sich diese selbst unter die Sprinkleranlage stellen oder ein Bad nehmen.
