Schweiz
Gesundheit

Influencer-Gesundheitstipps: Politik fordert klare Regeln

Medfluencer Influencer
Versprochene Wunder, die nie eintreten: Medfluencer können grossen Schaden anrichten.Bild: instagram/sally_lewis

Bundesrat soll Medfluencer in die Schranken weisen

Influencer, die in ihren Kanälen Gesundheitstipps geben, sind der Basler SP-Nationalrätin Miriam Locher ein Dorn im Auge. Sie fordert klare Regeln.
12.08.2026, 11:3112.08.2026, 11:31

Ob Abnehmtipps, Ratschläge für schönere Haut oder körperliche Selbstoptimierung: Influencer, die Gesundheitstipps geben, gibt es zuhauf. Wirklich gesund sind sie aber nicht immer. Die meisten haben keine entsprechende Ausbildung oder vertieftes Wissen. Deshalb fordert die Basler SP-Nationalrätin Miriam Locher nun klare Regeln. «Fehl- oder Desinformation kann zu gesundheitlichen Risiken führen, insbesondere wenn kommerzielle Interessen nicht transparent offengelegt werden», sagt sie zum Tages-Anzeiger.

Sie findet, dass die Schweizer Gesetze lückenhaft sind. Ihrer eigenen Erfahrung zufolge handle es sich oft um Schleichwerbung oder fragwürdige, gefährliche Ratschläge. Etwa, wenn vor Sonnencreme gewarnt wird. Mit Angstmacherei werde dabei Geld gemacht. Das sei zu verhindern.

Locher hat deshalb eine Anfrage an den Bundesrat gestellt, damit er die Lage überprüft. Auch Juliette Ivanez vom Westschweizer Konsumentenschutz kritisiert die fehlende Transparenz bei Werbung, die nicht als solche gekennzeichnet ist. Ebenso zweifelt sie den Nutzen der Ratschläge an. «Es gibt eine Flut an Informationen von oft mangelhafter Qualität, was gefährlich sein kann, wenn Userinnen und User angebliche Wunderdiäten oder trendige Nahrungsergänzungsmittel an sich selbst testen.»

Laut dem Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic gelten für Medfluencer die gleichen Regeln wie für traditionelle Medien, Websites und soziale Netzwerke, heisst es auf Anfrage des «Tages-Anzeigers». Allerdings würden allgemeine Informationen über Gesundheit und Krankheiten nicht dazu zählen, sondern nur Beiträge für konkrete Arzneimittel.

Zudem sei die Überwachung im Netz nicht einfach oder der Handlungsspielraum begrenzt. Stammten die Inhalte aus dem Ausland, seien die Interventionsmöglichkeiten der Schweizer Behörden eingeschränkt. Reagiert wird deshalb nur, wenn entsprechende Beiträge gemeldet werden und sie einen Bezug zur Schweiz haben. (vro)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Hier wird die Heuchelei von Influencern entlarvt
1 / 44
Hier wird die Heuchelei von Influencern entlarvt
Wenn Models, Instagrammer, Foodblogger und Co. so tun als ob, ist der Hashtag #youdidnoteatthat zur Stelle, um die Heuchelei anzuprangern! 😂
quelle: instagram / instagram
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Essstörungs-Content in sozialen Medien
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
19 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
19
Muni-Max-Verein: «Nicht die Anzahl Online-Klicks entscheidet»
In seiner Replik antwortet der Verein Max der Uristier auf die Kritik der Petition, die einen Stopp des Bewilligungs­verfahrens fordert – und weist den Vorwurf einer «Salami-Taktik» zurück.
Seitdem bekannt wurde, dass ein Organisationskomitee Muni Max auf den Nätschen holen will, beschäftigt der Holzstier die Urnerinnen und Urner. Sowohl positiv als auch negativ. Gerade in der vorherigen Woche lag der Fokus auf der Seite, die es ablehnt, die hölzerne Konstruktion in den Kanton zu bringen. Eine Campax-Petition sammelte innerhalb weniger Tage Hunderte Unterschriften (mittlerweile sind es rund 1150). Ihre Forderung: Das Bewilligungsverfahren soll gestoppt werden, bis zentrale Fragen zu Standort, Finanzierung, Sicherheit und Rückbau geklärt sind. Oder prägnanter formuliert: «ausgereifte Pläne statt Salami-Taktik und vager Versprechungen.»
Zur Story