Bundesrat soll Medfluencer in die Schranken weisen
Ob Abnehmtipps, Ratschläge für schönere Haut oder körperliche Selbstoptimierung: Influencer, die Gesundheitstipps geben, gibt es zuhauf. Wirklich gesund sind sie aber nicht immer. Die meisten haben keine entsprechende Ausbildung oder vertieftes Wissen. Deshalb fordert die Basler SP-Nationalrätin Miriam Locher nun klare Regeln. «Fehl- oder Desinformation kann zu gesundheitlichen Risiken führen, insbesondere wenn kommerzielle Interessen nicht transparent offengelegt werden», sagt sie zum Tages-Anzeiger.
Sie findet, dass die Schweizer Gesetze lückenhaft sind. Ihrer eigenen Erfahrung zufolge handle es sich oft um Schleichwerbung oder fragwürdige, gefährliche Ratschläge. Etwa, wenn vor Sonnencreme gewarnt wird. Mit Angstmacherei werde dabei Geld gemacht. Das sei zu verhindern.
Locher hat deshalb eine Anfrage an den Bundesrat gestellt, damit er die Lage überprüft. Auch Juliette Ivanez vom Westschweizer Konsumentenschutz kritisiert die fehlende Transparenz bei Werbung, die nicht als solche gekennzeichnet ist. Ebenso zweifelt sie den Nutzen der Ratschläge an. «Es gibt eine Flut an Informationen von oft mangelhafter Qualität, was gefährlich sein kann, wenn Userinnen und User angebliche Wunderdiäten oder trendige Nahrungsergänzungsmittel an sich selbst testen.»
Laut dem Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic gelten für Medfluencer die gleichen Regeln wie für traditionelle Medien, Websites und soziale Netzwerke, heisst es auf Anfrage des «Tages-Anzeigers». Allerdings würden allgemeine Informationen über Gesundheit und Krankheiten nicht dazu zählen, sondern nur Beiträge für konkrete Arzneimittel.
Zudem sei die Überwachung im Netz nicht einfach oder der Handlungsspielraum begrenzt. Stammten die Inhalte aus dem Ausland, seien die Interventionsmöglichkeiten der Schweizer Behörden eingeschränkt. Reagiert wird deshalb nur, wenn entsprechende Beiträge gemeldet werden und sie einen Bezug zur Schweiz haben. (vro)
