Muni-Max-Verein: «Nicht die Anzahl Online-Klicks entscheidet»
Seitdem bekannt wurde, dass ein Organisationskomitee Muni Max auf den Nätschen holen will, beschäftigt der Holzstier die Urnerinnen und Urner. Sowohl positiv als auch negativ. Gerade in der vorherigen Woche lag der Fokus auf der Seite, die es ablehnt, die hölzerne Konstruktion in den Kanton zu bringen. Eine Campax-Petition sammelte innerhalb weniger Tage Hunderte Unterschriften (mittlerweile sind es rund 1150). Ihre Forderung: Das Bewilligungsverfahren soll gestoppt werden, bis zentrale Fragen zu Standort, Finanzierung, Sicherheit und Rückbau geklärt sind. Oder prägnanter formuliert: «ausgereifte Pläne statt Salami-Taktik und vager Versprechungen.»
In der aktuellsten Episode tritt nun der Verein Max der Uristier aufs Parkett. In einer Mitteilung reagiert er auf die Kritik – und nimmt zu den Forderungen der Petitionäre Stellung. Sie sei kein «verifizierter Nachweis der Haltung der betroffenen Bevölkerung» und erst recht nicht rechtlich bindend («nicht die Anzahl von Online-Klicks entscheidet über das Projekt»). Vielmehr erhielten der Verein und ihr hölzernes Projekt Zuspruch aus Bevölkerung, Gewerbe und Tourismuswirtschaft. Eine «regelrechte Fangemeinde» sei um den Muni entstanden.
Gegenteil von Eiltempo
Das Projekt werde nicht, wie die Petitionäre kritisierten, im «Eiltempo durchgepeitscht», sondern «gründlich geprüft». Auch Einsprachen würden berücksichtigt, so sei etwa der Standort verlegt worden. Der Verein gibt sich kompromissbereit: Wo möglich, sollen einvernehmliche Lösungen gesucht werden. Ob das auch die Kritik der Petitionäre einbezieht, wird nicht klar: «Konkrete Verbesserungsvorschläge bringen uns weiter als undifferenzierte Einwände und pauschale Vorwürfe», lässt sich Vereinspräsident Franz-Xaver Simmen zitieren.
So lässt der Verein auch den Vorwurf einer unfundierten Standortwahl nicht gelten. Eine Standortanalyse habe den Nätschen als «am besten funktionierenden Standort» auserkoren, primär aufgrund der bestehenden touristischen Infrastruktur. Und während die Petitionäre bemängeln, dass die Konstruktion nicht in das Landschaftsbild passe, ist der Holzstier für den Verein das fehlende Puzzleteil auf dem Nätschen. «Er bettet sich hervorragend in die Umgebung ein.» Und vermittle nebenbei auch noch «Bodenständigkeit, Innovation, Nachhaltigkeit, Mut, Resistenz und Swissness».
Auch für die Sicherheit sei gesorgt, sie sei schliesslich «keine Randnotiz». Flucht-, Rettungs- und Evakuierungswege sind laut Verein in der Planung berücksichtigt, für den Notfall wurde ein freistehender Treppenturm entwickelt. Die von den Petitionären befürchteten «massiven Besucherströme» sieht der Verein derweil als Chance: Gerade in den «schwachen» Sommermonaten sei der Zusatzbetrieb erwünscht. Die Anreise soll allerdings vorwiegend per ÖV erfolgen – geplant ist nur eine begrenzte Anzahl Parkplätze.
Verein betreibe keine «Salami-Taktik»
Auch die auf fünf Jahre befristete Baubewilligung verteidigt der Verein. Diese sei keine «Salami-Taktik», sondern bewusst gewählt: Nach fünf Jahren könne anhand der gemachten Erfahrungen über die Zukunft von Muni Max entschieden werden. Einen automatischen Anspruch auf Verlängerung gebe es nicht. Zudem sei die verschraubte Holzkonstruktion für den Auf- und Abbau konzipiert und könne laut den zuständigen Ingenieuren bis zu sechsmal demontiert und wieder aufgebaut werden.
Beim Rückbau teilt der Verein das Anliegen der Petitionäre, dass keine Kosten an der öffentlichen Hand hängen bleiben sollen. Weder die Gemeinde noch der Parzelleneigentümer sollen mit ungedeckten Verpflichtungen zurückgelassen werden. Die Befürchtung, ohne öffentlich einsehbaren Businessplan drohe eine «Bauruine auf Kosten der Steuerzahlenden», weist der Verein jedoch zurück. Entscheidend seien vielmehr eine solide Trägerschaft, klare Zuständigkeiten und die finanzielle Vorsorge für einen möglichen Rückbau. (schweizheute.ch)
