Bregy fordert «klare Versorgungspyramide» im Gesundheitswesen
Philipp Matthias Bregy hat eine «klare Versorgungspyramide» im Gesundheitswesen gefordert. «Heute müssen die Leute viel zu früh zum Spezialisten oder ins Spital gehen, weil die Grundversorgung teilweise ungenügend ist», sagte der Mitte-Präsident im «Blick»-Interview.
Das Tarifsystem müsse so ausgestaltet werden, dass Patienten auf der richtigen Versorgungsstufe betreut würden. Zuerst gehe man zur Apotheke, bei stärkeren Beschwerden zum Hausarzt und erst wenn nötig zum Spezialisten oder ins Spital, sagte Bregy in dem am Freitag publizierten Gespräch. Das neue Tarifsystem Tardoc sei insbesondere für Hausärzte noch nicht genügend austariert.
Mit einem Fünf-Punkte-Plan will die Mitte nach Angaben ihres Präsidenten den Anstieg der Krankenkassenprämien bremsen. Neben einer Stärkung der Grundversorgung plädiert Bregy für die konsequente Weitergabe von Medikamentenrabatten an die Versicherten. «Künftig muss gelten: Wer ungerechtfertigt Rabatte nicht weitergibt, muss sanktioniert werden können», sagte Bregy weiter.
Weiter fordert der Mitte-Präsident mehr Anreize für Qualität statt Menge. Doppelspurigkeiten bei medizinischen Leistungen müssten vermieden werden. «Hat der Hausarzt ein Röntgenbild erstellt, muss der Spezialist dies nicht noch einmal machen», sagte Bregy. Dafür brauche es auch ein elektronisches Patientendossier. (sda)
