Das Thema ist mit mehr Sprengstoff beladen als die Böller selbst: Soll das private Abbrennen von Feuerwerk an Silvester und am 1. August weiterhin erlaubt sein?
Schweizweit gelten unterschiedliche Regelungen. Beim Bund ist eine Volksinitiative hängig, die den Verkauf und die Verwendung von lärmenden Feuerwerkskörpern für Privatpersonen verbieten will. Grosse Feuerwerke, zum Beispiel an Stadtfesten, sollen weiterhin von den Kantonen bewilligt werden können.
76 Prozent der Schweizer Bevölkerung wollen lautes Feuerwerk für Private verbieten. Dies geht aus einer repräsentativen watson-Umfrage vom Dezember 2023 hervor.
Der Bundesrat lehnt die Volksinitiative allerdings ab. Er will auch keinen Gegenvorschlag dazu, weder in der Verfassung noch auf Gesetzesstufe. Der Lärm und die Feinstaub-Emissionen durch Feuerwerk seien zeitlich begrenzt und vergleichsweise gering, teilte er im Januar mit. Zudem gebe es in Kantonen und Gemeinden bereits Rechtsgrundlagen, um Feuerwerk einzuschränken.
Besonders die Gemeinden eines Kantons haben von den Möglichkeiten Gebrauch gemacht, die Tradition verstummen zu lassen: Graubünden.
Darunter fallen auch Tourismusmagnete: Davos erliess 2020 als erste Gemeinde der Schweiz ein gesetzlich verankertes Feuerwerkverbot. Die Initiative ist von der Stimmbevölkerung mit grosser Mehrheit angenommen worden. Wer sich nicht an das Verbot hält, muss mit einer hohen Busse von bis zu 5000 Franken rechnen.
Zwei Jahre nach dem ersten Feuerwerksverbot führten weitere Gemeinden in Graubünden ähnliche Gesetze ein, darunter Laax, St.Moritz, Scuol.
Andere Gemeinden in Graubünden haben kein Verbot erlassen, bitten Einheimische und Gäste aber, freiwillig auf das Abbrennen von Feuerwerk zu verzichten.
Einige Gemeinden gaben an, dass die Verbote und Verzichte der Natur und den Tieren zuliebe erfolgt seien. Feuerwerk verursacht den Bundesbehörden zufolge jedes Jahr 200 bis 400 Tonnen Feinstaub. Somit machten Feuerwerke ein bis zwei Prozent der jährlichen Gesamtemissionen aus. Insbesondere bei niedrigen Temperaturen und sogenannten Inversionslagen blieben die Schwebepartikel lange in der Luft.
Doch die Feuerwerkskörper sind nicht nur eine Belastung für die Umwelt, sondern versetzen auch Tiere in Panik. Tiere besitzen häufig eine höhere Hörsensibilität als Menschen. Laute Knalle können bei ihnen Stressreaktionen auslösen, die nicht nur ihr Wohlbefinden, sondern auch ihre körperliche Gesundheit gefährden, indem das Immunsystem geschwächt wird.
Gefährdet sind auch Wildtiere, die aus Panik flüchten, durch laute Geräusche ihre Orientierung verlieren und sich dabei in gefährliche Situationen begeben. Einige Tiere können sogar in ihrer Fortpflanzung beeinträchtigt werden.
In Städten wie Zürich, Bern oder Genf gibt es zwar kein generelles Feuerwerksverbot, doch in einigen städtischen Zonen oder Naturschutzgebieten gelten strikte Regelungen. Auch im Wallis gibt es in vielen Gemeinden Einschränkungen, um Natur und Tiere zu schützen. Ein striktes Verbot für Knallkörper an Silvester gilt in Liestal, dem Hauptort des Kantons Basel-Landschaft. Am 1. August sind Raketen und Böller allerdings erlaubt.
(Mit Material der sda)
Äh. der Bundesrat hat die Initiative mit der Begründung abgelehnt, dass die Kantone bereits die Möglichkeit hätten, Verbote zu erlassen.
So viel zum demokratischen Verständnis in der Schweiz.
Aber ganz abgesehen davon werden schon seit drei Wochen täglich Böller und Raketen gezündet. Das allein zeigt, dass ein nationales Verbot nötig ist. Läden wie Coop, Lidl haben direkt nach dem Tannenbaumfest schon ihre Feuerwerksverkaufszelte aufgestellt. 👎
Es darf geblitzt werden, ist wie ein kleiner symbolischer letzter Frauenfurz …