So viel mehr Miete wird für eine Neubauwohnung in Schweizer Städten verlangt
Die meisten von uns kennen es wohl: Die Wohnungssuche in der Schweiz ist alles andere als einfach. In der Stadt erst recht nicht – und eine neue Wohnung zu finden, grenzt fast schon an ein Wunder. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Leerstände in Gebäuden, die vor weniger als zwei Jahren gebaut wurden, sind in unserem Land äusserst selten. Das zeigten bereits Daten des Bundesamts für Statistik im letzten Herbst.
Neubauwohnungen weisen ein weiteres grosses Problem auf: Sie sind in der Regel deutlich teurer als andere Wohnungen. Dieser Preisunterschied ist fast überall zu beobachten, das Ausmass variiert jedoch erheblich von Gemeinde zu Gemeinde. Das zeigen Zahlen, die das Lausanner Unternehmen Lookmove erhoben hat und die watson exklusiv vorliegen.
Anhand der Daten für das Jahr 2025 lassen sich die mittleren Monatsmieten von Neubau- und Bestandswohnungen in 112 Schweizer Städten vergleichen. Der Bund weist diesen Status rund 180 Gemeinden zu, wir haben jedoch nur diejenigen berücksichtigt, in denen im letzten Jahr mindestens 10 neue Wohnungen auf den Markt kamen. In den untersuchten Orten leben etwa 40 Prozent der Schweizer Bevölkerung.
Von den 651 Wohnungen, die 2025 in Montreux zur Vermietung angeboten wurden, befanden sich beispielsweise nur zwei in Gebäuden, die vor weniger als zwei Jahren errichtet wurden. In anderen Gemeinden hat Lookmove gar keine Neubauwohnungen erfasst, obwohl im vergangenen Jahr Hunderte von Wohnungen auf den Markt gekommen sind.
Am grössten sind die Mietunterschiede zwischen Bestands- und Neubauwohnungen in der Deutschschweiz. In der Zuger Kleinstadt Baar sind neue Wohnungen laut Daten von Lookmove fast 80 Prozent teurer als die bestehenden. Die mittlere Monatsmiete beträgt im ersten Fall über 4800 Franken, im zweiten Fall hingegen nur 2701 Franken. Dabei gilt zu beachten, dass die Medianmiete das Angebot in zwei gleiche Teile teilt: Die Hälfte der Wohnungen ist günstiger, die andere Hälfte teurer.
Arlesheim BL, Opfikon ZH oder auch Pratteln BL weisen Abweichungen zwischen 65 und 71 Prozent auf. Westschweizer Gemeinden sind hingegen in den oberen Rängen der Rangliste eher selten anzutreffen. In Carouge GE, Ecublens VD oder Genf liegt die Differenz aber auch über 50 Prozent.
Wo neue Wohnungen günstiger sind
In Lugano TI, Baden AG, Horgen ZH oder Sursee LU sind Neubauwohnungen zwar teurer als Bestandswohnungen, doch ist der Unterschied deutlich geringer. In diesen Gemeinden schwankt die Differenz zwischen 3,8 und 7,1 Prozent. Ein paar wenige Städte weisen sogar leicht negative Werte auf. Dies gilt beispielsweise für La Chaux-de-Fonds NE, wo die mittlere Monatsmiete für Neubauwohnungen etwa fünf Prozent unter der für Bestandswohnungen liegt. Auch in Gland VD und Sierre VS ist der Unterschied negativ, wenn auch deutlich geringer (–1 prozent und –0,3 Prozent).
Dafür gibt es mehrere Gründe: Generell können sich die im Datensatz enthaltenen Wohnungen hinsichtlich Fläche, Qualität oder Lage erheblich unterscheiden, teilt die Immobilienfirma Lookmove mit. Dies könnte sich auf das beobachtete Preisniveau auswirken.
Manchmal umfasse der bestehende Bestand einen erheblichen Anteil an Objekten in guter Lage oder renovierten Objekten, was die Preise in die Höhe treibe. «Zudem können neue Wohnungen auch in weniger zentralen Lagen gebaut werden, wo Grundstücke noch verfügbar sind», so das Fazit von Lookmove.
Die Dienste von Lookmove sind über das Immobilienportal Lookmove sowie über die Data-Intelligence-Plattform zugänglich und werden von zahlreichen Immobilienfachleuten sowie von Privatpersonen genutzt, die Zugang zu präzisen Informationen über einen sich ständig wandelnden Markt wünschen. Bei bestimmten Indikatoren kann je nach Qualität der zugrunde liegenden Informationen eine Fehlerquote von bis zu 10 Prozent auftreten.
