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So viel teurer ist die Miete in einer Neubauwohnung in der Schweiz

Wie viel teurer die Mieten in einer Neubauwohnung in Schweizer Städten wirklich sind.
Wie viel teurer die Mieten in einer Neubauwohnung in Schweizer Städten wirklich sind.bild: watson.ch

So viel mehr Miete wird für eine Neubauwohnung in Schweizer Städten verlangt

In einigen Schweizer Gemeinden sind neue Wohnungen um mehr als 70 Prozent teurer als Bestandswohnungen. Anhand von Daten des Lausanner Unternehmens Lookmove lassen sich die Mieten in über hundert Schweizer Städten vergleichen.
23.07.2026, 09:4323.07.2026, 10:25
Alberto Silini

Die meisten von uns kennen es wohl: Die Wohnungssuche in der Schweiz ist alles andere als einfach. In der Stadt erst recht nicht – und eine neue Wohnung zu finden, grenzt fast schon an ein Wunder. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Leerstände in Gebäuden, die vor weniger als zwei Jahren gebaut wurden, sind in unserem Land äusserst selten. Das zeigten bereits Daten des Bundesamts für Statistik im letzten Herbst.

Neubauwohnungen weisen ein weiteres grosses Problem auf: Sie sind in der Regel deutlich teurer als andere Wohnungen. Dieser Preisunterschied ist fast überall zu beobachten, das Ausmass variiert jedoch erheblich von Gemeinde zu Gemeinde. Das zeigen Zahlen, die das Lausanner Unternehmen Lookmove erhoben hat und die watson exklusiv vorliegen.

Anhand der Daten für das Jahr 2025 lassen sich die mittleren Monatsmieten von Neubau- und Bestandswohnungen in 112 Schweizer Städten vergleichen. Der Bund weist diesen Status rund 180 Gemeinden zu, wir haben jedoch nur diejenigen berücksichtigt, in denen im letzten Jahr mindestens 10 neue Wohnungen auf den Markt kamen. In den untersuchten Orten leben etwa 40 Prozent der Schweizer Bevölkerung.

Von den 651 Wohnungen, die 2025 in Montreux zur Vermietung angeboten wurden, befanden sich beispielsweise nur zwei in Gebäuden, die vor weniger als zwei Jahren errichtet wurden. In anderen Gemeinden hat Lookmove gar keine Neubauwohnungen erfasst, obwohl im vergangenen Jahr Hunderte von Wohnungen auf den Markt gekommen sind.

Am grössten sind die Mietunterschiede zwischen Bestands- und Neubauwohnungen in der Deutschschweiz. In der Zuger Kleinstadt Baar sind neue Wohnungen laut Daten von Lookmove fast 80 Prozent teurer als die bestehenden. Die mittlere Monatsmiete beträgt im ersten Fall über 4800 Franken, im zweiten Fall hingegen nur 2701 Franken. Dabei gilt zu beachten, dass die Medianmiete das Angebot in zwei gleiche Teile teilt: Die Hälfte der Wohnungen ist günstiger, die andere Hälfte teurer.

Arlesheim BL, Opfikon ZH oder auch Pratteln BL weisen Abweichungen zwischen 65 und 71 Prozent auf. Westschweizer Gemeinden sind hingegen in den oberen Rängen der Rangliste eher selten anzutreffen. In Carouge GE, Ecublens VD oder Genf liegt die Differenz aber auch über 50 Prozent.

Wo neue Wohnungen günstiger sind

In Lugano TI, Baden AG, Horgen ZH oder Sursee LU sind Neubauwohnungen zwar teurer als Bestandswohnungen, doch ist der Unterschied deutlich geringer. In diesen Gemeinden schwankt die Differenz zwischen 3,8 und 7,1 Prozent. Ein paar wenige Städte weisen sogar leicht negative Werte auf. Dies gilt beispielsweise für La Chaux-de-Fonds NE, wo die mittlere Monatsmiete für Neubauwohnungen etwa fünf Prozent unter der für Bestandswohnungen liegt. Auch in Gland VD und Sierre VS ist der Unterschied negativ, wenn auch deutlich geringer (–1 prozent und –0,3 Prozent).

Dafür gibt es mehrere Gründe: Generell können sich die im Datensatz enthaltenen Wohnungen hinsichtlich Fläche, Qualität oder Lage erheblich unterscheiden, teilt die Immobilienfirma Lookmove mit. Dies könnte sich auf das beobachtete Preisniveau auswirken.

Manchmal umfasse der bestehende Bestand einen erheblichen Anteil an Objekten in guter Lage oder renovierten Objekten, was die Preise in die Höhe treibe. «Zudem können neue Wohnungen auch in weniger zentralen Lagen gebaut werden, wo Grundstücke noch verfügbar sind», so das Fazit von Lookmove.

Neubauwohnungen vs. Bestandswohnungen
Im verwendeten Datensatz basiert die Unterscheidung zwischen Neubau- und Bestandswohnungen auf den in den Immobilienanzeigen verfügbaren Informationen. Konkret gilt eine Immobilie als Neubau, wenn sie in der Anzeige ausdrücklich als solcher bezeichnet wird, wenn sie zu einem Immobilienprojekt gehört oder wenn ihr Baujahr nicht lange zurückliegt (höchstens zwei Jahre vor Veröffentlichung der Anzeige). Ebenfalls berücksichtigt werden Immobilien, die vor ihrer Übergabe vermarktet werden, insbesondere Wohnungen, die noch im Bau sind oder nach Plan verkauft werden. Diese Unterscheidung entspricht keiner offiziellen behördlichen Klassifizierung.
Über die Daten
Diese Zahlen stammen von Lookmove, einem PropTech-Unternehmen aus Lausanne, das mithilfe seiner Erfassungs- und Verarbeitungstechnologien Immobilienanzeigen aus über 150 Quellen (Portale und Maklerwebsites) in der Schweiz sammelt, bereinigt, dedupliziert und anreichert, um zuverlässige Daten zum Immobilienmarkt zu erstellen. Auf dieser Grundlage werden detaillierte Indikatoren, umfassende Datensätze und Marktbenachrichtigungen erstellt.

Die Dienste von Lookmove sind über das Immobilienportal Lookmove sowie über die Data-Intelligence-Plattform zugänglich und werden von zahlreichen Immobilienfachleuten sowie von Privatpersonen genutzt, die Zugang zu präzisen Informationen über einen sich ständig wandelnden Markt wünschen. Bei bestimmten Indikatoren kann je nach Qualität der zugrunde liegenden Informationen eine Fehlerquote von bis zu 10 Prozent auftreten.
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110 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Schoggistängel
23.07.2026 10:33registriert April 2021
Wurden die Neubauwohnungen mit Teppich und Linoleum-Böden ausgestattet um vergleichbar mit Bestandeswohnungen zu sein ? Teilt man die Waschmaschine, Tumbler und Trockenraum mit der fganzen Mieterschaft ?

Oder hat jeder Neubau Parkett, Fliesen und eigene WM/Tumbler ?

Wie wurde da verglichen ?
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Pümpernüssler
23.07.2026 10:07registriert Juli 2018
2 Zimmer Wohnung in Zürich Altstetten.
54 m2, 6m2 Balkon, 1.Stock
Kaufpreis 1,1 Mio. 😂🤝
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Sozialismus bremst Fortschritt
23.07.2026 10:46registriert März 2021
Es ist ja kein Wunder das Neubaumieten so viel mehr kosten. Wenn ich heute ein Haus baue ist man schnell 1,5 - 2,5 Mio los. Das hat vor 15 Jahren die Hälfte und noch weniger gekostet. Die Baukosten sind viel zu hoch. Ergo müssen zwangsweise auch die Mietkosten hoch damit es überhaupt kostendeckend sind. Bin mit 2600Fr Miete für eine 140m2 5,5 Zimmer Attikawohnung aus 2015 noch günstig eingestiegen. Ist sogar günstiger geworden. Wechseln macht keinen Sinn somit.
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