Mieter sind wütend: Minergie-Häuser kämpfen mit Überhitzung
Minergie-Häuser sollen den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoss vermindern. Seit den 90er-Jahren ist das Konzept auf dem Vormarsch. Pro Jahr erhält ein Viertel der Neubauten das Gütesiegel, bis heute verfügen über 60'000 Gebäude in der Schweiz über den Minergie-Standard, schreibt der Blick. Der Klimawandel macht dem Ganzen jetzt einen Strich durch die Rechnung, denn während Hitzephasen überhitzen die Gebäude und die Bewohnerinnen und Bewohner hocken in backofenheissen Wohnungen.
Mieter sind hässig
«Ich bin sehr enttäuscht, weil ich eine ganz andere Situation erwartet hatte», beschwert sich ein Mieter gegenüber RSI. «Als ich vor drei Jahren den Mietvertrag unterschrieb, wurde mir versichert, dass ich die Fenster stets geschlossen halten müsse und dass die Lüftungsanlage für eine gleichmässige, kühle Temperatur sorgen würde», meint er weiter.
Die Steuereinheit, mit welcher die Wunschtemperatur eingestellt werden soll, funktioniere nicht und es seien durchgehend schwüle 28 Grad oder mehr.
Das meint der Minergie-Direktor
Laut Minergie-Direktor Andreas Meyer Primavesi betreffe das Problem nicht nur zertifizierte Gebäude, sondern den gesamten Schweizer Immobilienbestand. Die vor einigen Jahren geplanten Gebäude seien nicht mehr auf die heutigen Temperaturen ausgelegt: «Der Klimawandel schreitet schneller voran als erwartet, und die damals für die Planung dieser Gebäude verwendeten Klimamodelle sind für die neue Situation nicht mehr gültig.» Er betont aber, dass Minergie-Gebäude trotzdem weniger überhitzen als andere Häuser.
Es seien deshalb Anpassungen nötig, weswegen der Verband Szenarien von MeteoSchweiz und der ETH Zürich nutze, um neue Standards zu definieren, etwa für den Einbau von Kühlsystemen.
(kek)
