Schweiz
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Erster Fall von Coronavirus in der Schweiz: Was wir bisher wissen



Das Coronavirus erreicht die Schweiz. Der Bund informierte die Öffentlichkeit am Dienstagnachmittag darüber, dass sich im Tessin bei einem Patienten der Verdacht auf eine Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus bestätigt hat. Dies nachdem sich das Virus bereits in Italien verbreitet. Um 17 Uhr informierte das Bundesamt für Gesundheit in einer Pressekonferenz dazu. Hier alles, was wir zum ersten Corona-Fall in der Schweiz wissen:

Was wissen wir über den konkreten Patienten?

Beim Patienten handelt es sich um einen 70-jährigen Tessiner. Er zeigte Atembeschwerden und Grippesymptome und wurde bis gestern noch zu Hause ärztlich betreut. Als die ersten Fälle des Coronavirus aus Italien gemeldet und sein Gesundheitszustand sich nicht gebessert hat, wurde der Tessiner als Verdachtsfall erklärt, in die Moncucco-Klinik in Lugano überwiesen und dort positiv getestet.

Das dafür vorgesehene Protokoll wurde einwandfrei eingehalten. Der Patient stand abgesehen von seiner engsten Familie in keinem Kontakt zu anderen Personen. Auch die ärztliche Behandlung erfolgte telefonisch.

Seit seiner Hospitalisation befindet sich der Patient in Isolation. Es scheint, als habe er sich von der Krankheit erholt, es gehe ihm gut. Wäre er nicht positiv auf das Coronavirus getestet worden, hätte ihn das Spital ohne Bedenken entlassen.

Wie kam das Corona-Virus in die Schweiz?

Der 70-Jährige hielt sich am 15. Februar in Mailand an einer Veranstaltung auf. Die Behörden haben bisher keine weiteren Kenntnisse, um was für eine Veranstaltung es sich dabei handelte. Man gehe jedoch davon aus, dass sich der Mann dort angesteckt hat.

Bisher sind noch 70 Verdachtsfälle hängig, fünf bis sechs davon befinden sich im Tessin. In den nächsten Stunden dürfte klar werden, ob es noch weitere Fälle des Coronavirus in der Schweiz gibt.

Was passiert jetzt?

Weil der Patient über eine relativ lange Zeit noch in der Umgebung seiner Familie behandelt wurde, werden nun alle Personen, die mit ihm in Kontakt standen, auf das Virus getestet. Direktbetroffene werden für 14 Tage in Quarantäne genommen.

Der erste bestätigte Fall ändere nichts an der Gesamtsituation für die Schweiz, sagte Daniel Koch, Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten des BAG, an der Pressekonferenz. Man werde weder die Massnahmen verschärfen, noch die Grenzen schliessen.

Coronavirus in der Schweiz: Die Pressekonferenz

Daniel Koch, Pascal Strupler und Gregor Lüthy vom BAG informierten am Dienstagabend. Bild: admin.ch

Auf Nachfrage einer Journalistin sagt Koch, man werde erst über Verschärfungen befinden, wenn die Ansteckungskette in der Schweiz nicht mehr überblickt werden kann. Sprich: Wenn immer mehr Fälle des Virus auftauchen und das medizinische Personal im einzelnen nicht feststellen kann, wo sich die neuen Patienten angesteckt haben.

Weiter sagt Koch, man habe im Umgang mit dem Coronavirus bisher festgestellt, dass es wenige Patienten gebe, die viele andere Personen ansteckten und viele Patienten, die das Virus überhaupt nicht weitergeben. Man versuche nun herauszufinden, um was für ein Fall es sich beim Tessiner handelt.

Wo wurde der erste Schweizer Corona-Fall festgestellt?

Wo der Patient wohnt, wollen die Tessiner Behörden unter Berufung auf Persönlichkeitsschutz nicht veröffentlichen. Es ist lediglich klar, dass sich der Patient in Mailand angesteckt hat und aus dem Tessin stammt.

Muss ich jetzt Angst haben?

Das BAG versichert: die Situation hat sich durch den ersten in der Schweiz gemeldeten Fall des Coronavirus nicht geändert. Bei der bisherigen Verbreitung des Virus habe man davon ausgehen müssen, dass es früher oder später auch in der Schweiz erste Fälle geben werde.

Die medizinische Infrastruktur, um diese Fälle möglichst schnell und unter strengen Hygienevorschriften zu handhaben, sei gewährleistet. Weiter rate man nicht vor Reisen ins Tessin ab. Zeige man jedoch nach einem Aufenthalt in Norditalien Grippesymptome, solle man sich beim zuständigen Spital melden.

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42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sophia 27.02.2020 13:41
    Highlight Highlight Das BAG beruhigt aber nicht sehr überzeugend. Bisher weiss man ja noch gar nicht, ob es nicht Virenträger gibt, die selbst gar keine Symptome zeigen, aber das Virus verbreiten können. Es ist doch völlig nutzlos, ja sogar falsch, zu behaupten, es gäbe nur einen Fall um daraus abzuleiten, dass keine Gefahr existiere.
  • Reptile 26.02.2020 09:52
    Highlight Highlight Ganz ehrlich, ich habe Angst. Ich fühle mich ohnmächtig und fürchte mich extremst dass ich oder jemand aus meiner Familie, Freundeskreis sich mit dem Virus infiziert und sogar daran sterben wird. Ich weiss nocht, was ich tun soll, ich bin so hilflos.
    • Sophia 27.02.2020 14:00
      Highlight Highlight Kann ich nachvollziehen, deine Angst. Bisher erkranken oder sterben nur solche Menschen, die noch an einer anderen, vorbestehenden Krankheit leiden. Kinder sind meines Wissens auch noch keine erkrankt oder gar gestorben an Corona.
      Böse Verschwöhrungstheoretiker werden aufgrund dessen bald einmal behaupten, dass die Chinesen dieses Virus gegen ihre Überbevölkerung entwickelt haben und die übrige Welt halt Lateralschäden davontragen müsse. Es sterben ja nur ältere, eher stark vor erkrankte Menschen, aber weder Gesunde noch Kinder. Genau das, was dort erwünscht sein könnte. Wir werden's sehen!
  • THEOne 26.02.2020 06:36
    Highlight Highlight ui nei!!!! jetz werden wir alle sterben...
    irgendwann mal...
    diese panikmache nervt langsam.
    klar ist es nicht zu unterschätzen, haltet euch an die virusregeln (wurden glaub auch hier bei watson erklärt) und gut ist.
  • Ganjaflash 26.02.2020 00:13
    Highlight Highlight Ich bin auf jedenfalls gewappnet. Habe mein Cannabis Vorrat ein bisschen aufgestockt, damit ich in einer akuten Notfallsituation das Haus nicht mehr verlassen muss.
  • äti 25.02.2020 22:19
    Highlight Highlight Früher, oder auch jetzt noch, starb man Reihenweise an Lungenentzündung in Spitälern. Infiziert via Klimaanlage. Keine Hysterie. Bloss, wenn ein über 60 jähriger in den Spital musste, wusste man, er holt sich auch eine Lungenentzündung.
  • Pipikaka Man 25.02.2020 21:36
    Highlight Highlight Man darf kein Virus verharmlosen denn es besteht eine (wenn auch geringe) Gefahr, das sich das Virus mutieren könnte zu einer deutlich tödlicheren Virenform wie die Spanische Grippe. Aber dank dem Chinesischen Vorgehen ist dies wohl ausgeschlossen. Denn bis jetzt tötet das Virus nicht so viel mehr wie eine normale Grippeninfektion. Fast nur ältere Menschen sind gestorben und daher ist keine Panik angebracht, ganz ehrlich, wenn ich höre das jetzt so viele Menschen Notrationen kaufen sowie Schutzmasken beinahe ausverkauft sind, empfinde ich es unnötiges ängstliches Verhalten.
    • DrDeath 26.02.2020 00:25
      Highlight Highlight Ferd Blu Es besteht auch die (wenn auch geringe) Gefahr, dass ein Supervulkan ausbricht, ein Asteroid die Erde trifft oder skrupellose Forscher die Zombieapokalypse auslösen.

      Wenn wir wegen jeder solchen unwahrscheinlichen Gefahr wie das Kaninchen vor der Schlange reagieren wollen, dann können wir uns hinterm Ofen gleich häuslich einrichten. Man stelle sich mal vor, es würde jedes mal eine Rezension oder einen Börsencrash geben, wenn eine Grippewelle anrollt!

      Sind wir mal ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich (Erich Kästner)
    • Sophia 26.02.2020 00:30
      Highlight Highlight Völlig richtig, Blu! Das beste ist jetzt, Aktien von Pharmafirmen kaufen und abwarten und Hände waschen :-)! Vor allem aber mal darüber nachdenken, wie die Welt inzwischen vernetzt ist. Es geht uns inzwischen auch etwas an, wie die Menschen sich in anderen Ländern verhalten. Es kann uns nicht mehr gleich sein, was z. B. die Chinesen essen und sich schnäutzen usw.
    • Mach ich Foto, tu ich Facebook 26.02.2020 00:57
      Highlight Highlight Ha, das Drachen-Game bei Watson 😄
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hömönösnödy 25.02.2020 20:17
    Highlight Highlight Mich würde mal die Infektionshistorie einer normalen Grippe interessieren. Auch mit roten Punkten auf einer Karte usw.
    • DrDeath 26.02.2020 00:27
      Highlight Highlight Hömönösnödy schau mal auf der Website der BAG (bag.admin.ch), da findest du eine Menge interessantes Material zum Thema Grippe. Vielleicht keine roten Punkte auf der Karte.

      Um eine normale Grippe macht aber auch keiner so ein Bohei wie um diese Atemwegsinfektion...
  • Todesstern 25.02.2020 20:16
    Highlight Highlight Einen kühlen Kopf bewahren.
  • DrDeath 25.02.2020 19:56
    Highlight Highlight Das ganze erinnert mich mittlerweile massiv an einen schlechten Horrorfilm - Man verbarrikadiert mit allem was man hat die Tür, doch oh nein, das Monster ist längst ins Haus gelangt...

    Ich war heute an der Embedded World in Nürnberg. Die Hälfte der Hallen halb leer, überall halb aufgebaute Stände, wichtige Akteure fehlen komplett... Endzeitstimmung pur, es haben nur noch die Tumbleweed-Bälle oder Zombiehorden vor den Fenstern gefehlt!

    Es ist eine Erkältung!!! Kein Ebola und auch nicht die Pest! Kriegt euch wieder ein!
  • crashwinston 25.02.2020 19:52
    Highlight Highlight Wundert mich das noch kein hysterischer Bürger gefordert hat den Gotthardpass und Tunnel zu schliessen 😂
    • Spargel 25.02.2020 23:52
      Highlight Highlight Bitte Sperren
    • mmmhhh 26.02.2020 06:55
      Highlight Highlight Leider hat man die vorbereiteten Sprengladungen am Gotthard entfernt 😔
  • crashwinston 25.02.2020 19:41
    Highlight Highlight Wir werden alle sterben!!!

    Das ist Fakt, spätestens an Altersschwäche ;)
    • Alpenstrich 26.02.2020 07:46
      Highlight Highlight ...ich, mitte 30er, liege auch im Sterben...
      ...die Ärzte geben mir noch rund 40 Jahre...
  • deepmind96 25.02.2020 19:28
    Highlight Highlight Ich denke es ist wichtig nicht zu fest zu verhamlosen, es ist immerhin eine noch nie aufgetretene Krankheit deshalb hohe Amsteckungsgefahr, da das Immunsystem den Erreger nicht kennt, aber auch nicht Panikmache zu betreiben.



    Deshalb, eigentlich ganz einfach:
    1. Keine Panik
    2. Händewaschen
    3. Bei Symptomen zum Arzt
    4. abwarten und Tee trinken

    • IchSageNichts 25.02.2020 19:46
      Highlight Highlight Nein nicht direkt zum Arzt. Anrufen bevor man geht!
    • DrDeath 25.02.2020 20:09
      Highlight Highlight Wer verharmlost denn? Keine Panikmache zu betreiben, das unterschreibe ich dir, aber verharmlosen habe ich noch niemanden hören. Es ist eine ganz normale Virusinfektion der Atemwege. Nur mal zur Relativierung: "Von einer Influenza-Epidemie, Grippe-Epidemie oder Grippewelle spricht man, wenn 10–20 % der Bevölkerung infiziert sind" (Wikipedia:Influenza). Momentan sind in der am stärksten betroffenen Provinz Wuhan 1.3 PROMILLE der Bevölkerung erkrankt, auf ganz China gerechnet 0.057‰ oder etwas mehr als 1:20000. Eine "Epidemie" mit solchen Zahlen zu "verharmlosen" ist gar nicht so leicht.
    • lilie 25.02.2020 20:58
      Highlight Highlight @deepmind: Grundsätzlich alles richtig, ich glaube aber nicht, dass die Tatsache, dass es sich um ein neues Virus handelt, etwas über die Ansteckungsgefahr aussagt.

      Es gibt bereits mehrere hundert verschiedene Grippeviren, darunter auch Coronaviren, die saisonal auftreten und jedesmal wieder die gleiche Ansteckungsgefahr mit sich bringen, obwohl sie dem Immunsystem bereits bekannt sind. Am schlimmsten ist bekanntlich der Norovirus mit einer extrem hohen Ansteckungsgefahr - egal wie oft man ihn schon hatte.

      Das wichtigste ist deshalb, die Gefährlichkeit des Virus' richtig einzuschätzen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • NumeIch 25.02.2020 18:17
    Highlight Highlight 10 Tipps für die nächsten Tage, wenn ihr überleben wollt.

    Play Icon


    • DrDeath 26.02.2020 00:13
      Highlight Highlight Numelch made my day...
  • Triple A 25.02.2020 18:16
    Highlight Highlight Ein bisschen viel Aufhebens um eine Grippe!
    • StGb Art. 258 @ Bundesrat 25.02.2020 19:20
      Highlight Highlight Mein Gott....Sollte langsam der letzte mitbekommen haben dass es ein ganz anderer Virenstamm als "Grippeviren" ist. Die Symptome ähneln der einer Grippe heisst nicht dass es eine Grippe ist.
      Und lustig: Wegen der Grippe wollten die Watson-Kommentatoren erst kürzlich Zwangsimpungen, obwohls ja "nur die Grippe" betraf?
    • MartinZH 25.02.2020 19:51
      Highlight Highlight Sorry, eine Corona-Infektion ist nicht mit einer herkömmlichen, saisonalen Grippe zu vergleichen.

      Gegen die Grippe habe ich eine wirksame 3-Fach-Impfung.

      Das Corona-Virus ist 10 x tödlicher als Grippe!

      Und dabei denke ich nicht einmal an mich, denn ich verfüge über ein intaktes Immunsystem.

      Wäre ich aber Virus-Träger, könnte ich ältere Menschen und Babys gefährden..!

      Einen Schritt weiterzudenken, würde ganz sicher nicht schaden. Macht man das nicht, ist das eigentlich nur noch verantwortungsloses Handeln. Und sich der Realität zu verweigern, finde ich zu simpel.

      Das ist KEINE Grippe! 😔
    • Trouble 25.02.2020 20:47
      Highlight Highlight Nur weil's von der Mortalitätsrate her ähnlich wie eine Grippe ist, ist es noch lange keine Grippe. Influenzaviren gehören zur Familie der Orthomyxoviridae, Coronaviridae sind eine eigene Familie (beide gehören aber zu den RNA-Viren).
      Mag ein ironischer Kommentar sein, ist aber wissenschaftlich falsch und das stört mich. So, jetzt habe ich es gesagt.
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