Genf schliesst Grenze zu Frankreich für G7-Gipfel
Wegen des G7-Gipfels im französischen Evian hat der Kanton Genf seine Grenze zu Frankreich weitgehend geschlossen. Seit Donnerstagnachmittag sind 25 von 35 Grenzübergängen gesperrt, was den Alltag für die Bevölkerung und den Verkehr beeinträchtigt.
Der Gipfel der sieben grössten Industrienationen (G7) findet von Montag bis Mittwoch im rund 30 Kilometer von Genf entfernten Evian statt. Die Massnahmen an der Grenze wurden bereits am Donnerstagnachmittag schrittweise umgesetzt, wie der Kanton Genf und die Eidgenössische Zollverwaltung mitteilten.
Am Grenzübergang zwischen Hermance und der französischen Gemeinde Chens sur Léman wurde die Schliessung am Donnerstag um 18 Uhr mit einer Barriere und einem Gitterzaun vollzogen. Die Massnahme wurde vor den Medien demonstriert.
Für die lokalen Behörden ist die Situation bedauerlich, da das Dorfleben über die Grenze hinweg stattfindet. Ein für Samstag geplantes Fest eines Tennisclubs, dessen Anlage in Frankreich liegt, musste verschoben werden. Auch der Rugby-Club sowie die Felder einiger Landwirte befinden sich auf der anderen Seite des Flusses. Zwei Familien, deren Kinder in Hermance zur Schule gehen, müssen sich bis zur Wiedereröffnung der Grenze am 19. Juni organisieren.
Verkehr und Arbeit betroffen
Die Grenze zwischen Genf und Frankreich ist rund 100 Kilometer lang und verfügt über 35 Zollposten. Von diesen bleiben sieben rund um die Uhr geöffnet, allerdings mit verstärkten Kontrollen. Alle anderen Übergänge, auch Waldwege, sind gesperrt. Der nächstgelegene offene Übergang von Hermance aus ist Anières, fünf Kilometer entfernt.
Um die Auswirkungen auf den Verkehr zu minimieren, empfiehlt der Kanton, von zu Hause aus zu arbeiten. Die Genfer Verkehrsbetriebe haben die Fahrpläne der grenzüberschreitenden Linien angepasst. (hkl/sda)
