«My eyes hurt»: Nach Sonnenfinsternis schiessen Google-Suchen in der Schweiz nach oben
Die Sonnenfinsternis ist durch, doch sie hat Spuren hinterlassen. Bereits während und auch kurz nach Ende des Spektakels häuften sich nämlich die Suchanfragen zum Thema Netzhautverletzungen, wie Zahlen der Suchmaschine Google zeigen:
Gesucht wurde etwa nach «verbrannte Netzhaut», «Netzhautverletzung» oder «my eyes hurt». Insgesamt haben die Suchanfragen zu Netzhaut im Vergleich zur Vorwoche um über 250 Prozent zugenommen.
Häufung von Schäden in Spanien
Ob diese Suchanfragen auf tatsächliche Netzhautschäden aufgrund unsachgemässer Beobachtung der Sonnenfinsternis zurückgehen, lässt sich nicht nachprüfen. Aktuell liegen für die Schweiz auch keine Berichte vor, dass sich diesbezügliche Konsultationen bei Optikern, Apotheken oder Spitälern gehäuft hätten.
Für Spanien, wo es im Norden zu einer totalen Sonnenfinsternis gekommen ist, liegen allerdings Meldungen über eine Häufung vor. So berichtet etwa El País, dass sich die Notfallkonsultationen nach Sonnenuntergang deutlich gehäuft hätten. Insgesamt seien allerdings nur wenige schwere Schäden diagnostiziert worden.
Die Notfallstationen im ganzen Land hätten sich auf einen grösseren Ansturm vorbereitet, heisst es in der Zeitung.
Behörden und Fachleute warnten
Behörden und Fachleute warnten eindringlich vor dem direkten Blick in die Sonne ohne zertifizierten Schutz. Normale Sonnenbrillen oder selbstgebastelte Filter böten keinen ausreichenden Schutz und könnten zu schweren Augenschäden führen. Auch die direkte Beobachtung der Sonne mit Ferngläsern, Teleskopen und Kameras ist äusserst gefährlich, da diese Geräte die Sonnenstrahlen zusätzlich bündeln.
Durch die Hornhaut und die Augenlinse wird das Licht so gebündelt, dass es an der Makula (gelber Fleck), der Stelle des schärfsten Sehens, zu Verbrennungen kommt. Dieser Bereich ist für das Lesen, das Erkennen von Gesichtern und das genaue Wahrnehmen von Einzelheiten verantwortlich. Auch bei einer zu 99 Prozent verdeckten Sonne trifft das noch intensive Licht die Netzhaut.
Warum hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) angesichts dieser Gefahr keine Schutzbrillen verteilt? Das Bundesamt erklärt auf Anfrage von watson: «Die Beschaffung von Schutzbrillen ist Sache des Marktes und der Vertreiber von solchen Schutzbrillen. Das BAG hat den Auftrag, über Risiken aufzuklären und Schutzmassnahmen zu empfehlen – nicht, individuelle Schutzprodukte für die Bevölkerung bereitzustellen.» Das BAG habe bereits frühzeitig Informationen zu Schutzbrillen auf seiner Website bereitgestellt und auch über Social Media darüber informiert.
So erkennst du Netzhautverletzungen
Verbrennungen zeigen sich als schwarze Flecken mitten im Sichtfeld, ähnlich den Flecken, die man auch nach einem kurzen Blick in die Sonne sieht. Da Netzhautschäden anfangs keine Schmerzen verursachen, bemerkt man die Schäden meistens zu spät, denn die Netzhaut selbst besitzt keine Schmerzrezeptoren.
Betroffene merken die Schäden oftmals erst Tage später. Symptome sind:
- Verschwommenes oder unscharfes Sehen
- Ein grauer, dunkler oder blinder Fleck in der Mitte des Gesichtsfeldes
- Verzerrte oder wellig erscheinende Linien
- Anhaltende Nachbilder
- Eine veränderte Farbwahrnehmung
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit
Die Menschen können dann beispielsweise einzelne Buchstaben eines Textes nicht mehr klar erkennen oder Gesichter können im zentralen Bereich verdeckt oder verzerrt erscheinen.
(leo mit Material der sda)
