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Afghanistan: Jacqueline Ahmadi über Taliban, Burka und Kopftuchverbot

Bildnummer: 58910596 Datum: 12.12.2012 Copyright: imago/Xinhua
(121212) -- KABUL, Dec. 12, 2012 (Xinhua) -- Afghan women wait to receive winter relief supplies donated by German government for displac ...
Das Leben für Frauen in Afghanistan ist seit der Machtübernahme der Taliban die Hölle.

«Das ist eine Ohrfeige für mich und alle afghanischen Frauen»

Das Schweizer Parlament berät aktuell darüber, wie das Asylrecht von Afghaninnen in der Schweiz gelockert werden könnte. Die deutsch-afghanische Frauenrechtlerin Jacqueline Ahmadi hat dafür kein Verständnis.
27.09.2026, 07:22

«Ich sehe eine Burka als Gefängnis»: Das sagt Jacqueline Ahmadi, eine afghanisch-deutsche Anwältin. «Frauen, die in eine Burka gezwungen werden, sind wie Vögel, die nicht fliegen können», sagt Ahmadi im Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Sie schildert, wie unerträglich das Leben für Frauen unter der Terrorherrschaft der Taliban in Afghanistan geworden ist. «Den Afghaninnen werden jegliche Rechte genommen», sagt sie. Das Haus verlassen dürften sie, wenn überhaupt, nur noch mit ihrem Ehemann oder Vater – und auch das nur vollverschleiert.

«Anwältinnen, Richterinnen oder Ärztinnen müssen froh sein, wenn sie auf einem Feld Safran pflücken oder in einer Hinterhof-Fabrik Burkas nähen dürfen.»
Jacqueline Ahmadi, Anwältin und Frauenrechtlerin

Das Schweizer Parlament diskutiert in der Herbstsession darüber, ob der Grundsatz, dass alle Frauen, die aus Afghanistan in die Schweiz kommen, pauschal als Geflüchtete anerkannt werden, weiterhin gelten soll. Diese Praxis gilt seit 2023, als die Taliban ihre Macht in Afghanistan immer stärker ausweiteten. Verschiedenen bürgerlichen Politikerinnen und Politikern in der Schweiz ist die Regelung ein Dorn im Auge.

Zur Person
Jacqueline Ahmadi kam 1991 als 17-Jährige mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach Deutschland, sagt sie gegenüber der «NZZ am Sonntag». Heute führt sie in Hamburg eine Anwaltskanzlei und setzt sich für die Rechte afghanischer Frauen in Deutschland ein.

Ahmadi hat dazu eine klare Meinung: «Das fühlt sich an wie eine Ohrfeige für mich und alle afghanischen Frauen». Es frustriere sie, dass man in der Schweiz und in Deutschland damit beginne, Afghaninnen und Afghanen zu beschneiden und gleichzeitig die Taliban hofieren.»

Die Schweizer Behörden haben sich im vergangenen Jahr mit einer Taliban-Delegation in Genf getroffen, um auszuloten, inwieweit diese bereit ist, straffällige Asylsuchende wieder aufzunehmen.

Ahmadi setzt sich dafür ein, dass Mädchen von klein an beigebracht wird, dass sie selbst entscheiden dürfen, ob sie ein Kopftuch tragen wollen, sagt sie gegenüber der «NZZ am Sonntag». Ein Kopftuchverbot an Schulen, wie es momentan verschiedene Schweizer Kantone diskutieren, sieht sie kritisch: «Das würde eher den religiösen Fundamentalisten helfen, sich als Opfer zu inszenieren».

(her)

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    Hidschab & Co. – Verhüllungen vom Kopftuch bis zur Burka
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    Hidschab & Co. – Verhüllungen vom Kopftuch bis zur Burka
    Hidschab: Wird vor allem als Bezeichnung für ein Kopftuch verwendet, das Haar und Ohren vollständig bedeckt, das Gesicht indes frei lässt. Meist werden zusätzlich die Halsregion, der Ausschnitt und eventuell die Schultern bedeckt.
    quelle: shutterstock
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    «Rassistisches Anliegen» – Vera Celik über das Kopftuch-Verbot an Schulen
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