Schweiz
Italien

Piemont will mehr Wasser im Lago Maggiore: Tessin weicht aus

Piemont bittet das Tessin um Wasser – Kanton druckst herum

17.07.2026, 12:1417.07.2026, 12:14

Der Tessiner Staatsrat hat auf eine Anfrage der italienischen Region Piemont wegen des tiefen Wasserstands des Lago Maggiore zurückhaltend geantwortet. Eine Freigabe von Wasser sei schwierig, man sei aber zur Zusammenarbeit bereit.

Die Schweiz sei ebenfalls von der anhaltenden Trockenheit betroffen, teilte der Staatsrat am Freitag mit. Die Wasserreserven in den Tessiner Stauseen befänden sich an der Untergrenze der in den letzten zehn Jahren verzeichneten Werte.

Zudem verwies die Regierung auf ihren begrenzten Handlungsspielraum: Ein Grossteil der Gewässer unterliege Konzessionen, die an private Betreiber ausserhalb des Kantons vergeben worden seien. Gegenüber diesen habe der Kanton keine Weisungsbefugnis. Auch die gesetzliche Pflicht zur Sicherung der Energieversorgung schränke die Möglichkeiten ein.

Hilfe bei Notlage

Trotz der Schwierigkeiten sicherte der Staatsrat Unterstützung zu, sollte Piemont in eine Trinkwasser-Notlage geraten. Der Kanton sei bereit, kurzfristig eine mobile Wasseraufbereitungsanlage zur Verfügung zu stellen. Die Tessiner Regierung habe zudem die Wasserkraftbetreiber im Kanton über die Anfrage aus Italien informiert.

Die italienische Region Piemont kämpft mit der Dürre. Die piemontesische Regierung bat das benachbarte Tessin daher um eine höhere Wassereinspeisung in die Region. Gleichzeitig fordert der Turiner Landwirtschaftsverband Coldiretti – der grösste Landwirtschaftsverband Italiens – die Ausrufung eines Notstandes.

Verbrauch von Trinkwasser reguliert

«Wir können keine Minute länger warten», erklärte der Regionalpräsident Alberto Cirio, der am vergangenen Montag einen Runden Tisch zum Wassernotstand in der Region einberufen hatte, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Rund 100 Gemeinden hätten bereits Verordnungen erlassen, um den Verbrauch von Trinkwasser zu regulieren, und in einigen Berggebieten müssten bereits Wassertankwagen ausrücken.

Die durchschnittlichen Niederschläge im Juni im Po-Becken weisen im Vergleich zum historischen Monatsmittel der Jahre 1991 bis 2020 ein Defizit von 36 Prozent auf. Die Temperaturen lagen dagegen um 3,5 Grad über dem Durchschnitt. Der Po verzeichnete bei Isola Sant’Antonio in der Nähe von Alessandria eine durchschnittliche Abflussmenge, die um 75 Prozent unter dem historischen Mittelwert lag. (sda)

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70 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Töffli-Gang
17.07.2026 12:45registriert Oktober 2018
Wir sollten unterirdische Becken bauen, die dann bei Starkregen das Wasser aufnehmen, vor Überschwemmungen und zu hohen Pegel schützen. Und bei Trockenheit die Wassermengen abgegeben/verkaufen.

Nicht nur wegen dem Geld, auch weil wir es können und es auch uns selber hilft.
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SamsonP
17.07.2026 12:43registriert April 2024
Solange Italien seine Gewässer, sei es Flüsse oder Seen leerpumpt um auf die Felder zu giessen, muss die Frage gestattet sein, was denn das Tessin davon hat Wasser freizugeben. In letzter Zeit kamen aus Italien nur Forderungen und Schickanen... und jetzt stehen sie zwar mit dem Hut in der Hand vor der Tür, aber glauben noch immer in der Position zu sein weitere Forderungen zu stellen. Verstehe daher, dass das Tessin da eher zurückhaltend reagiert. Lasst die Grossmäuler in Rom eine Lösung dafür finden.
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marcog
17.07.2026 12:41registriert Februar 2016
Was soll der Kanton Tessin nun genau machen? Die Speicherseen sind auch nicht gerade üppig gefüllt und deren Inhalt sowieso nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Nur so als Vergleich:
Volumen Lago Maggiore: 37km^3
Volumen Lago Ritom: 0.05km^3
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