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Schiesserei in Aargau: Fahrender erzählt, wie er die Schüsse erlebte

aarau schüsse
Das Auto eines Fahrenden wurde am Sonntagmorgen von einer Kugel getroffen.Bild: telem1

«Kugeln flogen an meiner Frau vorbei»: Fahrender erzählt, wie er die Schüsse erlebte

Nach der Schiesserei auf der Rennbahn fielen auch bei einem Fahrenden-Stellplatz Schüsse. Wie italienische Medien berichten, handelt es sich bei der am frühen Sonntagmorgen getöteten Italienerin um eine Frau aus einer Roma-Familie.
31.08.2026, 11:0131.08.2026, 11:40

Ein Smart der Stadtpolizei Aarau biegt auf den Fahrenden-Standplatz bei der Pferderennbahn Schachen in Aarau ein. Eine Mitarbeiterin verrechnet mit den Fahrenden die Standgebühren. Am Montagmorgen herrscht Aufbruchstimmung: Die meisten reisen ab und packen Kisten in ihre Wohnwagen.

Die SUV mit Walliser, Freiburger oder Luzerner Nummernschildern sind abfahrbereit. Einige Fahrende wären heute ohnehin weitergereist. Andere reisen ab, weil ihr Standplatz zu einem Tatort wurde.

Karte Aarau
Diese Karte zeigt, von wo die Schussabgabe erfolgt sein soll. bild: kapo aargau

«Die Schüsse kamen immer näher»

Denn nicht nur auf der Pferderennbahn kam es in der Nacht auf den Sonntag zu Schüssen. Ein paar Minuten später ist im Quartier nochmals geschossen worden. Wie Tele M1 berichtete, fielen die Schüsse in der Nähe eines Fahrenden-Platzes. Der Sender geht davon aus, dass der oder die Täter diese Schüsse auf der Flucht abgaben.

Ein Fahrender berichtet am Sonntag:

«Die Schüsse kamen immer näher. Das waren die Salven von Maschinenpistolen. Als wir alle raus sind, sind sogar Kugel an meiner Frau vorbeigeflogen.»

Die Fahrenden seien sofort in ihre Autos gestiegen. «Mein Neffe war der Erste, der rausgefahren ist», so der Fahrende weiter. Plötzlich habe er vor sich ein Auto mit Flutlicht gesehen.

«Dann sah er einen Mann aussteigen, der eine Pistole auf ihn richtete. Er hat dann Gas gegeben, dann ist ein Schuss ins Auto reingegangen.»

Niemand will reden

Verletzt sei glücklicherweise niemand geworden. Von dem oder den Tätern fehlt weiterhin jede Spur. Italienische Medien berichten allerdings, dass die junge Frau, die beim Rave in der Rennbahnhalle getötet worden ist, selbst einer Roma-Familie entstammte.

Am Montagmorgen will von den Fahrenden niemand Auskunft geben. Alle sprechen Schweizerdeutsch. Ein Mann behauptet: «Das ist Privatgrund. Gehen Sie weg!» Die Mitarbeiterin der Stadtpolizei kann die Situation klären. Der Boden gehört dem Kanton, ist also öffentlicher Grund. Andere Fahrende sind freundlicher, aber auch sie wollen nicht reden, sondern so schnell wie möglich weg von hier. (mau/sf) (schweizheute.ch)

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Die beliebtesten Kommentare
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Amateurschreiber
31.08.2026 11:14registriert August 2018
Nur eine technische Ergänzung: Die Munition der gefundenen "5,45-mal-39-Millimeter-Hülsen" ist die Standard - Munition des (früheren) Ostblocks und heutigen Russlands. Also quasi das Pendant zu unserer GP90 Patrone.
Damit will ich keinesfalls andeuten, dass Russland irgendwie die Hände im Spiel hat. Es geht mir in erster Linie darum, dass auch hier keine Schweizer Armee - Waffe verwendet wurde.
Es ist zwar reine Spekulation meinerseits aber auch hier dürfte es sich um eine illegal im Ausland beschaffte Waffe sein!
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Yolanda Hecht
31.08.2026 11:31registriert Juni 2022
Fahrende in der Schweiz = Roma. Echt jetzt, Watson. Die Fahrenden in der Schweiz sind üblicherweise Jenische. Wenn sie schweizerdeutsch reden, erst recht. Sie sind eine anerkannte schweizerische Minderheit, die von Bund unterstützt wird, damit sie ihre fahrende Lebensweise weiterführen kann. Die Jenischen haben mit den Roma nichts zu tun.
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